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31.01.2017 Zwei unter einem Dach

Feuerwehren ziehen in ein Gerätehaus / Wie geht es dann weiter: Kooperation? Fusion?

Schaumburger Zeitung / 31.1.2017

Deckbergen/Schaumburg

Von Hans Weimann
Der geplante Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in dem Eck Bundesstraße 83 und Ostendorfer Straße, die nach Schaumburg hochführt, ist ein Pilotprojekt in Rinteln: Es ist das erste Mal, dass zwei Feuerwehren sich gemeinsam ein Feuerwehrhaus teilen; die Feuerwehren Deckbergen und Schaumburg, die bisher ihre eigenen Feuerwehrgerätehäuser hatten.

Warum neu gebaut wird, versteht jeder, der sich schon einmal in den Häusern in Schaumburg und Deckbergen umgeschaut hat. Die Räumlichkeiten im Feuerwehrgerätehaus in Schaumburg sind beengt, der eigentliche Gruppenraum ist die Umkleide, das Büro, wo früher die Verwaltungsstelle war, der Gruppenraum, die obere Etage bewohnt. Das Feuerwehrhaus in Deckbergen liegt mitten in einem Wohngebiet – gegenüber von Schule und Sportplatz. Die Zufahrt ist eng und unübersichtlich.

Die formalen Voraussetzungen für den Feuerwehrneubau sind erfüllt, der Bebauungsplan ist in Arbeit, das Geld im Haushalt eingestellt.

Das neue Haus ist – ganz klar – selbstverständlich groß genug für die insgesamt fünf Fahrzeuge (zwei aus Schaumburg, drei aus Deckbergen), für die Mitglieder beider Wehren und ihre Ausrüstung.

Gebaut wird auf ehemaligem Ackerland. Drei Standorte hatte die Verwaltung geprüft: Am neuen Sportplatz ist zu wenig Platz, auch die Zufahrt nicht ideal. Die Halle im Industriegebiet, die man hätte umbauen können, steht nicht mehr zur Verfügung, ein Neubau im Industriegebiet hätte den Nachteil, dass die Feuerwehrleute bei Einsätzen die viel befahrene Bundesstraße überqueren müssten.

Naheliegende Frage: Wenn beide Wehren schon in ein gemeinsames Haus einziehen, wie geht es dann mit den Wehren weiter? Beide Ortsbrandmeister, Ralf Bredemeier (Deckbergen) wie Sascha Meier (Schaumburg), verweisen darauf, dass das innerhalb der Wehren noch diskutiert werden muss. Es werde im neuen Haus eine Kooperation geben – ob die zwangsläufig in eine Fusion mündet oder nicht, sei noch offen.

Beispiele dafür gibt es im Nordkreis, wo sich die Wehren Meerbeck und Niederwöhren im Jahr 2011, die Wehren Nordsehl und Lauenhagen im Jahr 2015 zusammengeschlossen haben. Sie konnten jeweils ebenfalls in Neubauten einziehen.

Ulrich Kipp, als Ordnungsamtsleiter bei der Stadt für die Feuerwehren zuständig, sagt: „Wir halten uns da zurück, das müssen die Feuerwehren selbst regeln.“

Beide Feuerwehren in Schaumburg wie Deckbergen sind uneingeschränkt einsatzfähig.

Die Deckberger Wehr als Stützpunktwehr hat mehr als die gesetzlich erforderliche Sollstärke von 28 Aktiven, ebenso die Wehr aus Schaumburg mehr als die Sollstärke von 22 Aktiven. Beide verfügen über eine Jugend- und eine Kinderwehr.

Offen ist auch noch, was mit den dann leer stehenden Räumen in den Feuerwehrhäusern geschehen soll. Das ist aber nicht Sache der Feuerwehr, sondern der Stadt, beziehungsweise der Gemeinnützigen Verwaltungs- und Siedlungs-GmbH GVS, die städtische Immobilien verwaltet.

Beide Feuerwehren wollen auf ihren Jahreshauptversammlungen im März die Pläne für das neue Haus detailliert vorstellen. Die Feuerwehr Deckbergen trifft sich am 11. März im Feuerwehrhaus, die Feuerwehr Schaumburg eine Woche später am 18. März im Dorfgemeinschaftshaus.

Fotos/Repro: wm
Links: Das Feuerwehrhaus in Deckbergen steht mitten im Wohngebiet. Rechts: In Schaumburg ist die erste Etage des Feuerwehrhauses bewohnt. Rechts unten zu sehen sind die Entwürfe des Bauamtes fürs neue Feuerwehrgerätehaus.