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11.07.2017 Fröhliche Rentner kommen weit rum

Steinberger Runde begeht 45-jähriges Bestehen / Leiterin Helga Gruhler tritt nach 30 Jahren kürzer

Schaumburger Zeitung / 11.7.2017

Steinbergen

Von Werner Hoppe
Was bei der Gründung vor 45 Jahren noch Altenklub hieß, ist seit 1987 die Fröhliche Rentnerrunde. Der Name für das Steinberger Modell für ein aktives Leben im Ruhestand und ein harmonisches Miteinander ist Programm. Was das praktisch bedeutet, lässt sich bei den Treffen alle 14 Tage dienstags im Dorfgemeinschaftshaus live miterleben.

Dass sich die Fröhliche Rentnerrunde in der vorigen Woche ausnahmsweise im Steinberger Hof um die Tische versammelte, hatte einen speziellen Grund. Die fröhlichen Rentner und Rentnerinnen verabschiedeten Helga Gruhler mit einem festlichen Nachmittag in den Unruhestand. 30 Jahre war die heute 81-jährige die Leiterin und der Motor der aktiven Runde. Mit Helga Tiele als ihrer Nachfolgerin sowie Hannelore Möller als Stellvertreterin ging gleichzeitig ein Duo an den Start. Sie wollen das weiterführen und ausbauen, was Helga Gruhler und die anderen „Neu-Gründerinnen“ der Fröhlichen Rentnerrunde im Jahr 1987 mit auf den Weg gegeben hatten.

„Der Name passt gut zu uns“, spricht Helga Tiele aus eigenem Erleben. Denn sie schätzt, so wie alle Mitglieder der offenen Runde, das harmonische Miteinander von „eingeborenen“ und zugezogenen Steinbergern. „Du hast über 30 Jahre mit Herzblut uns viele schöne Stunden ermöglicht, jetzt wollen wir, dass Du Dich von uns verwöhnen lässt“, gab sie ihrer Vorgängerin zur Verabschiedung mit. Allerdings dürfte der Verabschiedung vermutlich kein wirklicher Abschied folgen, ließ Gruhler erkennen. Vor allem mit ihrem Know-how fürs Organisieren von Reisen und Tagesfahrten will sie bei Bedarf die Auswärts-Aktivitäten der Fröhlichen Rentnerrunde weiter unterstützen. Und „ich bin ja froh, dass sie uns erhalten bleibt und sich weiter um die Organisation von Ausflügen und Fahrten kümmern will, denn das ist nicht so meine Sache“, verriet „Helga II.“

Hintergrund: 1987 bewahrten Helga Gruhler und einige Mitstreiterinnen den 1972 gegründeten Steinberger Altenklub vor der Auflösung. Die Gemeinde wollte oder konnte dem Klub keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung stellen, was das Aus bedeutet hätte. „Aber Steinbergen als einer der größten Ortsteile der Stadt Rinteln ohne Altenklub, das geht gar nicht“, habe sie sich damals gedacht, blickte Helga Gruhler zurück.

Da sie zu jener Zeit selber Mitglied des Ortsrates (für die CDU) war, wollte sie ich damit nicht zufriedengeben und erbat Bedenkzeit, um Gegenmaßnahmen zur Rettung in Gang bringen zu können. In Brigitte Mahlmann und Edeltraud Legowski fand sie Mitreiterinnen. „Und wir diskutierten, wie wir den Altenklub am Leben erhalten könnten.“

Die Drei verteilten untereinander die dringlichsten Aufgaben und legten los. Und schon beim ersten Treffen des Helfer-Teams regte Brigitte Mahlmann an: „Es muss ein anderer Name her“, erzählt Helga Gruhler. Nachdem mehrere Vorschläge, darunter auch der „Seniorenklub“ nicht zünden wollten, legte Brigitte Mahlmann das Ass auf den Tisch. Der Altenklub wurde zur Fröhlichen Rentnerrunde. Und bald waren es Tagestouren und auch mehrtägige Reisen die der Runde nicht nur ordentlich Mobilität verliehen, sondern auch neue Mitglieder brachten. „Schöne Ausflüge gehören fest zum Programm“ wurde ein Passus, der in den Berichten zur Jahresversammlung nicht nur einmal aufgetaucht ist. Ob der größte Käsemarkt Europas in Nieheim das Ziel war, das Wilhelm-Busch-Museum in Wiedensahl, der Hildesheimer Dom, die Weihnachtsmärkte in Münster, Hannover oder Goslar, Wesertouren, Kanalfahrten oder Kaffeefahrten, die Fröhliche Rentnerrunde kam und kommt weit herum.

Neben den Kurztouren und Mehrtagesreisen konzentriert sich das gemeinschaftliche Erleben vor allem auf das gesellige Miteinander zu Hause in Steinbergen. „Das Miteinander, Füreinander, das Reden, Gespräche führen, damit sich alle wohlfühlen“, ermunterte Helga Gruhler zum Erhalt und Fortführen dessen, was die Fröhliche Rentnerrunde zu dem gemacht hat, was sie ist.

Und so soll es weitergehen, erklärte Helga Tiele. Aber die regelmäßigen Treffen mit Spielen, Kaffee und Kuchen – an jedem zweiten Dienstag – sind auf jeden Fall noch ausbau- und erweiterungsfähig, deutete sie Veränderungsbestrebungen an. „Wir stellen uns vor, zum Beispiel Gesprächsrunden und das Singen einzuführen.“ So seien bereits einige Mitglieder des aufgelösten Gesangvereins Heimattreu Steinbergen als Verstärkung zur Fröhlichen Rentnerrunde gestoßen...

Foto: who
Helga Tiele (links) ist die neue Leiterin der Fröhlichen Rentnerrunde Steinbergen. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Hannelore Möller verabschiedete sie ihre Vorgängerin Helga Gruhler (Mitte) nach 30 Jahren aus dem Amt.