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27.05.2017 Schließung hinter den Kulissen vereinbart?

LESERBRIEF zu den letzten Berichten über die mögliche Schulschließung in Steinbergen

Schaumburger Zeitung / 27.5.2017

Steinbergen

Wie ich aus der Schaumburger Zeitung erfahren habe, hat die Mehrheitsgruppe im Stadtrat Rinteln bei seiner letzten Sitzung beschlossen, den TOP zur Löschung des Schulstandorts Steinbergen von der Tagesordnung zu nehmen. Auf diese Weise kann in Ruhe nach Lösungen gesucht werden, wie die Grundschule Steinbergen noch erhalten werden kann.

Ich finde die Bemühungen einiger Lokalpolitiker sehr gut und sinnvoll. Förderlich wäre natürlich, wenn sich der Steinberger Pastor Strottmann bei Bischof Manzke dafür einsetzen würde, dass die Landeskirche die Trägerschaft übernimmt. Ich hoffe, dass die gemeinsame weitere Überzeugungsarbeit erfolgreich ist. Man könnte auch bei den Betreibern der Immanuel-Schule in Bückeburg fragen, ob sie in Steinbergen einen zweiten Standort einrichten wollen. Natürlich kann dies auch bei Betreibern anderer Schulformen geschehen, sodass Kinder aus dem gesamten Landkreis diese Schule besuchen können. Da sich quasi vor der Tür eine Bushaltestelle und nebenan eine Sporthalle und ein Hallenbad befinden, müsste dies bei gutem Willen machbar sein. Natürlich kann man auch die Schulbezirke leicht verändern, sodass mehr Kinder in Steinbergen unterrichtet werden. Auch bei einem jahrgangsübergreifenden Unterricht können die Kleineren von den Größeren lernen

Es gibt also noch viele Möglichkeiten, um diesen Schulstandort zu erhalten. Diese Optionen sollten alle ausgelotet werden. Alles ist besser als in einigen Jahren eine große Bauruine mitten im Ort. Dieses Gebäude wäre auch schwer anders zu nutzen. Es gibt zudem berechtigte Zweifel, ob die Schule so marode ist wie behauptet. Schließlich wurden hier, wie auch der Ratsherr Matthias Wehrung richtig feststellte, noch vor nicht allzu langer Zeit Kinder unterrichtet, ohne dass jemand sagte, dass es aus besagten Gründen nicht ginge. Auch an anderen Schulen gibt es Mängel, in die investiert werden muss.

Es drängt sich wirklich der Verdacht auf, dass Ortsbürgermeister Bartling, Rintelns Bürgermeister Priemer und die Deckberger Schulleiterin die Schließung schon im Sommer 2015 hinter verschlossenen Türen vereinbart haben. Die Eltern wurden hier regelrecht überrumpelt. Ich denke, dass gerade der Bürgermeister von Steinbergen sich mit allen Mitteln für den Erhalt der Schule einsetzen sollte. Stattdessen muss man lesen, dass er gegen den Weiterbetrieb ist, da sonst der Standort Deckbergen geschwächt würde. Herr Bartling sollte sich mal überlegen, ob er Bürgermeister von Steinbergen oder von Deckbergen ist. Auch sonst hat er den Niedergang der Infrastruktur im Ort tatenlos und achselzuckend zugeschaut. Es mag sein, dass man, wenn man über 30 Jahre lang ein solches Amt ausübt, etwas amtsmüde wird. Dann sollte man aber auch die Konsequenzen ziehen. Ein kluger Mann hat mal gesagt: „Man sollte gehen, solange die Leute sagen: Schade, dass er schon geht, anstatt: Wann geht er endlich?“ Ich hoffe jedenfalls, dass der Schulstandort dem Willen der großen Mehrheit der Eltern entsprechend doch noch durch das gemeinsame Engagement der aktiven Politiker/innen und der Bürgerinitiative noch gerettet werden kann. Viel Erfolg bei den Bemühungen!

Christian Schulte

Foto: tol
Das Politikum Grundschule Steinbergen erhitzt weiter die Gemüter