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27.02.2016 "Grotestk, rechtswidrig, verantwortungslos"

Rintelner CDU kritisiert Windkraft-Pläne

Schaumburger Zeitung / 27.2.2016

Rinteln

(red) Die durch den Landkreis verfolgte Genehmigung von Windrädern im Wesertal ist aus Sicht der Rintelner CDU „nicht nur grotesk und rechtswidrig, sondern auch in höchstem Maße unverantwortlich“. Daher unterstützt die Rintelner CDU den Antrag der WGS-Fraktion, wonach der Rat der Stadt Rinteln den Landrat des Landkreises Schaumburg auffordert, sämtliche erteilten Genehmigungen zur Errichtung von Windrädern in der Gemarkung Westendorf/Kohlenstädt aufzuheben und solche in Verwaltungsverfahren nicht weiter zu erteilen. Das teilt Joachim von Meien als Mitglied des Rintelner Stadtrates und Sprecher des CDU-Stadtverbands mit.

Letztlich sprächen „eigentlich alle Argumente gegen die Windräder im Wesertal“: Windräder stellten (gutachterlich belegt) letztlich ein unkalkulierbares Tötungsrisiko für das bei Hohenrode nistende Seeadlerpärchen dar, das nach Angaben von Meiens das einzige Seeadlerpärchen in deutschen Mittelgebirgen ist. Doch auch diverse andere im und am Naturschutzgebiet Auenlandschaft lebende Großvögel (Gänse, Fischadler, Milane, Störche) wären durch die Windkraftanlagen stark gefährdet. Letztlich würden die „durch die Auenlandschaft angezogenen Vögel also schlicht vom Himmel geholt“.

„Verrückter geht es nicht mehr“, heißt es aus der CDU. „Der Landkreis sollte endlich begreifen, dass das Wesertal durch die Auenlandschaft bei Hohenrode aus Sicht des Naturschutzes eine immer größere Bedeutung gewinnt und sich die Errichtung von Windenergieanlagen daher verbietet.“

Die Rintelner WGS argumentiere in ihrem Antrag zusätzlich und zu Recht mit der Unvereinbarkeit der Windräder mit dem Denkmalschutz und verweist auf die Gutsanlage Echtringhausen. „Viel entscheidender ist an dieser Stelle jedoch die Entwertung des identitätsstiftenden Denkmals Schaumburg, dem Namensgeber unseres ganzen Landkreises“, so von Meien. Hierzu stelle ein Gutachten der obersten niedersächsischen Denkmalschutzbehörde aus dem Jahr 2013 unmissverständlich fest: „Da sich die Burg mit den WEA beinahe auf gleicher Höhe befinden würde, wäre ihre historische Wirkung in hohem Maße erniedrigt. Die Symbole der Energiewirtschaft würden sich über eine Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft erheben und alle historischen Maßstäbe durch die gewaltige Höhe der WEA außer Kraft setzen“, zitiert von Meien das Gutachten, das mit der Feststellung schließe, „die Errichtung von WEA in der Gemarkung Kohlenstädt wäre im Ergebnis als Verstoß gegen § 8 NDSchG anzusehen und daher aus Sicht des NLD nicht zulässig.“

Eindeutiger könne man es kaum formulieren. „Der Landrat sollte dies endlich zur Kenntnis nehmen“, so von Meien.