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12.09.2015 Sturm der Entrüstung in Form von Leserbriefen

Verlegung der ersten Klassen von Steinbergen nach Deckbergen

KOMMENTAR: Die CDU Ortsratsfraktion in Steinberen hat zu diesem Thema bereits einen Antrag mit vielen Fragen an die Bürgermeister bzw. Verwaltung gestellt, mit der Forderung, die Fragen in der am 22. September stattfindenden Ortsratssitzung zu beantworten!

Schaumburger Zeitung / 12.9.2015

Steinbergen

Die beiden ersten Klassen der Steinberger Schule (Foto) werden nach Deckbergen verlegt. Wohl kaum eine Entscheidung der vergangenen Jahre hat einen derartigen Sturm der Entrüstung ausgelöst – nicht zuletzt die zahlreichen Reaktionen unserer Leserinnen und Leser dokumentieren dies. In der Leserbriefdebatte scheinen alle Argumente ausgetauscht zu sein, daher wollen wir sie mit dieser Ausgabe beenden. Die Redaktion bleibt natürlich am Ball – und wird weiter aktuell über die zukünftige Entwicklung berichten.
Nachfolgend die 11 LESERBRIEFE

Kinder auseinander gerissen
Zu: Grundschule Steinbergen/Deckbergen
 

Die meisten haben sicher schon so wie wir durch die Zeitung erfahren, dass die Kinder der 1. und 2. Klasse nach Deckbergen wechseln mussten. Kurzfristige Informationen, keine Stellungnahme. Dass man in der Schule anruft, um Informationen zu erhalten, ist doch verständlich. Wenn die Schule nicht auf die Eltern zugeht, muss man sich selber kümmern.

Auch wenn mich die Umlegung nicht direkt betrifft, mein Kind geht in die 3. Klasse der Steinberger Schule, hält man natürlich zusammen und hat auch seine Sorgen. Was passiert zum Beispiel, wenn einer der beiden verbliebenen Lehrer krank wird? Wird dann noch unterrichtet oder gibt es nur eine Betreuung? Dies ist auch eine Zumutung für die zwei verbliebenen Lehrer. Den Stress hält doch niemand lange durch!

Und, dass angeblich die zwei Klassen wieder nach Steinbergen wechseln, wenn die erkrankten Lehrer wieder da sind, glaubt doch auch niemand.

Und wenn, wie von allen Seiten behauptet, die Steinberger Schule nicht geschlossen werden soll, werden dann im nächsten Jahr die Einschüler aus Steinbergen wieder in Steinbergen eingeschult?

Was ist das denn? Da werden ja die Kinder in Steinbergen total auseinander gerissen. Und wie läuft das bei Schulveranstaltungen der Steinberger Schule? Werden dann die Steinberger Kinder, die jetzt in Deckbergen sind, ausgeschlossen? Fragen über Fragen und keiner sieht sich in der Verantwortung, diese zu beantworten!

Nadine Otzko, Steinbergen



Eltern völlig überfahren
Zu: Grundschule Steinbergen/Deckbergen

Ich möchte hier an dieser Stelle noch mal Stellung zu der nicht nachvollziehbaren Endscheidung der Schulleitung aus Deckbergen nehmen. Wir als Eltern der 1. und 2. Klasse wurden erst am 29. August durch ein Schreiben der Schulleitung zu einem Elternabend in die Grundschule eingeladen. Aus diesen Schreiben ging nur hervor, dass sich Personalveränderungen ergeben haben. Mit Erstaunen wurden wir dann am Montag den 31. August darüber informiert, dass unsere Kinder ab dem neuen Schuljahr in Deckbergen beschult werden.

Völlig überfahren von dieser Nachricht und ohne Zeit zur Reaktion, und mit der Aussage der Schulleitung, dieses ist nur eine vorübergehende Maßnahme, traten wir unseren Heimweg an und konnten unseren Kindern nur diese traurige Nachricht überbringen.

Unser Sohn ließ sich schwer beruhigen und weinte bitterlich. Getrennt von allen Schulfreunden, raus aus der gewohnten Umgebung, nach einem Jahr der Zufriedenheit in der Grundschule Steinbergen. Sie können sich vorstellen, dass dieses für ein siebenjähriges Kind nicht leicht ist.

Uns wurde von der Schulleitung immer gesagt aus „pädagogischen Gründen“. Klar können wir das als Elternteil nicht einschätzen, aber die Art und Weise wie diese Aktion durchgeboxt wurde, lässt mich an der Rechtmäßigkeit zweifeln. Des Weiteren sollen die Eltern durch vermehrtes Anrufen den Schulbetrieb gestört haben. Gleichzeitig Pressemitteilung der Schule: Bei Rückfragen kann angerufen werden?!

In Steinbergen fehlt jedenfalls keine Lehrkraft. Was passiert, wenn die fehlenden Lehrkräfte wieder ihren Dienst aufnehmen. Überversorgung? Was passiert, wenn die jetzige 4. Klasse zum Schuljahresende auf weiterführende Schulen geht? Eine Schulklasse noch in Steinbergen. Schließung?

Bis zum heutigen Tage keine Antworten. In einen weiteren Brief wurde uns dann am 5. September die Situation schriftlich mitgeteilt. Hier der nächste Formfehler: Angeblich soll eine Elternversammlung am 31. Juli stattgefunden haben. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Wir können und wollen diese Situation nicht einfach so hinnehmen und leben glücklicherweise in einem Rechtsstaat und Leittragende sind leider unsere Kinder.

Margarita und Lars Hildebrandt, Rinteln



Steinbergen in Gefahr
Zu: Grundschule Steinbergen/Deckbergen

Wir sind vor vier Jahren nach Steinbergen gezogen, da man uns diesen Ort sehr empfohlen hat. Wir wollten auch unsere Kinder vor dem großstädtischen Chaos schützen. Mit allem recht zufrieden absolvierte meine nun 14-jährige Tochter die Grundschule in Steinbergen, mein Sohn den Kindergarten hier. Er ist nun in der dritten Klasse in Steinbergen. Im Laufe der letzten Jahre hat dieser schöne Ort schon sehr viel seiner Infrastruktur verloren. Nun droht aber offenbar der Untergang.

Durch eine wohl verzweifelte Fehlorganisation seitens der neuen Direktorin in Deckbergen wurden nun die Klassen eins und zwei Steinbergen nach Deckbergen verlegt. Ich denke, der allgemeine Sachverhalt dürfte aus vielen Schreiben bekannt sein. Nicht nur die Tatsache, sondern vor allem die Art und Weise dieses Vorgehens ist einfach respektlos. Es gab keine Absprache mit Eltern und auch nur sehr kurzfristige Info an diese.

Auch viele Widersprüche und fehlende offizielle Stellungnahmen seitens der Verantwortlichen lassen darauf schließen, dass hier wieder mal mehr an das eigene Wohl und Bequemlichkeit gedacht wurde. Argumente wie der Ausfall von Lehrkräften zählen hier nicht. Abgesehen von unnötigem Aufwand und Belastung für Eltern und Kinder sollte man auch an die weiteren Folgen denken.

In einem persönlichen Gespräch mit der Rektorin äußerte sie, dass sie das alles nicht gewollt hat, ihr nichts anderes übrig blieb und sie auch nicht gedacht hätte, dass das diese Folgen hat. Auch wisse sie nicht, wie es weitergehen würde.

Ein Reduzieren der Klassen in der Grundschule Steinbergen hat natürlich zur Folge, dass in kürzester Zeit die Schule aus verschiedenen Gründen geschlossen wird. Der Schule sind auch eine Sporthalle und ein Lehrschwimmbad angeschlossen. Diese Objekte werden auch von Sportvereinen, Bürgern, Seniorengruppen und auch dem Kindergarten genutzt. Was ist mit diesen Bürgern und Kindern? Sollen sie alle unter der Fehleinschätzung der Situation durch eine Person leiden?

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es hier sein mag, wenn wir das alles auch noch verlieren. Noch hat man die Möglichkeit, die Zukunft Steinbergens wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Wir werden weiter dafür kämpfen. Und bitten um Mithilfe.

Michael Boettcher, Steinbergen



Auch Deckberger betroffen
Zu: Grundschule Steinbergen/Deckbergen

Zunächst einmal möchten wir uns auf keine Seite stellen, sondern ein paar Fakten nennen. Die Eltern aus Deckbergen wussten bis zum ersten Schultag nichts von einer Zusammenlegung der Schulklassen. Es wurde lediglich eine Woche vor Schulbeginn bekannt gegeben, dass im zweiten Jahrgang die große (Deckberger) Klasse auf zwei kleine Klassen geteilt werden könne. Am ersten Schultag erfuhren wir erst, dass Kinder aus der Deckberger Klasse in die Steinberger Klasse wechseln. Dies bedeutet, dass diese Kinder von ihrem Klassenumfeld getrennt wurden. Fakt ist, dass zwei Kinder aus einem Ort nicht mehr in dieselbe Klasse gehen. Es wurde uns schriftlich mitgeteilt, dass die Fahrzeit für den Bereich Engern mit dem Bus nun zehn Minuten länger dauern kann. Für berufstätige Eltern, welche nachmittags arbeiten müssen, kann dies sicher zu Problemen führen.

Es stellt sich die Frage, was passiert, wenn wieder genug Lehrkräfte da sind. Werden die Deckberger Kinder wieder die Klasse wechseln müssen? Bei allem Verständnis für den Unmut der Steinberger: Kinder aus Deckbergen und Umgebung sind auch betroffen. Wir sollten lieber unsere Kinder unterstützen, anstatt die Kraft für Streitereien zu vergeuden.

T. und M. Baum, Rinteln



Schulschließung auf kurzem Dienstweg
Zu: Grundschule Steinbergen/Deckbergen

Sehr spontan und fast klammheimlich werden drei Tage vor Schulstart die erste und zweite Klasse der Grundschule Steinbergen aufgrund von Lehrermangel auf unbestimmte Zeit nach Deckbergen verlegt. Verlässt dann nächstes Jahr die vierte Klasse auch noch die Grundschule Steinbergen, bleibt nur noch die jetzige dritte Klasse übrig.

Was das für die Zukunft der Steinberger Schule bedeutet, kann man sich ausmalen. Eigentlich ist jedem aufgrund des demografischen Wandels klar, dass unsere schöne kleine Schule irgendwann geschlossen werden muss.

Aber die Art und Weise, wie diese Entscheidung von der neuen Schulleitung, unter dem Deckmantel der Scheinheiligkeit, gefällt wurde, ist einfach beschämend.

Wir Bürger wollen das Gefühl haben, informiert und nicht übergangen zu werden.

Jennifer Ibrom, Steinbergen



Ignoranz und Diktatur
Zu: Grundschule Steinbergen/Deckbergen

Unglaublich, was hier gerade passiert. Drei Tage vor Schulbeginn erfahren die Eltern, dass die Kinder der ersten und zweiten Klasse zukünftig in Deckbergen beschult werden sollen. Der Entschluss steht fest. Die Eltern wurden völlig übergangen. Plötzlich gibt es eine neue stellvertretende Rektorin, die weder Kinder noch Eltern kennt. Ihr wird die Entscheidung nicht schwer gefallen sein, denn sie hat keine emotionale Bindung zu den Kindern.

Unter dem Deckmantel des Lehrermangels wird eine Schule zerstört, welche perfekt ist. Turnhalle und Schwimmbad sind direkt nebenan. Die Kinder haben kurze Schulwege. Ehrenamtliche unternehmen Ausflüge mit den Kindern oder helfen beim Lesen lernen. Der Kindergarten liegt gegenüber und die Schulanfänger besuchen schon vor Beginn der Schulzeit die Schule. Soll das alles einfach vorbei sein? Ich bin einfach fassungslos über so viel Ignoranz und Diktatur.

Astrid Lane, Rinteln



Der Anfang vom Ende
Zu: Grundschule Steinbergen/Deckbergen

Enttäuscht und bedauernd blicke ich auf die Zukunft unserer Grundschule in Steinbergen! Mangelnde Kommunikation seitens der Schulleitung führt uns Eltern dazu, Aufmerksamkeit durch die Medien zu erwecken. Und selbst dann ist eine zufriedenstellende Aufklärung bzw. Äußerung nicht zu spüren.

Die Verlegung der 1. und 2. Klasse nach Deckbergen hat zwischen uns Eltern und Bewohnern aus Steinbergen Ängste und alte Wunden aufgerissen! Seitdem die Grundschule Steinbergen nur die Außenstelle von Deckbergen ist, gab es schon mehrmals die Frage, wie lange die Schule wohl noch erhalten werden kann. Nun wurde uns versichert, dass die Grundschule bis zum Jahr 2024 erhalten bleibt!

Diese plötzliche (drei Tagen vor Schulbeginn) und für alle Eltern sowie auch Bewohner unverständliche Entscheidung reißt uns den Boden unter den Füßen weg. Es geht hier um viel mehr als „nur“ eine Schule! Die ganze Infrastruktur des Ortsteils ist dadurch bedroht.

Für viele Familien, die neu nach Steinbergen ziehen möchten oder schon hier wohnen, ist die pädagogische Betreuung (Kindertagesstätte, Schule, Sport, Freizeit) entscheidend und sehr wichtig für ein harmonisches Leben mit und zwischen den Kindern. Gerade die Kleinigkeiten, wie zu Fuß zur Schule oder zum Sport zu gehen, sich dann nachmittags mit den Schulfreunden, die in der Nähe wohnen, zu treffen (und somit die Mütter von eventuellen Fahrten zu entlasten) sind sehr wichtig und zu berücksichtigen!

Mehrmals im Laufe der 20 Jahre, die ich hier in Steinbergen wohne, wurde ich gefragt, was ich so schön an einem „Landdorf“ finde! Ich habe immer sehr überzeugend geantwortet, dass wir hier alles haben, um ein entspanntes Leben gerade mit Kindern zu verbringen!

Wer so eine Entscheidung trifft (die Klasse auf unbefristete Zeit woanders hin zu verlegen, und somit die Kinder ohne Ankündigung aus ihrem vertrauten Umfeld reißt), sollte das sehr gut durchdenken, eventuelle Pro- und Contra-Argumente abwägen und dann nicht nur aus Sicht der organisatorischen und pädagogischen Gründe entscheiden, sondern auch die emotionale Bindung berücksichtigen und das möglichst durch eine vernünftige, direkte und aufgeschlossene Aussprache mit den Betroffenen – nämlich den Eltern.

Marica Zanetti-Ruhe, Steinbergen



Wieso, weshalb, warum?
Zu: Grundschule Steinbergen

Ich habe direkt und aus den Medien die Berichterstattung zur Schulsituation verfolgt. Auch die der Kommentare! Dazu als Erstes: Nein, ich bin nicht zu blöd mein Kind in einen Bus zu setzten! Und das ist nicht das Thema.

Aber ich habe Fragen und möchte natürlich Antworten, möglichst ehrliche. Und das scheint nicht erwünscht oder möglich zu sein. Die Rektorin möchte sich vor versammelter Elternschaft nicht äußern – aus emotionalen Gründen. Dazu sieht sie keine Notwendigkeit, die Entscheidung steht ja eh. Das Angebot, die Schulleitung zu kontaktieren steht, verzögert dann wiederum die Organisation des Schulalltags – und ist wenig glaubwürdig nach dieser Ansage ein paar Tage zuvor.

Andere Anlaufstellen sind entweder nicht informiert oder nicht zuständig. Hat was von einem Hamsterrad. Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm…

Und ich frage weiter!

Wenn jemand eine Entscheidung trifft, sollte er sie begründen können und überhaupt erst einmal in der Position sein, diese zu veranlassen. Wenn dies allerdings nicht zutrifft, bin ich als Betroffene dieser Entscheidung nicht bereit, einfach hinzunehmen, was jemand anderes für mich bestimmen will. Und mit einer Schafsturheit zu sagen: „Wird schon stimmen, ich folge blind.“ Das ist nicht meine Art. Mir wurde beigebracht, eigenständig zu denken und auch zu hinterfragen. Ich werfe niemandem vor, sich sein Leben einfach zu machen und andere für sich denken und handeln zu lassen. Ebenso lasse ich mir nicht vorwerfen, eine Antwort zu fordern.

Leben und leben lassen, oder in diesem Fall vielleicht treffender: „Der Steinberger Schule beim Sterben zusehen“.

Sina Wiemann, Steinbergen



Warum fahren nicht die Lehrkräfte?
Zu: Grundschule Steinbergen

Mit Erstaunen konnten viele feststellen, wie schnell Veränderungen in einem Dorf stattfinden können. Freitag die Eltern eingeladen zum Sprechtag für den darauf folgenden Montagabend. Dort wird einem mitgeteilt, dass alle Kinder der 1. und 2. Klasse am Donnerstag ihren Schulbeginn in Deckbergen erleben werden. Alles wurde von den Eltern in den Ferien mit viel Liebe geplant und alles ist am Montagabend hinfällig.

Und warum? Weil eine Schulleitung nach meinem persönlichen Eindruck es nicht schafft, zeitnah die Infos weiterzugeben oder Entscheidungen zu treffen.

Ich hätte mir auch gewünscht, dass die Schulleitung mitgeteilt hätte, wann sie denn Kenntnis erhalten habe, dass Lehrer ausfallen in Deckbergen. Dann würden auch alle Beteiligten vielleicht verstehen, warum so schnell und ohne Anhörung der Eltern der Steinberger Kinder entschieden worden ist .

Achja, Deckbergen: Warum müssen denn die Steinberger Kinder mit dem Bus nach Deckbergen gefahren werden, wenn doch das Problem in Deckbergen besteht? Vielleicht weil Steinbergen eine „Außenstelle“ von Deckbergen ist? Grundschule 2. Klasse? Ich hoffe ja mal nicht.

Und warum müssen denn überhaupt die Kinder gefahren werden? Warum fahren die Lehrkräfte denn nicht? Ich denke, das kann man erwachsenen Lehrkräften temporär zumuten und muss das nicht den Kindern aufbürden. Nach dem Motto: „Ganz einfach, die Kinder müssen fahren und mehr Aufwand betreiben und somit ist das Problem gelöst.“ Ist der Busbetrieb inklusiv aller Kosten denn wirklich so viel billiger, als einen arbeitslosen Lehrer für paar Monate zu beschäftigen?

Hier geht es um viel mehr. Einer gut besuchten Grundschule mit einer Sporthalle in gutem Zustand, einer Kita, in die man jetzt aktuell viel Geld in einen Umbau steckt, und einem Lehrschwimmbad daneben wird somit der Boden entzogen. Eine Traumkonstellation, um die uns einige beneiden, wird somit zerstört. Und das sollte und darf man so nicht hinnehmen!

Sascha Gomolzig, Rinteln



Eltern nicht eingebunden
Zu: Grundschule Steinbergen

Ich bin ein besorgter Vater eines siebenjährigen Jungen, der mit Freude die zweite Klasse der Grundschule Steinbergen besucht. Damit mein Sohn in den Genuss kommt, die Steinberger Schule besuchen zu dürfen, habe ich extra einen Sonderantrag stellen müssen. Das war aber kein Problem, da ich von der hohen pädagogischen Qualität dieser Einrichtung überzeugt war.

Mit Entsetzen stellte ich an einem kurzfristig einberufenen Elternabend fest, dass mein Sohn nach Deckbergen „versetzt“ wird. Laut der neuen kommissarischen Schulleitung geschah diese Entscheidung aus „rein pädagogischen Gründen“.

Was aber für mich als Elternteil absolut nicht verständlich ist, warum wir in solch wichtige Entscheidungen nicht eingebunden worden sind. Sicherlich gibt es auch andere Möglichkeiten oder Lösungen, als zwei komplette Klassen zu verlegen. Grundsätzlich besteht der am Elternabend angesprochene Lehrkräftemangel nicht an der Schule in Steinbergen, sondern in Deckbergen. Warum also hat die Steinberger Schule bzw. deren Kinder darunter zu leiden? Aufgrund des krankheitsbedingten Lehrkräftemangels gibt es die Möglichkeit, aus einem entsprechenden Pool diesen Mangel auszugleichen, welches jedoch laut Aussagen der neuen Schulleitung hier nicht in Frage kommt.

Deshalb werden unsere Kinder nun mit dem Bus nach Deckbergen befördert. Muss sowas sein? Ist denn keiner an „oberster Stelle“ dazu in der Lage, ein vernünftiges Gesamtkonzept zu entwickeln, um an beiden Standorten unsere Kinder vernünftig und dem Alter entsprechend zu beschulen? Wahrscheinlich nicht! Lieber wird dafür gesorgt, dass unsere schöne Steinberger Schule zeitnah geschlossen wird. Dies geschieht auf eine wirklich sehr hinterhältige Art und Weise. Aber: Nicht mit uns!

Markus Ott, Steinbergen



Dorfmittelpunkt darf nicht sterben
Zu: Grundschule Steinbergen

Viele Steinberger (so wie ich) haben in der Grundschule Steinbergen ihre ersten Schuljahre erlebt. So sollte es auch bei unseren Kindern sein. Doch seit Montag sind nun unsere Kinder der ersten und zweiten Klasse in Deckbergen. Und da es aus pädagogischer Sicht der Rektorin die einzige Möglichkeit gewesen ist, frage ich mich nun, wie es mit der Grundschule Steinbergen weitergeht.

Zwei Klassenräume stehen nun komplett leer. Wie lange wohl noch die dritte und vierte Klasse in Steinbergen unterrichtet werden? Zum Halbjahr wird man feststellen, dass es keinen Sinn macht, diese beiden Klassen weiterhin in Steinbergen zu lassen. Ich denke, dass es ein Abschied von unserer Grundschule in Steinbergen ist. Mit der Infrastruktur und mit der neu geschaffenen Busverbindung wurde bereits ein großer Schritt in die falsche Richtung getan.

Nun ist der Zeitpunkt da, wo ich mir große Gedanken mache. Ein historisches Gebäude im Dorfmittelpunk steht halb leer und zerfällt nach für nach. Was geschieht nun mit dem Gebäude? Die Turnhalle und das Hallenbad werden nach dem Weggang der Schulkinder auch nicht mehr genutzt. Ach ja, wenn Schwimmunterricht auf dem Stundenplan steht, werden die Kinder wiederum mit dem Bus nach Steinbergen gefahren. Über den Sinn darf gestritten werden! Es gibt nur eine Lösung: Unsere Grundschule darf nicht geschlossen werden! Unser belebter Dorfmittelpunkt darf nicht sterben!

Andreas Koepke, Steinbergen