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23.01.2018 "Dann wird`s eng"

Umbau Kita Deckbergen: Erste Gespräche beginnen / Dorfgemeinschaft hat viele offene Fragen

Schaumburger Zeitung / 23.1.2018

Schaumburg

Von Marielouise Denecke
Es wird eines der größten Vorhaben für Deckbergen und Schaumburg der nächsten Jahre: der Umbau des Kindergartens Deckbergen. Ausschüsse und Ortsrat hatten im November entschieden, dass nach der sogenannten „Variante I“ verfahren werden soll: Ein Teil des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) wird dauerhaft zur Kindertagesstätte für zwei Gruppen umgebaut. Die beiden Gruppen aus dem St.-Petri-Kindergarten sollen nach Schaumburg umziehen, sodass wiederum der Kindergarten saniert werden kann. Zusätzlich soll eine Krippengruppe entstehen.

Nun steht der nächste Schritt an: „Wir wollen uns noch in diesem Monat mit der Kirche zusammensetzen“, sagt Hans-Georg Dlugosch, Leiter des Amts für Bildung und Kultur.

Der Kindergarten Deckbergen gehört der ev.-luth. St.-Petri-Kirchengemeinde Deckbergen. Daher wollen sich nun Vertreter von Kirche und Stadt zusammensetzen und die nächsten Schritte besprechen: Welche Kita-Gruppen könnten wo untergebracht werden, welche Maßnahmen stehen als Nächstes an? „Da stehen wir ja noch ganz am Anfang“, so Dlugosch.

Auch die für die Großmaßnahme benötigten Gelder müssen erst noch – nachträglich – in den Haushalt 2018 eingestellt werden. Eingeplant werden sollen über 860 000 Euro für den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses sowie rund 166 000 Euro für den Umbau des Kindergartens. Dass es einen Nachtragshaushalt geben muss – wegen dieser und anderer ausstehender Investitionen – hatte vor allem CDU-Fraktionsvorsitzender Veit Rauch mehrfach kritisiert.

Derweil herrscht eine gewisse Unsicherheit bei denjenigen, die das Dorfgemeinschaftshaus regelmäßig nutzen: die Dorfgemeinschaft.

„Seit der Entscheidung haben wir nichts mehr gehört“, sagt der Schaumburger und Schuhmachermeister Rainer Speisekorn. Er sei schon lange bei der Dorfgemeinschaft, hat auch miterlebt, wie sich die Arbeitsgruppe jahrelang Gedanken um die Zukunft des DGH machte. Dieses Engagement liegt derzeit auf Eis: „Was sollen wir schon planen? Wir hängen derzeit in der Luft“, sagt Speisekorn.

Lange sei in Sachen DGH nichts passiert. Der Sportentwicklungsplan zum Beispiel habe eine Menge Geld gekostet – herausgekommen sei nichts. Auch der Dorfentwicklungsplan sei im Sande verlaufen. „Alles wurde über den Haufen geworfen“, sagt Speisekorn frustriert.

Die Motivation, sich für die Dorfgemeinschaft zu engagieren, sinke deshalb „gewaltig“, sagt Speisekorn. Der „harte Kern“, das seien derzeit etwa fünf Personen. Zu anderen Zeiten seien es bis zu 30 gewesen. Viele würden inzwischen abwinken – denn es bewege sich ja doch nichts.

Auch Tanja Wermke-Panknin ist mit der Jugend- und Kinderfeuerwehr ebenfalls regelmäßig im DGH. Außerdem wurde ein „tolles Oktoberfest“ mit dem Heimatverein gefeiert und es gab ein großes Grünkohlessen. „Das Dorfgemeinschaftshaus wird aktiv genutzt“, so Wermke-Panknin.

Wenn der Plan sei, den großen Versammlungsraum im Zuge der Umbauarbeiten zu halbieren – wo werden dann künftig große Feste wie das Oktoberfest gefeiert? „Die Kita wird viel Platz brauchen“, so Wermke-Panknin. „Dann wird‘s eng.“

Wie die restliche Dorfgemeinschaft hofft auch Wermke-Panknin auf ein gewisses Mitspracherecht in der Umgestaltung des Gebäudes. Es bleiben viele offene Fragen: Wenn der große Raum geteilt wird, wo wird Platz dazugewonnen? Was wird aus den Parkplätzen auf dem Gelände, wenn dort künftig Kinder spielen? Wo soll geparkt werden? Muss das Gelände eingezäunt werden, so wie an der Kita Deckbergen? Was ist mit Anlieferungen oder mit den vielen Gruppen, die sich regelmäßig im Gebäude treffen?

Die Aussage von Bürgermeister Thomas Priemer bei der entscheidenden Sitzung im November habe er so verstanden, „dass wir wohl eh nichts ändern können“, sagt Rainer Speisekorn. Bei dieser Sitzung hatte er die Sorgen der Dorfgemeinschaft geäußert. Priemer hatte sich grundsätzlich gesprächsbereit gezeigt – doch gleichzeitig klargemacht, dass es keinen großen Spielraum gebe. Denn es müssen gesetzliche Regelungen eingehalten werden.

Auf der positiven Seite verzeichnet Speisekorn: Immerhin komme nun überhaupt einmal Bewegung ins Thema Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg.

Foto: Archiv
Mit den Umbauplänen zur Kita Deckbergen wurde im November auch übers Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg entschieden. Dies wird aktiv genutzt. Die Schaumburger hoffen, dass sie das Gebäude weiterhin für ihre Bedürfnisse in Anspruch nehmen können.