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13.11.2015 Vorsicht auf der Fußgängerbrücke

Drei Jahrzehnte altes Holzbauwerk ist marode / 2016 kommt Ersatz für 60 000 Euro

Schaumburger Zeitung / 13.11.2015

Rinteln/Exten

Von Dietrich Lange
Das war eine Überraschung bei der Haushaltsberatung im Finanzausschuss: Die drei Jahrzehnte alte Holzbrücke über die Exter vom Gallenort in Richtung Anger ist abgängig. „Alle vier bis sechs Wochen überprüfen wir, ob wir sie schon sperren müssen. Aber 2016 müssen wir sie auf jeden Fall erneuern“, sagte Baudezernentin Elena Kuhls. Der Ausschuss stimmte zu.

Bei routinemäßigen Überprüfungen waren die Mängel vor allem in der Unterkonstruktion aufgefallen. „Da gehen täglich bestimmt 100 Personen rüber“, wunderte sich Joachim von Meien (CDU). »Dann sollte man aber die Exter gleich mit auskoffern, da hat sich viel Schwemmland angesammelt. Und normalerweise kommt wegen der Brücke da kein Bagger ran.“ Die Idee wird geprüft.

Zusätzliche 60 000 Euro für die Brücke, „das Thema hat uns quasi überfallen“, gab Bürgemeister Thomas Priemer zu. Er hatte aber gleich einen Deckungsvorschlag für den Haushalt 2016, um weitere Neuverschuldung zu vermeiden: „Wir können die Erneuerung der Abluftanlage im Brückentor ein Jahr verschieben, das geht so noch bis über 2016 hinaus.“ Kuhls ergänzte: „Dort geht es nicht um Brandschutz, sondern nur um Geruchsbelästigung.“

Den diesmal recht bescheidenen Wünschen der Ortsräte wurde weitgehend gefolgt, der Ortsrat Rinteln hatte nicht mal welche. Für Steinbergen hatte die Bürgerinitiative Ortsumgehungen Steinbergen (BIOS) 60 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für eine Umgehung im Zuge der Bundesstraße 83 beantragt. Für die B 238 liegt eine solche schon vor. Priemer änderte den Begriff in „Suche nach einer geeigneten Trassenvariante“ und hielt 60 000 Euro für angemessen. Außerdem will sich der Landkreis an den Kosten beteiligen. Zustimmung.

Uwe Vogt (CDU) mahnte erfolgreich die Sanierung der Friedhofskapelle Todenmann (defekte Fensterbleiverglasung, feuchte Kellerwände) an. Thorsten Kretzer (CDU, Exten) fand für die Ausbesserung der Straße Hinter der Kirche noch keine Zustimmung, hofft aber auf einen Kompromiss mit der Prioritätenliste für Straßensanierungen. Priemer erwiderte: „Wenn es uns zu teuer wird, dann bitte zwei bis drei Jahre warten.“ Auch für den Ausbau der Baustraße Fasanenweg (475 000 Euro) gibt es kein Geld, da die Anlieger 90 Prozent zuzahlen müssten. Dort erfolgt nur Straßenunterhaltung.

Achim Heger (SPD, Hohenrode-Strücken) wollte 10 000 Euro für das Vorziehen der Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Hohenrode und eine Ausweitung des Anrufsammeltaxisystems in Richtung zweistündliche Fahrangebote. Letzteres ist mit 30 000 Euro im Haushalt berücksichtigt. Für Möllenbeck erreichte Reinhold Kölling Geld für den Ausbau des Apfelkamps, um künftig noch den Parkplatz des gerade ausgebauten Feuerwehrhauses zu erreichen. Und für den Radweg an der Straße Am Kloster soll es das benötigte Geld geben, wenn auch die beantragten Zuschüsse des Landes fließen. Dann wird auch gebaut. Ahe bekommt laut Dieter Horn (SPD) eine Bank am Weserweg für 350 Euro. Andere Wünsche der Ortsräte werden aus dem laufenden Haushalt bedient.

Bei drei Gegenstimmen der CDU wurde der Haushaltsentwurf für 2016 dem Verwaltungsausschuss und Rat zur Verabschiedung empfohlen. Er hat ein Volumen von 40,871 Millionen Euro mit 4,429 Millionen Euro Kreditaufnahme und 400 000 Euro Tilgung.

Foto: dil
Wird gern benutzt, ist aber vor allem bei der Unterkonstruktion schon in schlechtem Zustand: Die Brücke über die Exter in Exten muss 2016 erneuert werden.