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14.09.2018 Steinberger Schule in trockenen Tüchern?

Stadt und Trägerverein führten intensives Gespräch / Mietvertrag wird ausgehandelt

Schaumburger Zeitung / 14.9.2018

Steinbergen

Von Maurice Mühlenmeier
Es kommt Bewegung in die Sache: Wie Bürgermeister Thomas Priemer am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt, verhandele man derzeit mit dem Trägerverein „BildungsRaumSchule“. Vergangene Woche hätten die Architektin des Vereins, Heike Decher, und Priemer intensive Gespräche geführt. Offensichtlich mit Erfolg: Die Stadt arbeite derzeit einen Mietvertrag aus. „Der wird in den nächsten Tagen fertig sein und dem Verein übersandt“, so Priemer. Dem Einzug der Schule sehe die Stadt positiv entgegen. Angemietet werden sollen alle Räume, die von der ehemaligen Grundschule ebenfalls verwendet wurden.

„Auch die Stadt muss ihre Hausaufgaben machen“, so Priemer. Noch immer befänden sich Teile des alten Schulinventars im Gebäude. Das müsste entsorgt werden, wenn der Verein es nicht übernehmen möchte. „Dinge, die sich auf dem Dachboden einer Schule so ansammeln“, erklärt Priemer.

Wie lange es noch dauert, ehe die Schule ihre Pforten öffnet? Dieser Ball liegt im Feld des Vereins. „Die Stadt reagiert nur“, so Priemer. Man habe bereits früh klargestellt, dass ein freier Schulträger alle Unterstützung der Stadt bekäme. Doch der Bürgermeister stellt auch heraus: „Wir vermieten nur ein Gebäude, noch keine Schule.“

Auch der Betrieb der Schule hängt vom positiven Bescheid der Landesschulbehörde ab. Welche Hürden der Trägerverein bis zur Eröffnung noch zu überwinden hat, erklärt die Beirätin des Vereins, Heike Decher: „Das Schulgebäude ist eine der wesentlichen Säulen.“ Von diesen „Säulen“ gibt es aber jedoch vier, die alle aufeinander aufbauen. In Stein gemeißelt ist also noch nichts.

„Neben dem Gebäude sind vor allem die Lehrkräfte entscheidend“, erklärt Decher. „Für jede angebotene Schulform müssen wir zwei Lehrkräfte mit bestandenem Staatsexamen vorweisen.“

Bei diesen Schulformen handelt es sich um die Grundschule sowie die Sekundarstufe I. Abgedeckt wären dann die Klassen eins bis zehn. „Derzeit haben wir eine Lehrkraft, befinden uns aber mit weiteren in Kontakt“, so Decher. Doch natürlich suche man auch darüber hinaus nach Pädagogen und Lehr- und Betreuungskräften. Zudem müsste sich eine der eingestellten Lehrkräfte noch dazu bereit erklären, die Schulleitung zu übernehmen: „In dieser Schule stellt sich die Schulleitung natürlich anders dar, als man das von herkömmlichen Schulen vielleicht kennt“, erklärt Decher weiter. Man würde im Team in diese Position hineinwachsen.

Mindestens so wichtig wie die Lehrer sind die Kinder, die sie unterrichten sollen. Zwölf pro Schulform – also insgesamt 24 – sind nötig, um die Zustimmung der Landesschulbehörde zu erhalten. Dafür sind verbindliche Anmeldungen der Eltern nötig, die damit versichern, dass ihre Kinder die Schule auch besuchen, wenn die Pforten geöffnet werden. „Derzeit haben wir etwa 18 Anmeldungen.

Als letzte Säule müssen dann die finanziellen Belange geklärt werden. „Um einen Kredit zu erhalten, müssen wir einen gewissen Anteil an Eigenkapital nachweisen“, erläutert Decher. Dazu sei der Verein auf Mitgliedschaften und Spenden angewiesen. Auch eine Crowdfunding-Kampagne werde ins Auge gefasst. Nach drei Jahren wird die Schule dann mit staatlichen Mitteln gefördert.

Angepeilt ist noch immer ein Schulbetrieb ab Februar. Mit dem nun ausgehandelten Mietvertrag rückt dieses Ziel des Trägervereins in greifbare Nähe, seitens der Stadt stehe demnach einem baldigen Schulbetrieb nichts mehr im Wege, so Priemer. Lernen also in absehbarer Zeit wieder Kinder in der ehemaligen Steinberger Grundschule?

Foto: Momo
Freuen sich auf die Schule: Jan-Luca und Ivy auf der Portaltreppe der Steinberger Schule.