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18.10.2012 Fußgängerampel soll Autos auf die Straße helfen

CDU will Einbiegen auf B238 erleichtern / Ähnliches Projekt im gesamten Landkreis nicht zu finden

Schaumburger Zeitung / 18.10.2012

Steinbergen

(jaj) Wenn es nach den Wünschen der Steinberger CDU geht, wird das Einbiegen auf die B 238 bald einfacher. Dann würde die Fußgängerampel auf der Bundesstraße nämlich automatisch auf „rot“ schalten, wenn ein Auto aus einer der Seitenstraßen kommt. Dadurch würde der Verkehr auf der Bundesstraße gestoppt und der Autofahrer aus der Seitenstraße könnte problemlos einbiegen. Eine Erleichterung, die nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden Udo Schobeß an der Beekebreite und Am Kehlbrink dringend benötigt wird. „Der starke Verkehr auf der Bundesstraße führt gerade morgens teilweise zu gefährlichen Einbiegemanövern“, hat er beobachtet.

Möglich würde eine solche bedarfsangepasste Ampelschaltung durch sogenannte Induktionsschleifen, die in den Asphalt der Seitenstraßen eingebracht werden. Sobald sie überfahren werden, übermitteln sie ein Signal an die Fußgängerampel, an die sie gekoppelt sind. Auf der Bundesstraße würden Autofahrer durch Schilder dazu aufgefordert, bei „Rot“ in einem gewissen Abstand vor der Ampel zu halten, sodass die Pkw aus der Seitenstraße freie Bahn haben. „Eine solche Lösung wäre ohne großen finanziellen Aufwand möglich“, so Schobeß auf der jüngsten Ortsratssitzung. Er selbst habe einmal probiert, morgens im Berufsverkehr als Linksabbieger aus der Beekebreite auf die B 238 einzubiegen. „Ich habe vier Minuten dort gestanden“, berichtet er.

Ortsbürgermeister Heiner Bartling (SPD) sah das Problem gerade für die Beekebreite nicht so stark gegeben, da die Autofahrer aus dieser Straße auch andersrum fahren könnten. Generell gab er zu bedenken, dass es sich um eine Bundesstraße handele, und dass der Ortsrat nur anregen, und nicht beschließen könne. Ein Argument, bei dem der Erste Stadtrat Jörg Schröder gerne einhakte. „Das ist ein Szenario, das der Straßenbauverwaltung unserer Erfahrung nach nicht gefällt“, sagte er.

Der stellvertretenden Leiterin der Behörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, Uta Weiner-Kohl, ist auf Nachfrage unserer Zeitung nicht bekannt, dass es auf einer Bundes-, Landes- oder Kreisstraße bisher eine solche Verknüpfung von Fußgängerampel und Verkehr in ihrem Zuständigkeitsgebiet gibt. Sie gibt auch zu bedenken, dass eine solche Verknüpfung problematisch sein könnte. „Die Autofahrer werden ja angehalten, weil sie glauben, ein Fußgänger möchte die Straße überqueren“, sagt sie. Wenn dann gar kein Fußgänger komme, würde das im schlimmsten Fall die Akzeptanz der Fußgängerampel und die Aufmerksamkeit für sie beeinträchtigen. „Das müsste im Gesamtkonzept näher betrachtet werden.“

Auch auf Gemeindestraßen wäre eine durch Fahrzeuge initiierte Schaltung einer Fußgängerampel in Rinteln Neuland. „Die Fußgängerampeln im Stadtgebiet werden überwiegend durch Handkontakt geschaltet“, sagt Andreas Wendt, Leiter des städtischen Tiefbauamts. Induktionsschleifen gibt es zwar im Stadtgebiet, dann aber eingebunden in große Ampelanlagen.

Foto: jaj
Kommt ein Auto aus der Beekebreite, schaltet die Fußgängerampel auf „rot“ und erleichtert so das Einbiegen. Das ist zumindest der Plan von Udo Schobeß.