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29.06.2016 Anspruch: Familienfreundlichkeit

Neue Kita-Plätze in der Nordstadt und in Deckbergen / Frühbetreuung an den Grundschulen

Schaumburger Zeitung / 29.6.2016

Rinteln

Von Hans Weimann
Es war Stadtjurist Dr. Joachim Steinbeck, der bei Lebenshilfe-Geschäftsführer Herbert Meier an der Waldkaterallee vorstellig geworden ist und gefragt hat, ob sich Meier einen Regelkindergarten, also einen Kindergarten für nicht behinderte Kinder, auf dem Gelände der Lebenshilfe vorstellen könnte. Meier konnte. Und dieser neue Kindergarten soll am 1. September für 35 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren in zwei Gruppen eröffnet werden. Über den entsprechenden Kooperationsvertrag mit der Lebenshilfe entscheidet im August der Verwaltungsausschuss.

Es sind nicht die einzigen neuen Kindergartenplätze in Rinteln: In Strücken soll im Oktober ein Waldkindergarten eröffnet werden, in Deckbergen der evangelische Kindergarten der St.-Petri-Gemeinde erweitert werden.

Prognosen für Kita-Plätze lassen sich nach den Geburtenzahlen einigermaßen verlässlich erstellen, für andere Faktoren gilt das nicht. Das ist im aktuellen Fall der Zuzug von mehreren Familien mit Kindern in der Nordstadt, Flüchtlingskindern, die in der Nordstadt in den Kindergarten geben sollen, außerdem die verstärkte Nachfrage von Eltern nach Ganztagsbetreuung und Krippenplätzen. Diese Faktoren waren es, schilderte Steinbeck, die es notwendig gemacht haben, dass die Stadt neue Kindergartenplätze schafft.

Für den neuen Kindergarten auf dem Geländer Lebenshilfe werden zurzeit die Räumlichkeiten des bisherigen „Heilpädagogischen Kindergartens“ (der zieht in andere Räume um) komplett saniert und umgebaut. Der Kindergarten bekommt neue Sanitäranlagen und eine Fußbodenheizung. Das Projekt kann unter anderem deshalb so schnell realisiert werden, weil die Lebenshilfe eigene Handwerker beschäftigt. Und die Lage ist ideal, Spielplätze wie Grünanlagen sind direkt vor der Haustür.

Der Kindergarten in Deckbergen ist mit Beginn der Sommerferien bis auf einen freien Platz ausgelastet. Lediglich vier Kinder werden eingeschult, sieben Kinder, darunter fünf Kinder unter drei Jahren, stehen zu Beginn des Kindergartenjahres auf der Warteliste. Weil viele Eltern außerdem eine Ganztagsbetreuung wünschen (der Kindergarten schließt bisher um 14 Uhr – ohne Mittagessen), hat die Verwaltung vorgeschlagen, den Kindergarten auf 15 Plätze für Kinder von 1-3 Jahren und zwei Kindergartengruppen mit 50 Plätzen für Kinder von 3 bis 6 Jahren zu erweitern. Möglich wären ein Neubau, ein Umbau oder auch ein Anbau. Was wirtschaftlich ist, das prüft zurzeit das Bauamt. Entscheiden darüber wird der Rintelner Rat nach den Wahlen in seiner neuen Besetzung.

Noch fehlt der Stadt Personal für die erweiterte Betreuung von Schülern.

Der „alte“ Rat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause weitere Beschlüsse gefasst, die Familien mit Kindern helfen, die den Anspruch der Stadt als „familienfreundliche Stadt“ gerecht werden. Dazu gehören neben dem neuen Kindergarten in der Lebenshilfe, dem Waldkindergarten und der Erweiterung des Kindergartens in Deckbergen zwei weitere Entscheidungen.

Ab dem kommenden Schuljahr soll an allen Rintelner Grundschulen eine Frühbetreuung ab 7 Uhr bis zum Schulbeginn angeboten werden. Noch fehle dafür Personal, sagt Hans-Georg Dlugosch, zuständiger Amtsleiter für die Grundschule, aber das sei er optimistisch, außerdem habe man noch ein paar Wochen Zeit.

Das Ganztagsangebot der Grundschule Deckbergen soll von vier auf fünf Tagen in der Woche bis 17 Uhr erweitert werden. Die Nachmittagsbetreuung beginnt nach Schulschluss um 15.30 Uhr und endet um 17 Uhr. Dafür, so schilderte Dlugosch, gebe es bereits 27 Anmeldungen. Auch für die Nachmittagsbetreuung sucht die Stadt noch Personal. Das Bauamt wiederum arbeitet noch an einer Lösung der Raumprobleme, da die ehemalige Hausmeisterwohnung zu klein ist.

Foto: wm
Sylvia Nebeling, Leiterin des Heilpädagogischen Kindergartens und Lebenshilfe-Geschäftsführer Herbert Meier schauen sich den Fortschritt der Umbauarbeiten im neuen Rintelner Nordstadt-Kindergarten auf dem Lebenshilfe-Gelände an.