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26.11.2016 Mehr Engagement, Herr Bartling!

LESERBRIEF zu: "Kein Krieg zwischen den Dörfern"

 Schaumburger Zeitung / 26.11.2016

Steinbergen

In diesem Artikel kritisiert der mittlerweile seit 30 Jahren im Amt des Steinberger Ortsbürgermeisters befindliche Heiner Bartling die Forderung nach Änderung der Schulbezirke und des jahrgangsübergreifenden Unterrichts. Allerdings macht er selbst keinerlei Vorschläge, wie er die Grundschule retten will und was mit dem Gebäude passieren soll. Von einem engagierten, nicht amtsmüden, Bürgermeister dürften die Wähler/innen eigentlich mehr erwarten.

Leider hat Herr Bartling auch beim Wegfall der Arztpraxis und der Apotheke kein sonderlich starkes Engagement gezeigt. Manche dieser Dinge sind zwar gesamtgesellschaftlich bedingt, aber mit Kreativität und Engagement hätte ein Bürgermeister mit Beziehungen in die Landespolitik sicher mehr erreichen können.

Ich halte einen Erhalt dieses historischen Schulstandorts jedenfalls für wichtig. Da sich in unmittelbarer Nähe eine Sporthalle und ein Hallenbad befinden, ist der nahezu ideal. Auch eine Bushaltestelle existiert quasi vor dem Schultor, sodass auch Kinder anderer Ortsteile hier gut zur Schule gehen könnten. Hier könnte eine Schule mit einer besonderen Ausrichtung entstehen, aber auch eine Zusammenlegung mit Engern und Ahe (kirchlich gehören sie schon jetzt zu Steinbergen).

Ich kann den Widerstand einiger Menschen aus diesen Dörfern nicht ganz nachvollziehen, da der Standort, wie oben erwähnt, viele Vorteile bietet.

Es wäre sehr schade, wenn es wegen dieser Überlegungen zu einem Krieg zwischen den Dörfern kommen würde. Vielleicht müssen einige hier nur etwas offener Neuem gegenüber sein und nicht gleich alles vehement ablehnen. Es wäre jedenfalls wünschenswert, wenn sachlich und in offener Atmosphäre darüber diskutiert und eine gute Lösung gefunden werden könnte. Vermutlich würde diese Änderung sowieso erst die künftige erste Klasse und nicht die jetzigen Grundschulklassen, betreffen. Vor den Sommerferien sagte die Deckberger Schulleiterin, dass sich nur sieben Steinberger Kinder für die 1. Klasse gefunden hätten. In einer Beilage zur Einschulung standen aber die Namen von zehn Kindern.

Auch Bürgermeister Thomas Priemer und die Parteien, die jetzt im Stadtrat eine Mehrheit haben, haben gesagt, dass sie diesen Schulstandort erhalten, und sich für eine Lösung einsetzen wollen. Ich hoffe, dass sie sich auch nach der Wahl an dieses Versprechen halten.

Christian Schulte, Rinteln