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12.04.2017 Bald Festivals in Rinteln?

Veranstalter zeigen großes Interesse an "Steinzeichen"-Gelände / Pläne schon für August

Schaumburger Zeitung / 12.04.2017

Rinteln

Von Hans Weimann
Was braucht ein Festivalgelände, wenn Beats bis zum Morgengrauen durch die Luft wummern? Anwohner müssen weit genug weg wohnen, um sich nicht gestört zu fühlen. Und die Veranstalter brauchen: Parkplätze, Wege, Sanitäranlagen, Stromanschluss, Wasser.

Das Gelände des „Steinzeichens Steinbergen“, gelegen im Steinbruch zwischen Bäumen, bietet all das.

So ist es nicht überraschend, dass inzwischen bei Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Touristikzentrums Westliches Weserbergland, die ersten Festival-Veranstalter angefragt haben, nachdem sich herumgesprochen hat, dass das „Steinzeichen“ nach der Insolvenz wieder belebt werden soll (wir berichteten).

Konkret wird es voraussichtlich am 19. August. Turgay Avcioglu, Justin Dansch, Morris Stegink und Peter Fedler sind gerade dabei, mit mehreren Agenturen Termine zu vereinbaren und Verträge vorzubereiten. Im Vorjahr fand „Weser Life“ am Weseranger statt. Das Festival begann in der Mittagshitze, die Gäste machten sich eher rar. Als endlich gegen Abend der Weseranger gefüllt war, war um 22 Uhr bereits wieder Schluss. Dieses Problem stellt sich im „Steinzeichen“ nicht.

Doch entschieden ist noch nichts, alle Festival-Ambitionen befinden sich in der Planungsphase, und auch die Formalia der Stadt fehlen noch, beispielsweise die Auflagen des Ordnungsamtes.

Das Gelände ist gewissermaßen festivalerprobt. Hendrik Kubitzky und sein Team von „WeserMassiv“ lockten drei Jahre hintereinander Tausende nach Steinbergen. Bei der Premiere wurde sogar mit einem Lärmmessgerät kontrolliert, ob es in Steinbergen und Buchholz nicht zu laut wird. Wurde es nicht, denn die Dancefloors lagen tief im Gelände, vor dem Lichttunnel sogar umgeben von 15 Meter hohen Felswänden.

Nach „WeserMassiv“ kam „WeserTekk“, die im Steinbruch vier Partys bis zum Jahr 2015 organisierten, um dann im Vorjahr ins Industriegebiet Rinteln Süd auf das Gelände des ehemaligen Avanti-Marktes umzuziehen.

Überrascht hat Gräbner die positive Resonanz auf seine Idee, aus dem „Steinzeichen“ einen Mountainbike-Park zu machen. Es sei offensichtlich die Jugend- und Outdoor-Szene, die dem „Steinzeichen“ eine Zukunft bieten könne, nachdem die Idee eines Kulturparks gescheitert ist.

Doch dafür müssen die Voraussetzungen erst noch geschaffen werden. Die Fahrstrecken für die Mountainbiker, die Wege für die Fußgänger und die Besucher des „Jahrtausendblicks“ müssen abgestimmt, ausgeschildert und zum Teil neu gestaltet werden. Weil es im „Steinzeichen“ keine Lifte gibt wie in den Bike-Parks im Harz und Sauerland, muss ein Shuttle-Service aufgebaut werden.

Für Kletterer gibt es bereits eine Infrastruktur mit Kletterwand und Air-Trail-Park. Vorstellbar sei hier, sagt Gräbner, noch eine Anlage für den Trendsport Bouldern (Klettern ohne Seil und Gurt an Felsblöcken) sowie eine Indoor-Kletterwand einzurichten.

An Ideen, sagt Gräbner, fehlt es also nicht. Doch realisiert werden könne das alles nur Schritt für Schritt. Noch fehlt die Zusage des europäischen Leader-Förderprogramms, also die Gelder für die Neuplanung des Geländes. Zusätzlich müssen Eigentümer wie Insolvenzverwalter zustimmen, eine neue Gesellschaft als Träger des Parks gegründet werden. Doch Gräbner ist inzwischen optimistisch, dass das Konzept Realität werden könnte.

Saisonbeginn:
Der Park ist inzwischen wieder für Gruppen geöffnet. Und es gibt erste Buchungen für die Angebote, schildert Gräbner: der Air-Trail-Park, Kletterkurse, Erlebniswanderungen und Bogenschießen. Mehr Infos dazu auf der Homepage des Touristikzentrums, www.westliches-weserbergland.de/erlebniswelt-steinzeichen.

Archivfoto: rnk
Wird so bald im „Steinzeichen Steinbergen“ gefeiert? Wenn es nach den Ideen einiger Veranstalter und des Touristikzentrums Westliches Weserbergland geht, könnte aus dem Steinbruch ein Festivalgelände werden.