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29.09.2012 Bahnhof: Wird der Schandfleck zum Schmuckstück?

Steinberger Vereine und Bückebergbahn vereinbaren Zusammenarbeit / Bis März Ideen sammeln, dann aufräumen

Schaumburger Zeitung / 29.9.2012

Steinbergen

(dil) „Wir wollen, dass Steinbergen gut aussieht?“, hat CDU-Ortsverbandsvorsitzender Hans-Gerd Depping den Anspruch auf den Punkt gebracht. Da darf das Bahngelände kein Schandfleck sein. Ein Schmuckstück soll es werden, vielseitig nutzbar als Park- und Festplatz vielleicht. Ideen werden nun bis zum Frühjahr gesammelt, dann geht es zunächst ans Aufräumen.

Depping gegenüber saß bei der Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus Thomas Stübke, Geschäftsführer der Bückebergbahn und Vorsitzender des Fördervereins Eisenbahn Rinteln-Stadthagen (FERSt). Er nahm den Ball gern auf, den Depping ihm zuspielte. Immerhin sei nach einem Bericht unserer Zeitung das Bahnhofsgelände schon einmal grob abgemäht worden, den lästigen Brombeerbewuchs an der Böschung könne man aber erst beseitigen, wenn die Kesselwagen weggezogen worden sind. Zunächst aber müssten noch zwei Haufen mit Unrat und Bauschutt entsorgt werden. Depping sicherte eine kurzfristige Lösung zu, er kennt jemand mit einem Lkw. Und an Helfern zum Aufladen wird es wohl nicht mangeln.

„Eigentum verpflichtet“, hatte Depping zu Stübke gesagt, aber dieser erklärte, dass Eigentümer der Strecke die Rinteln-Stadthagener Eisenbahn (RSTV) sei. Deren Anteilseigner seien die Städte Rinteln, Stadthagen und Obernkirchen sowie der Landkreis (50 Prozent). Doch die Verantwortung für die Strecke liege jetzt bei der Bückebergbahn als Pächter. Stübke erläuterte, dass das Fernziel die Wiederaufnahme des öffentlichen Bahnverkehrs sei. Derzeit bringen die Nostalgiefahrten mit Schienenbus und Dampfzug Geld in die Kasse, so Pressesprecher Burkhard Rohrsen. Aber auch das Abstellen von Kesselwagen lohne sich (ein Euro pro Tag und Waggon, 20000 bis 30000 Euro im Jahr), ergänzte Stübke. Dieses Geld sei für den Erhalt der Strecke und Fahrzeuge nötig, trotzdem müsse die Bückebergbahn wirtschaftlich arbeiten, und das sei 2011 bereits gelungen.

Depping freute sich über diese Ziele, bot Unterstützung aus Steinbergen an. Stübke regte an, am Zugang zum Bahnsteig einen Schaukasten mit Fahrgastinformationen aufzustellen. Die Bahn werde an den Seiten des Güterbahngeländes Schilder „Betreten verboten! Eltern haften für ihre Kinder“ aufstellen. Der Wunsch nach Hundekottüten wurde laut. „Wenn die Steinberger Tüten und Automat beschaffen, sorgen wir für einen geeigneten Platz zum Aufstellen“, sicherte Stübke zu.

Udo Schobeß freute sich über die Gesprächsbereitschaft der neuen Bahnbetreiber, zu Zeiten der Dorferneuerung hätten Kontaktversuche nichts gebracht. Annette Bißmeier vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Steinbergen, wies auf die nächste Aktion „Steinbergen räumt auf“ am 13. Oktober hin, das sei aber zu früh für das Bahngelände. Aber im Frühjahr gebe es die nächste Aufräumaktion, dann müssten auch die Vereine ran.

Bis dahin nun will Depping mit den örtlichen Vereinen Vorschläge sammeln, was man aus dem Bahngelände machen kann: Sogar ein Zeltfest könne man dort feiern, mindestens aber Parkplätze seien machbar. Und vielleicht auch nötig, denn Stübke mahnte: „Hier steigen so wenig Fahrgäste zu, dass wir schon überlegen, ob wir hier überhaupt noch halten sollen.“ Das wollen die Steinberger aber nicht, deshalb soll die Fahrgastinformation zukünftig verbessert werden.

Wie sagte Depping eingangs: „Früher hieß es hier noch ,Vorsicht an der Bahnsteigkante!‘ Aber hier hat sich alles verlangsamt. Am Bahnhof schien es aus unserer Sicht gar nicht mehr voran zu gehen.“ Nun kommt zumindest in Steinbergen wieder Schwung in die Sache, zu aller Nutzen.

Foto: dil
Dieser Haufen und der am anderen Ende des Bahnhofsgeländes sollen kurzfristig beseitigt werden, vereinbarten Udo Schobeß (links, v.l.), Thomas Stübke, Burkhard Rohrsen und Heinz-Gerd Depping bei der Versammlung in Steinbergen.