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23.05.2015 Anbau kontra Neubau - wo bleibt die wirtschaftliche und zukunftsweisende Weitsicht zum Wohle unserer Kinder?

Schobeß kritisiert polemisch geführte Kindergarten-Diskussion im Ortsrat

Pressemeldung / Udo Schobeß

Steinbergen

Über die polemisch geführte Kindergarten-Diskussion im Steinberger Ortsrat bin ich doch einigermaßen befremdet. Es ist ungeheuerlich was hier den Eltern durch eine nicht immer sachliche Argumentation der beiden Bürgermeister vorgegaukelt wird. Das unklare Bild was dabei zwangsweise entsteht, lässt richtungsweisend nach dem „Strohhalm“ Kindergarten-Anbau greifen, nach dem Motto: „Damit man nicht irgendwann gar nichts bekommt, nehme ich lieber nur den Anbau!“

Zur Erklärung:
Der Steinberger Kindergarten und auch das Dorfgemeinschaftshaus stehen mit zwei getrennten Gebäuden auf ein und demselben städtischen Grundstück – was unsere Ortsratsvertreter eigentlich wissen müssten.
Da das Dorfgemeinschaftshaus schon stark „in die Jahre“ gekommen ist, wäre ein Abriss gar nicht so unklug und würde ganz nebenbei Platz für einen Kindergarten-Neubau schaffen, wohlgemerkt „ohne“ den Kindergartenbetrieb während der Bauzeit zu unterbrechen. Die in der Presse zitierte zweijährige Einstellung des Kindergartenbetriebes ist daher völlig aus der Luft gegriffen, denn mit einem Bauzaun lässt sich die dann entstehende Baustelle leicht abgrenzen. Das ist schlichtweg Panikmache, die den Zuspruch für einen von der Verwaltung gewollten Anbau stärken soll. Bei dieser Verwaltungs-Variante sollte allerdings nicht vergessen werden, dass der Kindergarten bis 2016 direkt auf einer Baustelle lebt. Kaum zu glauben, dass es dabei ganz reibungslos zuginge und weniger Probleme mache als beim Neubau.

Dass Kita-Leitung und kirchlicher Träger mit einem Anbau einverstanden sind, schließt allerdings nicht den derweil schlecht geredeten Neubau aus, den „beide“ selbstverständlich gerne hätten. Zumindest gab es darüber im September 2014 im Ortsrat und später im Kindergartenbeirat keinerlei Zweifel. Man höre und staune – sogar mit den Stimmen der SPD wurden die Vorzüge des Neubaus einstimmig beschlossen. Unverständlich hingegen ist dann der komplette Meinungswechsel des politischen Gegners durch zwei seiner Stadtratsmitglieder – die in Steinbergen für Neubau waren und in Rinteln die Steinberger „in die Pfanne“ gehauen haben.

Die Summe von 1,4 Millionen Euro basiert scheinbar ebenfalls nicht auf der Tatsache, dass der Neubau auf dem städtischen Grundstück des derzeitigen Kindergartens im Steinberger Ortskern errichtet werden könnte - für die CDU zumindest war nie von einem anderen ortskernfernen Grundstück die Rede. Mit einer überschlägig ermittelten – jedoch fachlich fundierten – Neubaukalkulation kommt die CDU auf Kosten von knapp unter einer Million Euro. Der heutige Kindergarten könnte später dann das abgerissene Dorfgemeinschaftshaus ersetzen.

Auch auf die geschätzten Anbaukosten von etwa 334.000 Euro will ich an dieser Stelle eingehen, denn die Folgekosten für das ältere Gebäude dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden. Langfristig vielleicht eine nicht zu unterschätzende kostspielige Angelegenheit, wie die meisten wissen.

Ein Neubau bietet hingegen optimale energetische Möglichkeiten und spart damit jährliche Unterhaltungskosten. Die bessere Bausubstanz, mit neuen Elektro- und Wasserleitungen sowie moderner Haustechnik, spart deutlich Instandhaltungskosten und schiebt Renovierungen um Jahre nach hinten. Der Kostenrahmen lässt sich beim Neubau klarer formulieren, wo hingegen ein Altbau doch eher noch mit kostenintensiven Überraschungen aufwarten könnte. Eine Neubau-Gewährleistung gibt Sicherheit, wie auch Brandschutz und Rettungskonzepte optimal gestaltet werden können, der Grundriss kann behindertengerecht und ohne viele Kompromisse auf einer Ebene geplant werden – was beim Anbau kaum möglich ist.
Letztendlich alles eine positive Unterstützung für die tägliche Optimierung des Kindergarten-Auflaufes und das Außengelände kann in voller Größer erhalten bleiben.
Die Mehrkosten die beim Neubau entstehen, dürften sich auf das nächste Jahrzehnt dann relativiert haben – da die langfristige Instandhaltung deutlich kostengünstiger als beim Altbau ausfällt.

Schon beim Steinberger Feuerwehrgerätehaus – das auch nur mit Ach und Krach als Neubau gegen SPD-Stimmen einem Anbau vorgezogen wurde – liegt heute der Vorteil deutlich auf der Hand. Die Stadt hat für viele Jahre kostenmäßig Ruhe.

Der Kampf und der Einsatz der CDU um den Feuerwehrgerätehaus-Neubau hat sich wirklich gelohnt – genauso energisch werden wir uns weiter für den Neubau des Steinberger Kindergartens einsetzen - und der könnte, genau wie der Anbau, auch 2016 fertiggestellt sein.

Der vernünftige und zukunftsbezogener Einsatz für unsere Kinder ist in jedem Fall lohnenswert.

Foto: privat
Rechts im Bild das Dorfgemeinschaftshaus mit steigenden Instandhaltungskosten.
Hinten links im Bild der Kindergarten, an dessen sichtbarer Schmalseite für mehr als 300.000 Euro angebaut werden soll!