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22.12.2014 Bürger ergreifen Initiative

Steinberger für Ortsumgehung

Schaumburger Zeitung / 22.12.2014

Steinbergen

(pk) Die Arbeitsgemeinschaft „Wir Steinberger“ hat ihren Worten Taten folgen lassen und am Samstag die „Bürgerinitiative Ortsumgehungen Steinbergen“, kurz: BIOS, gegründet. Das ausgewiesene Ziel der Bürgerinitiative ist „die Beseitigung der Verkehrsflüsse der beiden Bundesstraßen in Steinbergen“, sagte Jens Wienecke, Mitbegründer und nebst Manfred Hobein Teamleiter von BIOS, gestern im Telefongespräch mit unserer Zeitung.

Um dieses Ziel zu erreichen, sucht die Bürgerinitiative zuallererst die Unterstützung der Steinberger. Für diesen Zweck startet BIOS in Kürze eine Unterschriftenaktion. Dabei sollen sich die Steinberger mit ihrer Signatur gegen den Verkehr der Bundesstraßen in ihrem Ort aussprechen.

Darüber hinaus werde ein von BIOS entworfener Flyer in Umlauf gebracht, der über die Verkehrssituation in Steinbergen informiert: 30000 Kraftfahrzeuge pro Tag, davon 14 Prozent Schwerlastverkehr, hohe Feinstaubbelastung, permanenter Verkehrslärm, Dreiteilung der Ortschaft durch die beiden Bundesstraßen 83 und 238 und Gefahr von unkontrollierbaren Wassermassen durch Betonierung einer größeren Kreuzung. Umstände, gegen die sich BIOS vehement ausspricht, wie aus dem unserer Zeitung vorliegenden Flyer hervorgeht.

Ferner wird auf dem Flyer auf eine Informationsveranstaltung hingewiesen: Am Montag, 19. Januar, um 17 Uhr lädt BIOS in den Prinzenhof, um sich dort gemeinsam mit den Steinbergern über das weitere Vorgehen zu beratschlagen.

Wichtigstes Ziel auf kurze Sicht müsse sein, dass Steinbergen im Bundesverkehrswegeplan neu eingestuft werde. Dort sei der Ortsteil bislang nämlich nur unter „Weiterer Bedarf“ vermerkt. Die tatsächliche Verkehrsbelastung sei jedoch deutlich höher und müsse in der Einstufung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) entsprechend berücksichtigt werden: nämlich als „vordringlicher Bedarf“, wodurch überhaupt erst ein Planungsrecht für eine Ortsumgehung entstehe.

Diese Einschätzung ergebe sich aus den vorliegenden Zahlen. Unter „vordringlichen Bedarf“ fallen laut BIOS Ortschaften mit einer Verkehrsbelastung von circa 14000 Kraftfahrzeugen und einem Anteil von etwa 9 Prozent Schwerlastverkehr pro Tag. Steinbergen liege mit 30000 Kraftfahrzeugen und 14 Prozent Schwerlastverkehr deutlich darüber.

Im Übrigen sei derzeit lediglich für die B238 eine Ortsumgehung im Gespräch und durch eine Machbarkeitsstudie untermauert. Die B 83 habe für BIOS jedoch denselben Stellenwert.

Ortsbürgermeister Heiner Bartling, die Stadt Rinteln und die für Bundesstraßen zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln haben der Bürgerinitiative ihre Unterstützung bereits zugesichert, so Wienecke.

Foto: sow
Die Gründer von „BIOS – der Bürgerinitiative Ortsumgehungen Steinbergen“: Helga Gruhler (v.l.), Ingrid Rinne, Bernd Kiesow, Ludwig Schröder, Udo Schobeß, Jens Wienecke, Manfred Hobein und Walter Peters.