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17.04.2014 Turm wackelt - Uhr steht still

Kirche Steinbergen: vor 125-jährigem Bestehen Sanierung für sechsstellige Summe fällig

Schaumburger Zeitung / 17.4.2014

Steinbergen

Von Dietrich Lange
Im nächsten Jahr soll das 125-jährige Bestehen der ev.-luth. Kirche St. Agnes in Steinbergen gefeiert werden – doch auf einmal steht die Zeit still – und die Kirchengemeinde vor Problemen. Die Zeiger der Turmuhr verharren seit gut drei Wochen auf 12 Uhr. Und der Turm selbst wackelt ein bisschen, wenn die Glocken mit voller Kraft zum Gottesdienst rufen. Vor dem Jubiläum wird das Gotteshaus wohl noch eine Sanierung mit Kosten im unteren sechsstelligen Bereich brauchen, ist sich Pastor Stephan Strottmann sicher.

Noch im August herrschte große Freude, als eine Thüringer Fachfirma die bei ihr erneuerten zwei Glocken wieder im Turm installierte. „Später stellte sich heraus, dass der Turm statische Probleme hat. Deshalb müssen die Glocken und ihre Aufhängung neu justiert werden, damit sie weniger heftiger schwingen und schlagen“, erklärt Strottmann. „Wir haben die Thüringer Firma schon benachrichtigt und hoffen, dass die Nachbesserung noch unter Gewährleistung fällt.“

Teurer wird es allerdings, den Turm zu sanieren. „Die Verfugung muss erneuert werden, ein Balken ist zu ersetzen, Steine müssen ausgewechselt werden. Das Ausmaß der Schäden haben wir erst Anfang dieses Jahres festgestellt“, so Strottmann. „Wir hoffen auf großzügige finanzielle Unterstützung durch unsere Landeskirche, üblicherweise müssten wir aber 50 Prozent selbst beisteuern. Im Gemeindebrief haben wir dieses Problem schon mal angedeutet.“

Ohnehin ist seit Jahren der Uhrzeitschlag des Geläuts eingeschränkt. „Vor dem Gottesdienst stört es nicht, aber nachts spürt man im Umfeld sogar das Vibrieren durch den Glockenschlag bis in die Häuser“, weiß Strottmann. Deshalb gibt es nachts keinen Glockenschlag mehr. Doch seit drei Wochen stehen nun auch die Zeiger still. „Wir haben erst versucht, das mit internen Mitteln wieder in Ordnung zu bringen“, sagt Strottmann. „Das ging aber nicht. Jetzt war ein Fachmann von der Firma da, die die Uhr betreut.“ Aus dem Pfarrsekretariat ist zu hören, dass einige Bauteile des Uhrwerks abgenutzt sind und ausgetauscht werden müssen. Die Firma wird dafür nach Ostern ein Angebot vorlegen.

An all dem nimmt nicht nur die Kirchengemeinde Anteil, auch Spaziergängern ist beim Ausführen von Hunden aufgefallen, dass in Steinbergen zumindest auf der Kirchturmuhr die Zeit stehen geblieben ist. „Einige haben es gemerkt und bei uns angefragt“, sagt Strottmann. „Auch wegen des fehlenden Uhrzeitschlags, der wird von manchen richtig vermisst.“

Foto: dil
Auf der Kirchturmuhr verharren die Zeiger auf 12 Uhr