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16.02.2018 Mit GPS und Drohne

Projektteam des geplanten Mountainbike-Parks zwei Tage im Gelände unterwegs

Schaumburger Zeitung / 16.2.2018

Steinbergen

Von Hans Weimann
Zwei Tage lang sind die Planer des Mountainbike-Parks im ehemaligen Steinzeichen-Gelände bergauf und bergab gestiegen, haben mit GPS mögliche Downhill-Strecken markiert und sogar eine Drohne über das Gelände fliegen lassen.

Urteil der Experten, dem Ingenieur Nico Reuter und dem Bikeprofi Joscha Forstreuter: ein ideales Gelände. Hier könne man Strecken für Downhill-Profis anlegen, die ausgesetzte Passagen im Felsengelände lieben wie einfache Trails für Anfänger, sogar für die fünf- bis sechsjährigen Bike-Bambini. Familientauglich eben.

Der nächste Schritt zum Park sei jetzt ein Konzept für den Betrieb und die Finanzierung, betonte Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Tourismuszentrums Westliches Weserbergland. Die Planer wollen darstellen, wo und wie die Mountainbike-Strecken angelegt werden können, was das kostet, welche vorhandenen Einrichtungen des ehemaligen Parks weiter genutzt, welche zurückgebaut werden sollten. Wichtiger Bestandteil dieses Konzeptes sind auch Zahlen, die zeigen, wie man den Park langfristig wirtschaftlich führen kann. Deshalb schlagen die Planer auch vor, auf Liftanlagen als Aufstiegshilfe zu verzichten. Bei Investitionskosten von über einer Million Euro sei das nicht darstellbar. Stattdessen setzen sie auf einen Shuttle-Service mit Bussen und Fahrradanhängern. Das habe den Vorzug, schilderte Reuter, dass man Busse einsetzen kann, wenn man sie braucht. Lifte müssten immer laufen.

Das Projektteam ist davon überzeugt, dass der Mountainbike-Park in Steinbergen ein Erfolg werden kann. Dafür gebe es alle Voraussetzungen: Es ist das erste Mittelgebirge, wenn man aus Norden kommt, hat eine Autobahnanbindung, bereits Parkplätze und ein Wegenetz. Forstreuter und Reuter wollen auch einen neuen Trend mit besonderen Strecken und einer Akku-Servicestation bedienen: Mountainbiker mit E-Power. Steinbergen wäre damit der erste Mountainbike-Park mit diesem speziellen Angebot. Ein Park, der nicht nur für Besucher aus ganz Norddeutschland gedacht ist, sondern auch für die Region. Der Verein BikeparkJahr1000Blick hat inzwischen 140 Mitglieder.

Für Reuter ist Mountainbiken ein Sport, dessen Zukunft gerade erst begonnen hat, der sich aus einer Nische zu einem Trend- und Breitensport entwickelt. Etwa vergleichbar dem Ski- und Snowboardfahren. Vorteil: Downhillfahren kann man das ganze Jahr.

Gräbner hofft jetzt, dass alle Akteure von diesem Konzept zu überzeugen sind und die Finanzierung realisiert werden kann. Ziel sei selbstverständlich auch die weiteren bereits bestehenden Angebote wie Baumwipfelpfad, Jahrtausendblick, Klettern und Festivals in den künftigen „Outdoor-Aktiv-Park“ einzubinden.

Foto: wm
Das Projektteam (v.li.): Joscha Forstreuter, Nico Reuter, Patrick Schem und Lucas Gräf.