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15.03.2014 Offene Rechnungen und neue Freunde

Was uns diese Woche auffiel / Stadt - Land - Leute

Schaumburger Zeitung / 15.3.2014

Rinteln

(dil/peb) Helga Gruhler hält die Senioren in Steinbergen auf Trab. Die 78-Jährige ist seit dem Jahr 1986 Chefin der „Fröhlichen Rentnerrunde“, die sich dienstags alle 14 Tage trifft, organisiert jeden ersten Mittwoch im Monat seit 15 Jahren ein „Frühstück für Jedermann“ und macht mit den Senioren Tagesausflüge und kleine Reisen. Dabei geht es zum Musical, Theater, Weihnachtsmärkten oder zum Seniorenkarneval. Wer das Tanzbein schwingen möchte, auch dafür gibt es ein Angebot. Jeden Montag treffen sich die „Tanzwütigen“ im Dorfgemeinschaftshaus. Spielnachmittage sind weitere Aktivitäten. 

Helga Gruhler lockt die „Alten“ aus dem Haus frei nach dem Motto: „Geben Sie sich einen Ruck und machen die Türe auf. Wir haben die Türen bereits geöffnet.“ Wer Interesse hat, das Angebot zu nutzen, der kann sich mit Helga Gruhler unter der Rufnummer (05751) 6031 in Verbindung setzen.

- Nun sind es wieder drei: Wer in Rinteln Notarleistungen benötigt, hat wieder mehr Auswahl. Seit letztem Dienstag ist Rechtsanwalt und Steuerberater Sven Wilkening vom Oberlandesgericht Celle per Urkunde zum Notar ernannt. „Sie können dem Ideengeber für unsere erfolgreichen Erbrechtstage gratulieren. Er bietet jetzt das gesamte Programm, um im Erbfall zu helfen“, ermunterte Sparkassenchef Hans-Heinrich Hahne die mehr als 160 Teilnehmer im Ratskellersaal. Wilkening hatte sich bei der Ausschreibung im Oktober um das durch den Tod von Dr. Egon Crombach freigewordene Notariat beworben, Fortbildungen absolviert und eine Prüfung (Notarexamen) erfolgreicher bestanden als Rintelner Mitbewerber. Damit sind jetzt in der Weserstadt Wilkening, Thomas Vollbrecht und Heinrich Sasse als Notare zugelassen. Eine vierte Stelle gäbe es erst wieder, wenn die jährliche Fallzahl deutlich zunehmen würde.

- Was dem Einen der FC Bayern München ist, ist dem Anderen der TSV Steinbergen: Ferdinand Böger schwebt zurzeit auf „Wolke sieben“. Sein Team kämpft in der 2. Kreisklasse um die Meisterschaft und den Wiederaufstieg in die 1. Kreisklasse. Der „Edelfan“ hat in dieser Saison noch kein Spiel verpasst. Bei Wind und Wetter steht er am Spielfeldrand und feuert seine Jungs kräftig an. Letzten Sonntag trat der TSV als Tabellenzweiter zum Spitzenspiel gegen den Tabellenführer MTV Rehren A.R. an. Zahlreiche TSV-Fans fieberten mit ihrem Team mit. Nur einer wurde schmerzhaft vermisst. Ausgerechnet bei diesem wichtigen Spiel fehlte Ferdinand Böger wegen einer Familienfeier. Steinbergen gewann durch Tore von Krystian Wachta (2) und Jannik Sasse mit 3:0 und löste den MTV an der Spitze ab. Trotz seiner Abwesenheit war Böger aber stets gut informiert. Gerd Sasse hielt seinen Freund stets auf dem Laufenden.

- Alte Rechnung offen? Als sich im Bauausschuss plötzlich alle Parteien einig waren, einen Gewerbepark zwischen Westendorf und Deckbergen auszuweisen, gab es spitze Untertöne. Ursula Helmhold (Grüne) unkte: „Viel Spaß mit den Schwestern (Antje und Britta) Rinne von Gut Echtringhausen. Aber noch mehr Gewerbefläche nebenan würde ja die Vorbelastung von diesem Teil des Wesertals erhöhen und das Argument Denkmalschutz für Gut Echtringhausen schwächen.“ Helmhold erinnerte damit an den einstigen Beschluss des Verwaltungsgerichts Hannover, ein Vorranggebiet für Windenergie zwischen Westendorf und Ahe zuzulassen, weil die Landschaft dort ohnehin schon durch Hochspannungsleitungen, Gewerbebetriebe, Bundesstraße und die Bahnlinie beeinträchtigt sei. Die CDU hatte damals noch auf den freien Blick zur Schaumburg gepocht.

Jetzt ist das alles egal, Gewerbebetriebe bringen schließlich Geld und Jobs. Kay Steding (CDU): „Und unter einer Hochspannungsleitung kann man schließlich eine Lagerhalle bauen, wenn es sonst für die Mitarbeiter nicht gut ist.“ Und was ist dann mit den Windrädern, für die Investoren von Planet Energy ja schon in den Startlöchern stehen? Für alternative Energiegewinnung (allerdings Photovoltaik) wurden ja auch schon zwei große Flächen im jetzigen Gewerbegebiet Deckbergen genutzt. Gewerbepark neben Energiepark?

- Neue Freunde über Parteigrenzen hinweg? Heinz-Jürgen Requardt (CDU), bekannt als Kämpfer für den TSV Krankenhagen und privatisierten Winterdienst in Volksen, dehnt seine Aktivitäten aus. Im Bauausschuss wollte er auf Anfrage wissen, was es Neues zum Projekt Radwegebau in Möllenbeck gebe: „Weil mich ja vielleicht auch ein oder zwei Stimmen aus Möllenbeck in den Rat gebracht haben.“ Der Ortsbürgermeister des Klosterdorfes, Reinhold Kölling (SPD), wollte dies abbügeln mit dem Hinweis, Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz werde erst den nötigen Grunderwerb klären und habe ihm noch nichts Neues mitgeteilt. Baudezernentin Elena Kuhls wusste aber ein bisschen Neues: „Es hat Gespräche mit den Grundstücksbesitzern gegeben, aber noch keine weiteren Fortschritte.“ „Na, das ist doch was“, frohlockte Requardt. Kölling dankte ihm nun halb ironisch, halb anerkennend für seinen Einsatz für Möllenbeck. Engerns Ortsbürgermeister Dieter Horn (SPD) staunte und blickte fragend zu Kölling: „Dieser Einsatz würde mir jetzt aber zu denken geben, Reinhold.“ Worauf dieser abschließend seufzte: „Ja, gleich heute Abend.“dil/peb

Foto: peb
Immer für die Senioren da: Helga Gruhler sorgt für Kurzweil und organisiert ein attraktives Programm für die „alten“ Steinberger.