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30.08.2018 Neue Schule in alter Schule

Trägerverein zeigt sich zuversichtlich, Bildungseinrichtung im Februar 2019 zu eröffnen

Schaumburger Zeitung / 30.8.2018

Steinbergen

Von Maurice Mühlenmeier
Am Rande der jüngsten Sitzung des Steinberger Ortsrates ist auch über die Aussicht auf einen neuen Schulbetrieb in den Räumen der alten Grundschule diskutiert worden.

Ortsbürgermeister Heiner Bartling wies auf den Besuch zweier Frauen aus dem Initiatoren-Team hin. Nicole Reichelt, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Freier BildungsRaum macht Schule“, und Heike Decher, zweite Beirätin, bekamen von Bartling bereits das Wohlwollen des Ortsrates in Aussicht gestellt. Er merkte allerdings auch an: „Die Möglichkeiten des Rates sind begrenzt. Wir sind nur für die Vermietung der Räumlichkeiten zuständig.“ Bartling zufolge steht der Rat dem Betrieb einer Schule aber durchaus aufgeschlossen gegenüber, vor allem vor dem Hintergrund, dass „eine staatliche Schule dort nicht wieder einziehen wird“. Demzufolge bleiben nur freie Schulkonzepte. Ein solches will der Verein „Freier BildungsRaum macht Schule“ nun in Steinbergen anbieten.

In einer Pressenotiz des seit November 2017 öffentlich auftretenden Vereins heißt es, sein Zweck sei „die Gründung und der Betrieb einer reformpädagogischen Ersatzschule in freier Trägerschaft“. Bedient werden sollen dabei die Schulbereiche der Grundschule und Oberschule, also die Klassen eins bis zehn.

Für beide Schulbereiche muss der Verein jeweils zwei Lehrkräfte vorweisen, die das zweite Staatsexamen abgeschlossen haben, um die Vorgaben der Landesschulbehörde zu erfüllen. Eine weitere sogenannte Säule für den Betrieb einer solchen Schule ist ein entsprechendes Schulgebäude.

Bisher sollte dies eine leer stehende Gaststätte an der Grafensteiner Höhe werden, doch Verein und Vermieter konnten die Hürden nicht aus dem Weg räumen. Die geplante Eröffnung nach den Sommerferien 2018 war deshalb nicht möglich. Nun steht die Steinberger Grundschule im Fokus.

Im Anschluss an die Bürgerfragerunde des Ortsrates nutzten jedoch die beiden Vertreter des Vereins die Gelegenheit, auch an die Anwesenden zu appellieren. Die Finanzierung erfolgt über Spenden, Mitgliedschaften, Schulgeld und zu großen Teilen über ein Darlehen, da freie Schulen in den ersten drei Jahren nicht aus öffentlicher Hand unterstützt werden. Decher stelle sich nicht nur eine Schule vor. Es solle vielmehr noch „darüber hinausgehen“, denn Unterstützung und Rückhalt im Dorf für gemeinsame Projekte sind Teil des Konzepts, bis hin zu einem „Kulturzentrum“, wie die Initiatorin am Rande ausführt.

„Wir sind zuversichtlich“, so Decher angesichts der kommenden Wochen. „Wir planen den Schulstart im Februar 2019.“ Dafür wirbt der Verein um Unterstützung im Dorf. Verbindliche Anmeldungen liegen derweil genügend vor, diese sind essenziell für die Genehmigung der Landesschulbehörde. Ebenso wichtig ist die Vorlage eines schlüssigen Unterrichtskonzepts. Dieses stellt der Verein ab dem 1. September – neben vielen weiteren Informationen – auf seiner Website www.FreierBildungsRaum.de zur Verfügung.

Foto: MOMO
In der ehemaligen Grundschule Steinbergen soll, wenn alles glatt läuft, ab 2019 wieder unterrichtet werden.