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19.07.2017 Riesen-Chance für "Erlebniswelt Steinzeichen"

Bike-Park Betreiber sind begeistert von der Topografie und der Infrastruktur am Steinbruch / "Die Ideen sind da"

Schaumburger Wochenblatt / 19.07.2017"

Steinbergen

(ste) Die „Erlebniswelt Steinzeichen Steinbergen“ war ein Leuchtturmprojektanlässlich der „Expo 2000“, jetzt schläft sie einen Dornröschenschlaf. Dass das bestehende Konzept mit kleinteiligen Angeboten an Kultur, Erlebnispädagogik, Kunst, Kirche, Mitmachangeboten, Freizeit, Klettern und Ausblick vom Steinzeichen in Augenhöhe mit „Kaiser Wilhelm“ und „Hermannsdenkmal“ wirtschaftlich wiederbelebt werden kann, daran glaubt heute niemand mehr.

Zu hoch der Personalansatz, zu gering die Besucherzahlen, zu veraltet das Angebot. Auf 100.000 Besucher pro Jahr war der Park ausgelegt, maximal 50.000 kamen in den besten Zeiten; Tendenz immer weiter fallend. Matthias Gräbner vom Touristikzentrum Westliches Weserbergland hat sich intensiv mit dem bisherigen Angebot beschäftigt, es in Relation zu den Anforderungen der heutigen Gesellschaft gesetzt und neue Ideen für eine Nachnutzung entwickelt: "Inspiriert durch ein Gespräch beim Bürgermeister für die Einrichtung von Mountainbikestrecken in Rinteln habe ich mit Bike-Park Anbietern Kontakt aufgenommen", so Gräbner in einem Pressegespräch.

Am Parkplatz unterhalb des Steinbruchs seien diese dann erst einmal ziemlich ernüchtert gewesen: "Doch je höher wir gegangen sind, desto euphorischer wurden sie!" Am Ende waren sich alle einig, dass ein großes Potential in dem Gelände für diese Sportart steckt. Denn die Anbindung an die A 2 ist perfekt, es gibt einen großen Einzugsbereich, viele Parkmöglichkeiten und die Topografie ist einfach ideal für die Einrichtung von Mountainbikestrecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und Anforderungen.

Darüber hinaus bietet die vorhandene Struktur der auf dem Gelände befindlichen Gebäude Möglichkeiten für gastronomische Angebote, Fahrradwerkstatt und vieles mehr: "Die Ideen sind da, jetzt muss erst einmal ein Konzept erarbeitet werden!" Zwischenzeitlich gibt es ein Übergangs-Nutzungskonzept mit Panorama-Rundwanderweg, Kletterwand und Bogenschießen. Allerdings ist das Steinzeichen immer noch Privatgelände und ohne Genehmigung darf es nicht betreten werden. Unter der Überschrift "Aktiv Arena" wird derzeit an Bausteinen zu einer Revitalisierung und einem Betreiberkonzept gearbeitet. Als stärksten Anziehungspunkt für einen neuen Park könnte sich Gräbner einen Bike-Park gut vorstellen. Ein Verein "Jahr1000Blick Bike Park" hat sich bereits aus jungen MTB-Enthusiasten gegründet. Zwei potentielle Parkbetreiber stehen schon in Pool-Position und Gräbner könnte sich auch vorstellen, dass eine Kooperation mit einem Fahrradhersteller möglich ist. Neben den Mountainbikern böte der Park auch weiterhin Möglichkeiten für Kletterer, Bogenschießen, Indoor-Bouldern und mehr. Auf drei Säulen sieht Gräbner den Park: "Mountainbiker, Events und Festivals, Klettern und Teamerlebnisse!" Das große "Great Spirit" Festival von Turgay Avcioglu soll Mitte August stattfinden. Für einen Bike-Park spricht auch, dass sich im Weserbergland und darüber hinaus eine starke Mountainbikeszene entwickelt hat: "Man muss sich nur einmal den MTB-Tag im Bückeberg oder das MTB-Rennen in Rinteln anschauen", so Gräbner. Ob es am Steinzeichen allerdings einen Lift oder einen Shuttle-Verkehr geben wird, das steht noch in den Sternen. "Doch der Anfang ist gemacht und es gibt vielversprechende Signale von allen Akteuren!"

Foto: ste/privat