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13.05.2017 Keine Schein-Argumente!

Diese Entscheidung ist zu wichtig

Schaumburger Zeitung / 13.5.2017

Rinteln/Steinbergen

Kommentar Marieluise Denecke zu "Und Jetzt?"
Vielleicht gibt es keine Rettung mehr für die Grundschule Steinbergen, wie es SPD und Grüne – und vor allem der eigene Ortsbürgermeister – postulieren. Vielleicht ist es möglich, den Standort zu erhalten, wie Mehrheitsgruppe und Elterninitiative sagen.

Dass sich hier zwei Lager unvereinbar gegenüberstehen, ist klar. Ebenso, dass die Diskussion rund um eine Entscheidung lang und emotional werden würde.

Umso erstaunlicher ist es da, dass das Hauptargument dafür, die Entscheidung über die Steinberger Schule aufzuschieben, auf einem einzigen Gespräch aufbaut. Das Gespräch nämlich mit Dr. Karl-Hinrich Manzke als Kopf der evangelisch-lutherischen Kirche Schaumburg-Lippe. Darin habe es „positive Signale“ gegeben, und so lange die Landeskirche noch nicht definitiv Nein gesagt hat, könne der Schulstandort noch nicht aufgegeben werden, war von CDU und WGS immer wieder zu hören.

Aber: Dieses Argument ist anscheinend auf Sand gebaut. Ein Anruf unserer Zeitung bei der Landeskirche, und das offizielle Statement lautet: Sorry, wir haben andere Prioritäten. Da muss sich doch jedem Menschen die Frage stellen: Warum klärt man das nicht vor Schulausschuss und Ratssitzung, wenn man weiß, wie hitzig die Debatte wird?

Die CDU sagt: Gerade weil das Treffen mit Manzke „ergebnisoffen“ war, kann man jetzt in Gespräche einsteigen. Und die WGS verhehlt nicht, wie viel sie sich von der Landeskirche erhofft. Doch eine so wichtige Entscheidung auf unbestimmte Zeit zu vertagen und dann erst schauen, welche Optionen überhaupt realistisch sind – das ist im besten Falle leichtsinnig.