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15.11.2013 Neue Sportstätten müssen warten

In Deckbergen fehlt Planungsrecht - Krankenhagen braucht Geld aus der Dorferneuerung

Schaumburger Zeitung / 15.11.2013

Rinteln

Von Dietrich Lange
Gebühren rauf, um die Verschuldung der Stadt zu mindern – ohne große Diskussion hat der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen jetzt erste Signale gesendet. Bei Straßenreinigung und Winterdienst sollen so 29000 Euro mehr eingenommen werden. Bei den Friedhofsgebühren dürften es 130000 Euro mehr werden. Und bei den Kindertagesstättengebühren, über die nur Verwaltungsausschuss und Rat entscheiden werden, ist eine Mehreinnahme von 150000 bis 160000 Euro ins Auge gefasst. Entweder wird diese Gebühr um ein Prozent erhöht oder das beitragsfreie zweite Kindergartenjahr fällt weg, berichtete Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz über den aktuellen Stand der Beratung mit den Spitzen der Ratsfraktionen.

Auffällig harmonisch und kurz war die erste Sitzung des Ausschusses zum Haushalt 2014 am Mittwoch. In 45 Minuten wurden zunächst die Jahresrechnung 2012 abgehandelt und dem Bürgermeister Entlastung für das Vorjahr erteilt. Nach den beiden Änderungen der Gebührensatzungen widmete sich der Ausschuss der Haushaltssatzung, beschloss aber noch nichts, da die Beratung über den Haushalt am Donnerstag fortgesetzt werden sollte. Dann sollten auch die Ortsbürgermeister ihre Wünsche für die Ortsteile vortragen.

Heinz-Jürgen Requardt (CDU), der als Einziger gegen die Winterdienstgebühren stimmte, fragte nach, wie es denn mit dem Sportentwicklungsplan weitergehe. Für manche überraschend erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, dass trotz der Ausweisung im Etatentwurf 2014 wohl noch nicht viel Geld für den neuen Sportplatz in Deckbergen in die Hand genommen wird – und das Mehrzweckgebäude Bürgerhaus/Feuerwehrgerätehaus steht noch nicht einmal im Plan.

„Da gibt es bereits die ersten Briefe“, sagte Buchholz und meinte damit Widerstand von Bürgern. Also muss zur Rechtssicherheit erst ein Flächennutzungsplan her. „Das Verfahren wird wohl ein Jahr dauern.“

In Krankenhagen wird derzeit das Sportheim am Sportplatz von der Stadtwerke-Tochter GVS (Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft) saniert. Stadtwerke-Chef Jürgen Peterson gestern auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir machen zuerst die Isolierung gegen Feuchtigkeit von außen, dazu wurde das Mauerwerk freigelegt. Danach setzen wir in Abstimmung mit dem TSV den Umbau im Innern fort. Der TSV wird wegen der Winterpause im Spielbetrieb in Kürze seine Sachen aus den Räumen herausholen.“

Das um ein Vielfaches teurere Projekt Bürgerhaus/Feuerwehr auf dem Gelände neben der Volksbank in Krankenhagen hängt dagegen noch in der Luft, weil laut Buchholz erst Zuschüsse aus der Dorferneuerung beschafft werden müssen. Im Frühjahr gebe es die noch einmal nach altem Muster, danach regele die EU einiges neu. Und viele Dörfer stünden bereits auf der Warteliste. Der Förderantrag der Stadt ist noch in Vorbereitung.

Foto: tol
Am bisherigen Sportheim des TSV Krankenhagen wird derzeit die Außenisolierung gegen Feuchtigkeit verbessert.