. .

31.03.2018 Die Zeit läuft

Frist für Schulstandort verstreicht heute

Schaumburger Zeitung / 31.3.2018

Steinbergen

Von Marieluise Denecke
Am heutigen Samstag endet die Frist für den Schulstandort Steinbergen. Bis zum 31. März, das hatte der Rat in seiner Sitzung am 30. November vergangenen Jahres nach einem Vorschlag der Verwaltung einstimmig beschlossen, solle nicht über den Standort entschieden werden. Bis dahin sollten andere Schulen oder Initiativen Zeit bekommen, sich das Schulgebäude anzusehen, Informationen von der Verwaltung einzuholen und Interesse am Schulgebäude zu signalisieren.

Diese Frist verstreicht am heutigen Tage. Bislang gibt es keine definitiven Interessensbekundungen.

„Wir haben keinen neuen Zwischenstand“, bestätigt Schulamtsleiter Hans-Georg Dlugosch auf Nachfrage unserer Zeitung am Gründonnerstag. Es hätten sich keine weiteren Interessenten gemeldet.

Im Januar hätten zwar Vertreter der Immanuel-Schule in Bückeburg Informationen über den Schulstandort eingeholt, doch seitdem hätten sie sich nicht mehr gemeldet. Dabei war sie Ende vergangenen Jahres als Anwärter für die Trägerschaft einer Schule in Steinbergen gehandelt worden. Unter anderem wegen ihrer Interessensbekundungen hatte der Rat die Entscheidung verschoben.

„Das Interesse besteht weiterhin“, sagt Peter Rohde vom Trägerverein der Immanuel-Schule auf Nachfrage. Doch man befindet sich „in Verhandlungen“, und Details sind daher nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Auf der Sitzung des Ortsrats Steinbergen am 13. März war nur kurz über den Schulstandort gesprochen worden. Unter „Mitteilungen der Verwaltung“ war verkündet worden, dass die Elterninitiative Montessori in Rinteln kein Interesse mehr am Schulgebäude habe.

„Es ist ein wunderschöner Standort“, sagt Tillmann Listek, Sprecher der Initiative, im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch aufgrund des Gebäudealters und der vielen Auflagen, die mit dem Betrieb einer Schule dort einhergehen würden – vor allem aus den Bereichen Barrierefreiheit und Brandschutz – habe man sich dagegen entschieden. Für eine „so kleine Initiative“, sagt Listek, sei dies einfach nicht zu stemmen gewesen.

Was passiert mit dem Gebäude, sollte es keine Interessenten geben? Diese Frage will Dlugosch noch nicht beantworten, es könnte sich ja noch jemand bis zum heutigen Samstag melden.

Doch nach Verstreichen des Datums muss eine Entscheidung gefällt werden. Diese wird aber nicht mehr in den Fachausschüssen diskutiert, so Dlugosch. Eine Entscheidung müsse im Rat getroffen werden. „Verwaltung und Politik“ müssten sich zusammensetzen. Die nächste Ratssitzung findet am 21. Juni statt.

Währenddessen gibt es eine weitere Initiative, die im Rintelner Raum eine freie Schule einrichten möchte: die Gruppe „Freie Schule zur Grafensteinerhöh“. Sie hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Info- und Vorbereitungstreffen organisiert. Das Ziel ist klar: Die Initiative will zum Schuljahr 2018/2019 eine Grundschule sowie eine Sek I in der ehemaligen Gastronomie realisieren. Noch laufe das Genehmigungsverfahren durch die Landesschulbehörde.

Verwaltung und Politik stehen einer Schule in freier Trägerschaft positiv gegenüber. Auf der Ratssitzung am 30. November wurde auf Antrag der Grünen mehrheitlich begrüßt, dass „eine Schule mit einem reformpädagogischen Ansatz in freier Trägerschaft die Bildungslandschaft in Rinteln bereichern und die Stadt Rinteln für junge Familien attraktiver machen würde“.

Foto rnk
Schwer zu vermitteln? Im November hatte der Rat beschlossen, eventuellen Anwärtern bis zum 31. März Zeit zu geben, ihr Interesse am Schulstandort Steinbergen zu bekunden. Bislang aber liegen der Stadt keine definitiven Rückmeldungen vor.