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18.06.2016 Ganztagsangebot wird erweitert

Mehr Kinder in Deckbergen / Erst der neue Rat entscheidet über Schließung der Grundschule Steinbergen

Schaumburger Zeitung / 18.6.2016

Steinbergen

Von Hans Weimann
Im neuen Schuljahr werden in Steinbergen keine Kinder mehr unterrichtet. Darauf haben sich Schulleitung und Schulgremien verständigt, weil nur sieben Abc-Schützen in Steinbergen eingeschult würden. Zu wenig für eine Klasse (wir berichteten). Das Thema stand zwar nicht auf der Tagesordnung der Ratssitzung am Donnerstagabend im Ratskellersaal, wurde aber am Ende der Sitzung vom WGS-Ratsherrn Heinrich Sasse angesprochen.

Bürgermeister Thomas Priemer schilderte die aktuelle Situation, begründete, warum es aus Sicht von Schulleitung wie Schulgremien keinen Sinn mache, im neuen Schuljahr Kinder in Steinbergen einzuschulen: „Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass dort eine Klasse eingerichtet wird“. Doch er könne die Gründe von Schulleitung, Lehrern wie Eltern nachvollziehen, die sich für Deckbergen ausgesprochen hätten.

Und die Sache hat noch einen Aspekt: Der Rat hat nämlich ohne Diskussion zuvor beschlossen: Das Ganztagsangebot an der Grundschule Deckbergen wird von vier auf fünf Tage pro Woche bis 17 Uhr erweitert mit entsprechendem Betreuungspersonal von 15.30 Uhr bis 17 Uhr. Dafür, so die Verwaltung, liegen bereits 27 Anmeldungen vor. Und der Rat hat einer Frühbetreuung ab 7 Uhr an den Rintelner Grundschulen zugestimmt.

„Sache des Rates, Steinbergen endgültig aufzuheben“

Im Fall Steinbergen betonte Priemer, „Keine Schüler“ heiße aber noch nicht „keine Schule“. Die Stadt Rinteln sei nämlich Schulträger und es sei „Sache des Rates, den Schulstandort Steinbergen endgültig aufzuheben“. Was bedeuten würde, auch in Zukunft wird in Steinbergen nicht mehr eingeschult.

Was Priemer nicht sagte, wohl weil es sich von selbst versteht: Keine Kommune kann es sich leisten, ein Schulgebäude mehrere Jahre leer stehen zu lassen, in der Hoffnung, dass plötzlich viele Familien mit schulpflichtigen Kindern nach Steinbergen ziehen. Auf der anderen Seite: Zuzug wie Wegzug verändern sich ständig. In Möllenbeck beispielsweise sind mehr Kinder eingeschult worden, als zu erwarten war. Unter anderem deshalb, weil hier auch Schüler aus dem Kalletal unterrichtet werden.

Ob Steinbergen Schulstandort bleibt oder nicht, ist eine Entscheidung, die der Rintelner Rat in seiner derzeitigen Besetzung nicht mehr treffen muss. Denn die nächste Ratssitzung findet erst nach den Kommunalwahlen statt. Der neue Rat, kündigte Priemer an, werde sich dann mit „Statistiken über Geburtenzahlen“ beschäftigen müssen.

In der Einwohnerfragestunde meldeten sich zwei Eltern aus Steinbergen zu Wort, die wissen wollten, ob die Stadt als Schulträger Einfluss nehmen könne, ob in Steinbergen Kinder eingeschult werden oder nicht. Antwort von Priemer: „Nein“, das sei Sache der Schulleitung. Die entscheide, „wo Beschulung stattfindet oder ncht“.