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25.09.2012 "Kühner Henke" mit neuem Klang

Heimatbund weiht Glocke an der Schaumburg ein / Bald elektrisches Läutwerk?

Schaumburger Zeitung / 25.9.2012

Schaumburg

(who) Der Heimatbund Grafschaft Schaumburg ist heimisch geworden auf der Burg, dessen Namen er trägt. Nicht nur das klang am vergangenen Sonnabend beim Schaumburger Abend in der Burggaststätte mit.

Denn dieser Abend war ein ganz besonderer: Die neue Glocke im Laternenaufsatz des Turmes „Kühner Henke“ an der östlichen Umfassungsmauer wurde eingeweiht.

Die Vorgeschichte in Kürze: Vor mehr als zwei Jahren hatte Schaumburgs damaliger Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier den Ball angenommen, den er von Rintelns Museumsleiter Stefan Meyer zugespielt bekommen hatte – und sozusagen ins Tor gebracht. Eine Glocke, wie sie schon früher im Turm gehangen hatte, sollte möglichst wieder beschafft werden. Das Projekt ist inzwischen mit der Unterstützung des Landkreises gelaufen. Seit Kurzem hängt die neue Glocke, noch glänzend, im Turm – und sie sollte nach gebührender Würdigung zum Höhepunkt des Abends feierlich offiziell in Betrieb werden. Bei würdigenden Worten von Pastor Matthias Mau aus Deckbergen.
Zuvor aber stand ein Programm, das fast ganz auf den großen Moment abgestimmt war. Vorgeschaltet war der Rückblick auf die Heimatbund-Highlights des vergangenen Jahres durch Reinhard Kniewske. Besonders herausragend seien dabei die Eiszeit-Ausstellung und das „breite museumspädagogische Angebot“ im Museum Eulenburg gewesen, so der Heimatbund-Vorsitzende.

Dass der Rintelner Barde Volker Buck zunächst die Heimatbund-Mitglieder – aktuell rund 500 – mit auf einen Streifzug durch die neuzeitliche Musikgeschichte (von der Dreigroschen-Oper von 1928 bis zu „Schön war die Zeit aus den fünfziger Jahren) nahm, passte zum zentralen Thema Glocke. Steht doch auf dem bronzenen Mantel des Klangkörpers im „Kühnen Henke“ zu lesen: „Schaumburg, ich grüße Dich.“ Ein mehr als symbolischer Bezug, so meinte Ex-Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier. Denn die neue Glocke werde künftig sowohl die Reisenden grüßen, die von Schaumburg aus in die ferne, als auch jene, die – wenn auch nur gelegentlich – wieder nach Hause zurückkehren.
Und weil reisen auch Geduld beinhaltet, folgten die Gäste des Abends gelassen der Rezitation von Otto von Blomberg, der (welches Gedicht könnte passender sein) die 31 unterschiedlich langen Strophen von Friedrich Schillers Epos „Die Glocke“ vortrug. „Fest gemauert in der Erden...“ – welcher Schüler wurde nicht davon berührt beziehungsweise gequält? Er nicht, verriet von Blomberg spitzbübisch, bevor nach langer Reise durch Schillers moralisches Zeitgemälde sich die Gäste dem Wildbüfett der Burggaststätte hingeben durften. Danach grüßte die neue Glocke erstmals, während die Szene im und um den Turm stimmungsvoll von Fackeln erleuchtet wurde.

Zunächst noch wird die Glocke durch einen Seilzug angeschlagen, bald aber durch ein elektrisches Läutwerk, hatte zuvor Heinz-Gerhard Schöttelndreier angekündigt. Er sei zuversichtlich, das nötige Geld dafür werde durch den Landkreis sowie Sponsoren aufgebracht.

Und zum Schluss: Angedacht ist zunächst, dass die Glocke unter anderem bei Trauungen auf der Schaumburg klingen soll. Und vielleicht grüßt sie ja auch künftig die Heimatbund-Mitglieder bei ihren Treffen.

Foto: who
Der "Kühne Henke" hat wieder eine Stimme: Am Samstag wurde die neue Glocke während des Heimatabends feierlich eingeweiht.