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12.09.2015 Keine Schulschließung durch die Hintertür

CDU will Standort Steinbergen erhalten / Kurze Wege für kurze Beine / Alle Möglichkeiten nutzen

Schaumburger Wochenblatt / 12.9.2015

Steinbergen

Die umstrittene Entscheidung und äußerst kurzfristige Information der betroffenen Eltern, die erste und zweite Klasse am Schulstandort Steinbergen nicht mehr vor Ort, sondern am Schulstandort Deckbergen zu beschulen, trifft auf deutliche Kritik der Rintelner CDU, die das Vorgehen der neuen kommissarischen Schulleitung nicht einfach so auf sich beruhen lassen will.

Stadtverbandsvorsitzender Matthias Wehrung und das Steinberger Ortsratsmitglied Udo Schobeß ließen sich am Mittwochabend von Lars Hildebrand - ebenfalls Ortsratsmitglied und Vater eines betroffenen Zweitklässlers - sowie betroffenen Eltern die Vorgänge an der Steinberger Grundschule schildern. Dabei legten die Steinberger dar, dass sie in keinster Weise in die Planungen der Schulleitung einbezogen worden seien und stattdessen drei Tage vor Schulbeginn die Hiobsbotschaft mitgeteilt bekamen, dass ihre Kinder zukünftig in Deckbergen zur Schule gehen müssten. Dabei gibt das Niedersächsische Schulgesetz vor, dass die Eltern bei solch weitreichenden grundsätzlichen Entscheidungen ein Mitwirkungsrecht haben und zumindest anzuhören sind. Aus Sicht der CDU sind die geschilderten Vorgänge höchst zweifelhaft, teilt Matthias Wehrung - selber Pädagoge - für die Rintelner Christdemokraten mit und sieht eine Fülle unbeantworteter Fragen wie: Warum fängt die kommissarische Schulleiterin erst in der letzten Augustwoche mit ihren Planungen für das neue Schuljahr an, wenn der Unterricht bereits Anfang September beginnt? Warum wurden der Schulvorstand und der Elternbeirat nicht in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden oder wenigstens frühzeitig informiert? Warum trägt die Stadtverwaltung als verantwortlicher Schulträger die Entscheidung der kommissarischen Schulleitung einfach mit, ohne wenigstens Uwe Vogt als Vorsitzenden des Schulausschusses über den Sachstand zu informieren? "Ist den Verantwortlichen eigentlich nicht bewusst, dass sie mit dieser Entscheidung die Schließung des Schulstandortes Steinbergen durch die Hintertür betreiben? Denn die jetzt nach Deckbergen verlegten Klassen werden aus organisatorischen und pädagogischen Gründen kaum nach Steinbergen zurückkehren, so dass das Schulgebäude über mehrere Jahre halb leerstehen wird und ihm deswegen die Schließung droht", fragt die CDU. Für Rintelns Christdemokraten ist dieses "avanti dilettanti" der verantwortlichen Entscheidungsträger so nicht hinnehmbar und wird in der kommenden Ortsrats-, Schulausschuss- und Stadtratssitzung auf die jeweilige Tagesordnung gebracht werden: "Für uns gilt der Grundsatz der Landes-CDU "Kurze Wege für kurze Beine", so dass wir sämtliche uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen werden, die Schließung von Grundschulstandorten im Stadtgebiet zu verhindern", so Wehrung. "Deswegen unterstützen wir das Engagement der Steinberger Eltern für eine Beschulung ihrer Kinder am Standort Steinbergen uneingeschränkt und hoffen, dass die Stadtverwaltung ebenfalls entsprechend tätig wird."

Foto: privat
Die CDU mit Stadtverbandsvorsitzendem Matthias Wehrung unterstützt das Engagement der Eltern für eine Beschulung ihrer Kinder am Standort Steinbergen.