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31.01.2017 Seit 15 Jahren in der Warteschleife

Neues Vereinsheim für SC Deckbergen-Schaumburg: "Es ist ein zäher Prozess"

Schaumburger Zeitung / 31.1.2017

Deckbergen

(wm) Für das zweite Großprojekt in Deckbergen, den Bau eines Sportheims für den SC Deckbergen-Schaumburg, gibt es noch keine konkrete Pläne. Klar ist nur: Die Stadt würde bauen, der Verein soll die Trägerschaft für das Haus übernehmen.

SC-Vorsitzender Dirk Bredemeier formuliert das so: „Die Zentralisierung der Sportstätten des SC Deckbergen-Schaumburg am Ganztags-Schulstandort Deckbergen schreitet voran. Aber es ist ein zäher Prozess.“

Und Bredemeier erinnert daran, dass bereits vor 15 Jahren die Vereinsmitglieder auf Empfehlung der Verwaltung mit großer Mehrheit beschlossen haben, das Sportgelände an der B 83 aufzugeben.

Im Sportentwicklungsplan kam die Stadt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass eine zentrale Sportstätte für den SC eine der Maßnahmen mit höchster Priorität in der Stadt sei. Dem schloss sich die damals neu gegründete AG der Rintelner Sportvereine an.

Ziel war der Neubau eines kombinierten Sportvereins- und Feuerwehrgebäudes mit gemeinsamen Sanitärräumen; nach dem Motto: Wenn die Feuerwehr an Atemschutzgeräten ausgebildet wird, drehen sich nebenan Senioren bei der Wirbelsäulengymnastik. Toiletten und Duschen befänden sich in einem gemeinsamen Mittelbau zwischen ihren Teilgebäuden.

Das Credo damals: Multifunktional sollte die Zukunft von Gemeinschaftseinrichtungen in den Ortsteilen sein – Dorfgemeinschaft, Feuerwehr und Sportler unter einem Dach. Inzwischen: Schnee von gestern.

Denn dann kam der Feuerwehrentwicklungsplan, der ein neues Modell vorstellte: Ein gemeinsames neues Feuerwehrhaus für die Wehren Deckbergen und Schaumburg, wie es jetzt realisiert wird. Damit war die Idee eines Gemeinschaftsprojektes erledigt.

Einen neuen Plan gibt es aber derzeit auch nicht. Bredemeier formuliert das so: Inzwischen stehe man mit der Verwaltung im Austausch, um eine Lösung zu finden.„Etwas Spruchreifes gibt es derzeit aber nicht.“

Bis ein neues Konzept gefunden sei, nutze der Sportverein weiterhin die Räumlichkeiten im Keller der Schule – Eine Lösung, die keine Dauerlösung ist: Denn die Schule braucht diese Räume selbst für ihr Ganztagsangebot.

Dazu kommt, dass diese Räume nicht für einen „zentralen Sportbetrieb für unseren 600 Mitglieder starken Verein mit Jugend-, Mädchen-, Männer- und Frauen-Fußballteams ausgelegt sind“, sagt Bredemeier.

Immerhin bekommt der SC jetzt einen neuen Sportplatz. Doch auch dieses Projekt lief nicht ganz reibungslos. 2011 hatte der SC den Sportplatz schon so gut wie sicher, dann wurde er zwei Jahre später, kurz vor der Kommunalwahl, wieder aus dem städtischen Haushaltsplan gekippt. Erst sollte ein städtisches Gesamtkonzept her.

Als 2016 endlich die Bauarbeiten für den neuen Platz begannen, spielte das Wetter nicht mit. „Es ist zu nass, wir bräuchten eine Woche Trockenheit, um richtig loslegen zu können“, schilderte Gerhard Fickert, Geschäftsführer der Firma Rathert Sportanlagen GmbH & Co. KG aus Höxter, der Presse.

Die Firma hatte die von einer Erdbaufirma planierte Fläche in Hanglage übernommen und festgestellt: zu uneben und zu nass. Dirk Bredemeier sagt, die Schätzung von circa sechs Monaten Bauzeit sei wohl doch „sehr, sehr optimistisch gedacht“ gewesen.

Außerdem stellte sich heraus, dass die auf Vereinkosten eingebaute Bewässerungsanlage an zwei Stellen defekt war und ausgebessert werden musste.
Nach den ersten starken Regenfällen war klar: Auf Teilen des Platzes lief das Wasser nicht schnell genug ab.

Bredemeier schildert, schließlich habe man sogar einen unabhängigen Gutachter beauftragen müssen, um das zu klären. Ergebnis des Gutachtens: Die Staunässe sollte sich durch Lockerung und Lochung der Rasenspielfläche und einer Vertikutierung beseitigen lassen. Diese Maßnahmen können aber erst durchgeführt werden, wenn der Frost aus dem Boden und der Platz trocken ist.

Und erst nach den Baumaßnahmen im Frühjahr wird man wissen, ob die Sanierung funktioniert oder nicht. Bredemeier sagt: „Ich hoffe sehr, dass wir den Platz am Ende der aktuellen Saison mängelfrei übernehmen können.“