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14.10.2016 Greenpeaces Sündenfall

KOMMENTAR Da hilft nur eins: Protest und Spendenstopp

Schaumburger Zeitung / 14.10.2016

Rinteln

Kommentar von Stefan Reineking
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wenn die Greenpeace-Energy-Tochter Planet-Energy GmbH die Monsterwindräder im Wesertal tatsächlich bauen sollte, dann haben die Umweltschützer von Greenpeace ein handrestes Imageproblem.Umkehrschluss nur heißen kann: keine Spenden mehr für Greenpeace – und: den angeblichen Umweltschützern aufs Dach steigen.

Jene sogenannten Aktivisten, denen kein Fabrikschornstein zu hoch, keine Ölplattform zu windumtost ist, um in riesigen Lettern gegen Umweltfrevel und böse kapitalistische Firmen zu wettern. Denn mit dem Bau der Windräder im Wesertal nehmen sie bewusst in Kauf, dass der Seeadler, eine der seltensten und schutzbedürftigsten Vogelarten, eines Tages fein gehäckselt am Fuße eines der Windräder liegen könnte – geopfert dem Profilstreben von Planet Energy. Und damit selbstverständlich auch dem von Greenpeace Deutschland. Die Versuche von Greenpeace, auf Distanz zu Planet Energy zu gehen, laufen ins Leere. Greenpeace hält Anteile an dem Unternehmen, ist personell damit verquickt und streicht als Namensgeber Lizenzgebühren ein.

Damit muss sich die Organisation auch die Handlungen der Firma zuschreiben lassen, so wie sie umgekehrt zum Beispiel bereit ist, durch Boykottaufrufe Tankstellenbetreiber für die Handlungen ihrer Lieferanten haftbar zu machen. Was für Windradgegner im Wesertal im Umkehrschluss nur heißen kann: keine Spenden mehr für Greenpeace – und: den angeblichen Umweltschützern aufs Dach steigen.

Und wenn der Landkreis diesem Treiben nicht entgegenwirkt, sollt er gleich konsequent sein und den Naturpark Weserbergland-Schaumburg aufzulösen. Denn it dem Erhalt unserer Landschaft für erholungssuchende Menschen haben Monsterwindräder so gar nicht mehr zu tun!