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25.10.2013 Berg rutscht weiter - um Millimeter

Fachbehörde: Gefahr für Steinbruchbetrieb gebannt / Schobeß (CDU): Neue Risse in der Kammlinie

Schaumburger Zeitung / 25.10.2013

Steinbergen

Von Dietrich Lange
Vom Jahrtausendblick im Erlebnispark „Steinzeichen Steinbergen“ sieht man kaum Veränderungen, aus Richtung Buchholz bräuchte man schon ein gutes Fernglas. Doch wer mit dem Hubschrauber über den Steinbruch Steinbergen fliegt und die brüchige Steilwand betrachtet, bei dem wachsen die Sorgen: Wann bricht der Berg hier vollends auseinander? Doch die regelmäßigen Messungen (Monitoring) eines unabhängigen Gutachterbüros ergeben bisher nur Veränderungen im Millimeterbereich, teilte gestern das Gewerbeaufsichtsamt Hannover-Hildesheim mit. Kein Grund zum Einschreiten also.

Udo Schobeß (CDU) aus Steinbergen, Rintelner Ratsherr und Kreistagsmitglied, hat die Bergkante regelmäßig im Blick. Er meint, immer mal wieder neu heruntergebrochene Gesteinsmengen zu sehen. Die heutige Kammlinie befinde sich schon einige Meter weiter südlich von der früheren und damit vielleicht schon auf geologischen Schichten, die nicht mehr eindeutig nach Norden abfallen. Deshalb hatte er sich ja schon vor einem Jahr gesorgt, dass Gesteinsbrocken auch mal in Richtung Steinbergen rollen könnten (wir berichteten). Ein neu gebauter Schutzzaun soll diese nun aufhalten.

Dem Gewerbeaufsichtsamt geht es nicht um Erhalt der Naturschönheit, sondern um die Gewährleistung der Sicherheit beim Abbaubetrieb und für das umgebende Gelände. Das 2012 beschlossene Sicherheitskonzept ist weitgehend umgesetzt, Unberechtigte kommen nicht mehr in die Nähe des Steinbruchs, Wanderer schon gar nicht. Es wäre auch zu gefährlich, denn in der Kammlinie klaffen beträchtliche Risse. Aber wenn von hier etwas abbricht und in den Steinbruch rollt, bleibt es entweder auf der Halde vor der Steilwand oder dem nach und nach aufzuschüttenden Sicherheitsdamm liegen. Er befindet sich etwa 130 Meter unterhalb der Abbausüdwand und soll über mehrere Jahre aufgeschüttet werden. Beim Abbauende soll er komplett sein, für den Bereich zwischen ihm und der Steilwand soll dann ein absolutes Betretungsverbot ausgesprochen werden.

Die Daten der sogenannten Expandorenuntersuchung werden zur Auswertung an die Uni Bochum sowie an das Landesamt für Geologie/Energie geschickt.

Foto: dil
Vom Aussichtsturm „Jahrtausendblick“ (Mitte) hat man einen schönen Blick über herbstlichen Wald und einen sich immer weiter nach Osten fressenden Steinbruchbetrieb.