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17.10.2012 Abriss und Neubau von Bürgerhaus gefordert

Steinbergens CDU und WGS wollen neues Dorfgemeinschaftshaus / SPD: Nicht alle Vereine sind dafür

Schaumburger Zeitung / 17.10.2012

Steinbergen

(jaj) Sozusagen am Ort des Geschehens wurde während der jüngsten Ortsratssitzung die Zukunft des Dorfgemeinschaftshauses diskutiert. Unabhängig voneinander hatten sowohl Artur Böger (WGS) als auch Udo Schobeß (CDU) angeregt, das bestehende Gebäude abzureißen und an seiner Stelle ein neues Gebäude zu bauen, das künftigen Bedürfnissen gerecht wird.

Böger begründete seinen Vorschlag mit dem Sportentwicklungsplan. Darin sei festgestellt worden, dass in Steinbergen ein 80 bis 100 Quadratmeter großer Raum für Kleingruppensportarten fehle. „Dazu zählt beispielsweise der Gesundheitssport, der immer stärker nachgefragt wird“, so Böger. Die Gutachter hatten vorgeschlagen, so einen Raum an das neue Feuerwehrgerätehaus anzubauen. „Das erachten wir jedoch als unglücklich, weil die Sportstätten dann auseinandergerissen würden“, erläuterte Böger, der viele Jahre Vorsitzender des TSV Steinbergen gewesen ist.

Die Vertreter der örtlichen Vereine hätten sich deshalb noch einmal über Alternativen beraten. Mehrheitlich habe man sich dann dafür ausgesprochen, einen Raum in der zentralen Ortsmitte schaffen zu wollen. Die Idee: An der Stelle des Dorfgemeinschaftshauses ein ebenerdiges, behindertengerechtes Bürgerhaus zu errichten. „Mit einem 80 bis 100 Quadratmeter großen Raum, einem Sitzungszimmer und dem Bürgerbüro“, führte er aus. Böger bat dafür um breite Unterstützung und erhielt sie prompt von Udo Schobeß. Dieser habe zu einem späteren Zeitpunkt der Sitzung denselben Vorschlag machen wollen wie sein Vorredner und begrüßte den Antrag daher. „Wir müssen etwas Neues bauen, denn das, was wir haben, ist nicht geeignet, um zukünftigen Bedürfnissen zu genügen“, verdeutlichte er. Im Rahmen der Dorferneuerung habe der Ort schon einmal kurz davor gestanden, den Abriss und anschließenden Neubau des Dorfgemeinschaftshauses zu fordern. Damals habe jedoch das passende Konzept gefehlt. „Jetzt haben wir es.“

Heike Hamann (SPD) gab zu bedenken, dass nicht alle Vereine die Idee eines Neubaus begrüßt hätten. Es habe auch Stimmen gegeben, die die Frage aufgeworfen hätten, ob es wirklich sinnvoll ist, ein Dorfgemeinschaftshaus in eine Sportstätte umzuwandeln.

Dass von einer Umwandlung in eine Sportstätte nicht die Rede sein könne, verdeutlichte dann auch Ortsbürgermeister Heiner Bartling (SPD). „Bei einem solchen Neubau müssten die Bedürfnisse aller Nutzer berücksichtigt werden“, sagte er. Niemand soll durch einen anderen verdrängt werden. „Wir müssten dafür Sorge tragen, dass das neue Gebäude so multifunktional wird, dass alle sich wieder finden“, forderte er seine Ortsratskollegen auf.

Der Erste Stadtrat Jörg Schröder teilte mit, dass die Stadt derzeit bemüht sei, Fördermittel für die Umsetzung des Sportentwicklungsplans zu akquirieren. Eine Errichtung eines neuen Raums im Ortskern anstatt am Feuerwehrgerätehaus erachte er generell für möglich, da auch die Gutachter einen Anbau an dieser Stelle bevorzugt, seinerzeit allerdings keine Möglichkeit dafür gesehen hätten. Er wies aber auch darauf hin, dass die Stadt bei einem Neubau natürlich nach einem Trägerverein oder einer ähnlichen Lösung fragen werde.

Der Ortsrat beschloss, die Aufstellung einer Prioritätenliste im Hinblick auf den Sportentwicklungsplan zu beantragen.

Foto: jaj
Das bisherige Dorfgemeinschaftshaus soll abgerissen und durch ein behindertengerechtes Bürgerhaus ersetzt werden, das fordern CDU und WGS.