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30.10.2015 Grundschulen droht Schließung

Rückläufige Geburtenrate wirkt sich auf Schülerzahlen aus

Schaumburger Zeitung / 30.10.2015

Rinteln

Von Peter Blaumann
In Niedersachsen werden immer weniger Kinder geboren. Die Folge: sinkende Schülerzahlen. Als Erstes betroffen ist der Grundschulbereich. Die Zahl der Grundschüler wird landesweit von 300000 (Jahr 2012) auf 250000 im Jahr 2020 sinken. Auch an den Grundschulen im Stadtgebiet von Rinteln sind starke Rückgänge zu verzeichnen und können in den nächsten Jahrzehnten durchaus zu Schließungen von Grundschulen führen.

Laut einem Datenreport der Bertelsmann Stiftung sinken die Schülerzahlen im Grundschulbereich in Niedersachsen bis 2030 um 18,8 Prozent, im Landkreis Schaumburg sind es sogar 26,5 Prozent. In Rinteln wird sich die Zahl der Grundschüler nach einer Hochrechnung der Stadtverwaltung aufgrund der Geburtenzahlen in Höhe von 975 im Jahr 2010 auf 741 im Jahr 2019 reduzieren. Das ist ein Rückgang von 24 Prozent.

Ein Faktor, der dieser Entwicklung entgegenwirken könnte, ist die Aufnahme von Flüchtlingskindern. Derzeit werden 21 Kinder von Flüchtlingen in den Grundschulen (GS) Nord und Süd beschult.

Prozentual den höchsten Rückgang wird nach Berechnungen der Stadtverwaltung die GS Möllenbeck verzeichnen. Hier sinkt die Schüleranzahl von 73 (2010) auf 45 (2019). Das entspricht 38,4 Prozent.

Da aber die Eltern in den nordrhein-westfälischen Nachbargemeinden, wie Stemmen, Varenholz oder Langenholzhausen im Kalletal, freie Schulwahl haben, schicken viele Eltern aus schulorganisatorischen und persönlichen Gründen ihre Kinder, wie in den letzten Jahren geschehen, in die GS Möllenbeck, sodass sich dort die tatsächlichen Schülerzahlen am Ende sogar doch noch nach oben entwickeln können.

Auch die GS Deckbergen ist in den nächsten Jahren von einem starken Schülerrückgang betroffen. Waren es im Jahr 2010 noch 122 Schüler, sind es im Jahr 2019 voraussichtlich nur noch 86. Das sind 29,5 Prozent weniger.

Die Grundschule Süd in Rinteln-Stadt verzeichnet einen Rückgang von 24,1 Prozent (von 286 Schüler im Jahr 2010 auf 217 im Jahr 2019), die Grundschule Nord von 21,1 Prozent (von 199 Schüler im Jahr 2010 auf 157 im Jahr 2019) und die Grundschule Exten von 11,8 Prozent (von 136 Schüler im Jahr 2010 auf 120 im Jahr 2019).

Fast gleichbleibende Schülerzahlen weisen die Grundschulen in Krankenhagen und Steinbergen auf. Die GS Krankenhagen hatte im Jahr 2010 73 Schüler und wird im Jahr 2019 noch 68 Schüler haben. Das entspricht einem Rückgang von nur 6,8 Prozent.

Auch die Grundschule Steinbergen wird so bald von der Schullandkarte nicht verschwinden. In den Jahren von 2010 (50 Schüler) bis 2019 (48 Schüler) werden es nur zwei Schüler weniger sein.

Nach dem Wechsel der 1. und 2. Klasse zu Beginn des laufenden Schuljahres aus schulorganisatorischen Gründen nach Deckbergen (wir berichteten) kann nach einer möglichen Rückführung die Schülerzahl von 32 wieder auf 53 zum Start des Schuljahres 2016/17 steigen und wird dann bis zum Jahr 2019 fast gleichbleiben. Für die Schulentwicklung der GS Steinbergen gibt es zwei Varianten.

Wenn die Steinberger Schüler aus pädagogischen Gründen in Deckbergen bleiben, wird es an der GS Steinbergen im Schuljahr 2016/17 eine 1. Klasse (13 Schüler) und eine 4. Klasse (18), im Schuljahr 2017/18 eine 1. Klasse (13) und eine 2. Klasse (13) und im Schuljahr 2018/19 eine 1. Klasse (12), eine 2. Klasse (13) sowie eine 3. Klasse (13) geben. Erst im Schuljahr 2019/20 könnten wieder alle Klassenstufen besetzt sein – die 1. und 2. Klasse allerdings nur als sogenannte Kombiklasse.

Wenn die Steinberger Schüler ab dem Schuljahr 2016/17 wieder in Steinbergen beschult werden, sind bis zum Schuljahr 2019/20 alle Klassenstufen besetzt. Dabei wird es voraussichtlich im Schuljahr 2016/17 eine Kombiklasse für die Schüler der 1. und 2. Klasse geben, in den Schuljahren 2017/18 und 2018/19 Kombiklassen für die 3. und 4. Klassen.

Im Schuljahr 2019/20 käme es dann wieder zur Bildung einer Kombiklasse für die 1. und 2. Klasse.

Symbolfoto: dpa
Die Anzahl der Schüler geht als Erstes in den Grundschulen zurück.