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15.10.2016 Chaos mit Ansage

Kein seltenes Bild: Wer aus Rinteln kommend nach Bückeburg will, muss lange warten. Mit einer zweiten Abbiegespur soll sich das ändern.

Schaumburger Zeitung / 15.10.2016

Steinbergen

Von Jakob Gokl
Diese Kröte muss Rinteln wohl schlucken. Fast ein Jahr lang wird die Kreuzung zwischen B 238, B 83 und L 442 zur Dauerbaustelle.

Zahlreiche Verkehrsunfälle und regelmäßiger Rückstau durch den gesamten Ort machte den Einbau einer zweiten Linksabbiegerspur Richtung Bückeburg notwendig, darin sind sich alle Verantwortlichen einig. „Natürlich wird das kurzfristig wieder eine erhebliche Beeinträchtigung“, sagt Bürgermeister Thomas Priemer, „aber wir Rintelner sollten uns freuen, dass wir eine Baustelle haben, die diese Situation verbessert.

Am liebsten hätte Markus Brockmann, Leiter der Straßenbaubehörde in Hameln, unter Vollsperrung gearbeitet. „Aber das geht ja nicht.“ Für die beiden stark befahrenen Bundesstraßen existiere einfach keine geeignete Umleitung. Daher werde nun, „unter Verkehr“ gebaut. Doch auch wenn die Kreuzung befahrbar bleibt, um Probleme wird die Region wohl nicht herumkommen. „Der Verkehr lässt sich ja nicht wegzaubern.“

Und wenn der Verkehr bei einer teilweise gesperrten Kreuzung nicht vorwärtskomme, dann sucht er sich andere Wege, insbesondere Engern und Westendorf dürften dabei zusätzlich belastet werden. Daher will Brockmann die Bürger und Ortsräte beider Ortsteile – genauso wie die Steinberger – schon früh über die Baustelle informieren. Erste Versammlungen sollen noch in diesem Jahr stattfinden.

Im Kern soll die Baustelle die Verkehrsströme an der Kreuzung entwirren. Die zweite Linksabbiegerspur soll den Rückstau verringern, eine veränderte Ampelführung Abbieger und Geradeausfahrer trennen. „Das verringert auch das Unfallrisiko“, so Brockmann.

Ungewöhnlich sei an der Baustelle, dass man sich entschieden habe, auf Beton statt Asphalt zu setzen. „Das machen wir normalerweise nur bei Autobahnen.“ Doch die schweren, auf der Steigung anfahrenden Lkws seien eine große Belastung für den Belag. Brockmann hofft, dass der Beton sich als langlebiger herausstelle als die bisherige Asphaltlösung.

Bei Verzögerungen: Behörde hat wenig Möglichkeiten

Bis Ende des Jahres 2017 soll die Kreuzung in Steinbergen fertiggestellt sein, sagt Brockmann. „Das ist uns wichtig.“ Er habe auch extra prüfen lassen, ob es möglich sei, Vertragsstrafen wegen Verzögerungen zum Teil der Ausschreibung zu machen. „Das geht leider nicht.“ Daher habe die Straßenbaubehörde wie auch bei der Dauerbaustelle in Todenmann kaum Möglichkeiten, gegen langwierige Verzögerungen vorzugehen.

Allerdings ist Brockmann optimistisch, dass die Baustelle zeitgerecht fertiggestellt wird. „Die Probleme der Ortsdurchfahrt haben wir hier nicht.“ Die Behörde kenne alle Rohre und Leitungen unter der Kreuzung. „Es sollte keine Überraschungen geben.“ Ausschließen könne man Verzögerungen aber wie bei jeder Baustelle nicht.

Die Todenmanner könnten ein Lied davon singen …

Grafik: pr
Farblich markiert sind die veränderten Elemente der Kreuzung. Rot sind Fuß und Radwege.