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29.03.2014 Sachlichkeit statt Ideologie!

Leserbrief von Dr. Joachim von Meien zu "Windräder, Firmen und Solaranlagen?" vom 13. März

Schaumburger Zeitung / 29.3.2014

Rinteln

Der geäußerte Gedankengang zur Errichtung von Windrädern in der Gemarkung Westendorf ist bemerkenswert. So begrüßte Ursula Helmhold, dass durch die Ausweisung von Gewerbeflächen an der B83 die Landschaft derartig beeinträchtig würde, dass dann auch der Bau von Windrädern möglich sein müsse. Dahinter steckt folgende Logik: „Wenn das Wesertal erst bis zu einem gewissen Grad verschandelt wird, dann kommt es auf eine weitere Verschandelung (durch Windräder) auch nicht mehr an.“

Abgesehen davon, dass der Vergleich von 20 Meter hohen Lagerhallen mit 150 Meter hohen Windrädern ziemlich hinkt, frage ich mich, wie man eine derartig gleichgültige Einstellung zu unserer historisch gewachsenen Kulturlandschaft haben kann. Im Übrigen – und das müsste doch gerade für Grüne ein gewichtiges Argument sein – gewinnt das Wesertal durch die Auenlandschaft bei Hohenrode auch aus Sicht des Naturschutzes immer größere Bedeutung. Die Errichtung von Windradmonstern würde beide Belange mit einem Handstreich zunichte machen und die Lebensqualität im Wesertal stark beeinträchtigen. Einziger Profiteur wäre ein auswärtiger Investor, dem das Wesertal nun wahrlich egal ist.

Es wäre schön, wenn man sich der Thematik endlich auf einer sachlichen Ebene nähern würde. Bislang waren die Reaktionen vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Katastrophe von Fukushima doch eher reflexartig: Windräder um jeden Preis! Damit keine Missverständnisse entstehen: Wir brauchen die Energiewende, um das Klima zu schützen und um den Ausstieg aus der Atomenergie zu schaffen. Vereinzelte Windräder im Wesertal bringen uns diesem Ziel jedoch kaum näher. Die heimatliche Idylle aber würden sie zerstören.
Dr. Joachim von Meien, Exten