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17.04.2014 Bau ab Mai - Spielen ab August 2015

SC Deckbergen-Schaumburg bekommt nach 15 Jahren Warten zweiten Sportplatz

Schaumburger Zeitung / 17.4.2014

Deckbergen

Von Peter Blaumann
Die erste Herrenmannschaft steht vor dem Abstieg aus der Kreisliga, die zweite wurde in der laufenden Saison vom Spielbetrieb abgemeldet, die Mitgliederzahl des SC Deckbergen-Schaumburg ist seit 2007 um zehn Prozent auf 600 geschrumpft. Im Jugendbereich gibt es nur noch eine Spielgemeinschaft mit dem SV Engern und dem TSV Steinbergen. Vor diesem Hintergrund ist der Bau eines zweiten Sportplatzes in Deckbergen in die Kritik geraten. Vergeudung von Steuergeldern wird beklagt.

„Natürlich hören wir die Kritik und können Unmutsäußerungen durchaus verstehen“, sagt SC-Vorsitzender Dirk Bredemeier. „Leider haben wir in den neunziger Jahren eine mehrjährige Lücke in unserer Jugendarbeit gehabt, die derzeit voll im Herrenbereich durchschlägt. Seit vielen Jahren stehen wir aber wieder mit einer stabilen und funktionierenden Jugendarbeit da. Nach einer sechsjährigen Durststrecke werden wir in den nächsten Jahren endlich wieder Jugendspieler in den Herrenbereich überführen“, versucht Bredemeier, Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

In der Jugendspielgemeinschaft „Blau-Rot-Weiß“ spielen derzeit 160 Mädchen und Jungen – 18 gehören dem TSV Steinbergen an, 59 dem SV Engern und 83 dem SC Deckbergen-Schaumburg. Dazu kommen jeweils acht Gastspieler vom SC Auetal und der JSG Rohden/Segelhorst/Großenwieden sowie zwei Gastspielerinnen vom TSC Fischbeck.

„Mit vier Teams sind wir im Mädchen- und Frauenfußball fest etabliert und haben damit eine Vormachtstellung im Stadtgebiet. Aushängeschild ist derzeit unsere Frauenmannschaft, die in der Landesliga spielt. Insgesamt haben wir im Jugendbereich zwölf Mannschaften von den G-Junioren bis zu den A-Junioren in allen Altersklassen gemeldet“, zählt Bredemeier auf. „Trotz der desolaten Umkleidemöglichkeiten und sanitären Anlagen des Platzes an der B83 können wir den gesamten Trainings- und Spielbetrieb nicht nur auf einem Platz abwickeln. Deshalb wird der Platz in Schaumburg noch zu Trainingszwecken genutzt. Spielorte sind die Plätze in Deckbergen (75 Prozent), Engern (20) und Steinbergen (5)“, beschreibt Bredemeier die Situation. „Das darf aber kein Dauerzustand sein.“

„Seit 1999 bemüht sich der Verein um eine Lösung für das arg renovierungsbedürftige Sportheim an der B83. Im Jahr 2002 wurde dann von der Verwaltung der Stadt Rinteln in Einvernehmen mit dem Verein beschlossen, das Sportgelände in Schaumburg langfristig aufzugeben und die Sportstätten in Deckbergen rund um A-Platz, Sporthalle und Schule zu zentralisieren und dort einen zweiten Platz zu schaffen. Daraufhin kaufte die Stadt im Jahr 2008 eine Fläche oberhalb des A-Platzes. Kostenpunkt: zwischen 70000 und 80000 Euro.

Aber es ist dann nicht zum nächsten Schritt gekommen. Im Gegenteil: Ende des Jahres 2010 ist ein schon im Haushaltsentwurf angesetzter Posten in letzter Sekunde wieder herausgestrichen worden. Erst sollte ein Sportstättenentwicklungsplan aufgestellt werden. Die Experten kamen zum Schluss, dem Neubau eines Großspielfeldes als Start des Gesamtprojektes „Zentralisierung“ in Deckbergen Vorrang zu geben. Danach sollte der Neubau eines kombinierten Sportvereins- und Feuerwehrgebäudes folgen.

In einem Vereinsforum verständigten sich die Vorstandsvertreter der Rintelner Sportvereine im Jahr 2013 auf eine Priorisierung der im Sportentwicklungsplan gemachten Vorschläge und kamen zum Schluss, dass die Zentralisierung der Deckberger und Schaumburger Sportstätten im Vergleich zu allen weiteren Sportstättenmaßnahmen im Stadtgebiet 1a-Priorität hätte. Und auch der Stadtrat hielt eine Zentralisierung am Schulstandort Deckbergen für sinnvoll, und diese Maßnahme wurde von allen Fraktionen beschlossen. „Für das Haushaltsjahr 2014 wurden dann endlich entsprechende Mittel eingestellt“, lässt Bredemeier die fast 15-jährige Entscheidungsfindung Revue passieren. Schule, Sportverein und Feuerwehr: Alles an einer Stelle zu konzentrieren, das führe ein Dorf zusammen und bereichere das gemeinschaftliche Leben, entgegnen Bredemeier und Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz der aufkeimenden Kritik.

Bredemeier hofft jetzt auf einen Baubeginn für das Spielfeld oberhalb des A-Platzes im Mai. Bis zum August könnte dann die drei- bis viermonatige Bauphase beendet sein. Nach dem Einsäen des Rasens im September erhielte der neue Platz eine Ruhephase von einem Jahr, sodass er im August 2015 zum Start der Saison 2015/16 eingeweiht werden könnte.

Dies ist Voraussetzung für die Bezuschussung durch den Landessportbund Niedersachsen (LSB). Folglich mussten dem SC die Nutzungsrechte an dem Sportgelände per Nutzungsvertrag von der Stadt übertragen werden. In diesem Nutzungsvertrag ist geregelt, dass die Stadt Rinteln dem SC zur Durchführung aller Leistungen im Zusammenhang mit der Übernahme der Nutzungsobjekte jährlich einen ausreichenden pauschalen Zuschuss zahlen wird.

Die Summe für den neuen Platz wird mit 360000 Euro veranschlagt. Der Finanzierungsplan sieht vor: Einen Zuschuss von 100000 Euro gibt es vom LSB, die Stadt Rinteln gibt 188000 Euro.

Da der LSB einen Eigenanteil der Bausumme von 20 Prozent fordert, muss der SC 72000 Euro aufbringen. Der Eigenanteil kann sich aus Eigenleistungen oder sonstige Finanzierungsmittel wie Darlehen oder Spenden zusammensetzen. Die Stadt gibt ein zinsloses Darlehen von 39000 Euro.

Die restlichen 33000 Euro müssen also aus Spenden und Eigenleistung kommen.

Foto: tol
Der neue Sportplatz in Deckbergen soll links von der Fahne hinter den Bäumen angelegt werden.