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12.05.2016 "Kein Euro für Neubau vorgesehen"

Stadt prüft alle Optionen für Angebotserweiterung im Kindergarten Deckbergen

Schaumburger Zeitung / 12.5.2016

Deckbergen

(pk) Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Jugend, Frauen und Integration haben sich am Dienstag gegen eine Sanierung des Kindergartens in Deckbergen ausgesprochen. Die würde sich nicht rechnen, weil die Beschaffenheit von Gebäude und Grundstück keine bedarfsgerechte Erweiterung des Betreuungsangebots zulasse.

Mit dieser Entscheidung sind jedoch noch lange nicht die Weichen für einen möglichen Neubau gestellt, betonte Bürgermeister Thomas Priemer. Bei dem gefassten Beschluss handele es sich ausschließlich um einen Prüfungsauftrag. Wie berichtet wird die Stadt nun verschiedene Optionen prüfen, mit denen das Betreuungsangebot des Kindergartens Deckbergen bedarfsgerecht erweitert werden kann.

Diese Erweiterung sieht die Einrichtung einer Krippengruppe mit 15 Plätzen für Kinder von einem bis drei Jahren sowie zwei Kindergartengruppen mit 50 Plätzen für Kinder von drei bis sechs Jahren vor (wir berichteten). Ob dafür tatsächlich ein Neubau vonnöten ist und wenn ja, wie dieser finanziert werden könnte, werde die Verwaltung nun ermitteln.

Die Tatsache, dass sich in der Sache zwei Parteien (die Stadt Rinteln hier, die Grafschaft Schaumburg als Träger da) einigen müssen, mache die Sache nicht einfacher. Nicht zuletzt deshalb erfordere die weitere Vorgehensweise eine gründliche Prüfung, so Priemer. „Dafür müssen wir uns Zeit nehmen – bei der gebotenen Dringlichkeit.“ Hinzu komme der Fakt, dass für den Neubau eines Kindergartens „kein Euro im Haushalt vorgesehen“ sei.

Dessen ungeachtet sprach sich Ausschussmitglied Eckhard Hülm (SPD) für einen Neubau des Kindergartens aus. „Der Platz ist ausgereizt“, sagte er. Die „häufigste Kritik“, die ihn als Ortsbürgermeister von Deckbergen, Schaumburg und Westendorf erreiche, sei, dass der Kindergarten kein Mittagessen und keine Ganztagsbetreuung anbietet.

Ferner favorisiere er eine gemeinsame Lösung mit der Grundschule Deckbergen. Dort wird es bereits ab dem neuen Schuljahr eine Ganztagsbetreuung geben.

Auch Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU) befürwortet einen Neubau. Vor dem Hintergrund, dass in Deckbergen 220000 Euro für einen neuen Sportplatz ausgegeben worden sind, sei das nötige Geld „bei Kindern gut angelegt“. Deshalb halte auch er einen Neubau „langfristig“ für sinnvoller, als immer wieder Geld in Sanierungsmaßnahmen zu stecken, auch wenn es sich bei der zu investierenden Summe für einen Neubau sicher um „einen Schluck aus der Pulle“ handeln würde, so Rauch.

Foto: pk
Anna /l.) und Oskar interessieren sich weniger für etwaige Pläne für einen Neubau ihres Kindergartens als vielmehr für den Sand, mit dem sie spielen.