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20.07.2016 CDU-Plan stößt auf Kritik

Dieter Horn (SPD): Kinder für Erhalt von Grundschule Steinbergen nicht "zusammenkarren"

Schaumburger Zeitung / 20.7.2016

Engern/Steinbergen/Deckbergen

(pk) Auf wenig Gegenliebe stößt der jüngste Vorschlag der CDU für die Grundschule Steinbergen bei Dieter Horn. Horn ist seines Zeichens nicht nur Mitglied der SPD, sondern auch Ortsbürgermeister von Engern. Ahe und Kohlenstädt. Also eben jenen Ortschaften, die im Falle einer Umsetzung der CDU-Pläne besonders betroffen sein würden. Horn hält das Vorhaben der CDU für „unüberlegt“.

Die CDU hatte Ende letzter Woche in einer Pressenotiz vorgeschlagen, die Stadt Rinteln möge die Schulbezirke abändern, um auf diese Weise wieder mehr Schüler für die Grundschule Steinbergen zu gewinnen. Davon wären wohl vor allem Schüler aus Engern, Ahe und Kohlenstädt betroffen, die dann aus ihren Klassenverbänden in Deckbergen nach Steinbergen versetzt werden würden.

Für Dieter Horn ist diese „Argumentation, die auf Kosten des Kinderwohls“ vorgetragen werde, „wider jeden pädagogischen Sachverstand“.

Zwar könne er als Ortsbürgermeister den Einsatz für den Erhalt des Schulstandortes Steinbergen durchaus nachvollziehen. „Aber der Schulstandort Deckbergen ist für viele Eltern in Engern und Ahe attraktiver“, befindet Horn, der nach eigenem Bekunden viele betroffene Eltern aus seinen Ortsteilen, aber auch aus Steinbergen, sowie die anderen Ortsratsmitglieder hinter sich wisse.

Horn hält darüber hinaus den Ablauf des jüngsten CDU-Plans für „völlig unklar“. Von einem ständigen „Zerreißen der Klassenverbände“, das der Umsetzung des Plans wohl folgen würde, halte er jedenfalls nichts. Horn: „Kinder für den Erhalt von Klassen zusammenzukarren – das ist nicht okay“

Allein höhere Schülerzahlen könnten jedoch den Fortbestand der Grundschule Steinbergen rechtfertigen. Zuletzt zeichnete sich jedoch ab, dass es derzeit eben nicht mehr ausreichend Grundschüler in Steinbergen gibt – von der Schwierigkeit, die Kinder in derart kleinen Klassenverbänden angemessen zu betreuen, mal abgesehen.

Deshalb entschloss sich Schulleiterin Claudia Buschke im Einvernehmen mit dem Schulelternrat dazu, den Schulstandort Steinbergen für zunächst ein Schuljahr aufzugeben. Die verbliebenen Schüler aus Steinbergen werden dafür in der Grundschule Deckbergen unterrichtet, zu der die Steinberger Grundschule als Außenstelle ohnehin gehört.

Dass in dieser Sache zunächst pädagogisch und erst in zweiter Instanz politisch entschieden wird, ist darauf zurückzuführen, dass die Stadt als Träger nicht für pädagogische Inhalte, sondern für die Organisation verantwortlich ist. Die Entscheidung vor Ort liegt am Ende beim Rat der Stadt. Die Entscheidungshoheit liegt schlussendlich jedoch beim Niedersächsischen Kultusministerium. Dort muss man sich dann mit dem Rintelner Ratsbeschluss auseinandersetzen. In der letzten Ratssitzung hat Bürgermeister Thomas Priemer bereits angekündigt, das Thema nach der Kommunalwahl im neu zusammengesetzten Rat erneut aufzugreifen. Dann soll – in Abstimmung mit der Schulleitung – über die Zukunft Steinbergens befunden werden.