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11.06.2015 Im zweiten Anlauf einstimmig

Anbau statt Neubau für Kindergarten Steinbergen / CDU kritisiert Sitzungsvorlage zu einseitig

KOMMENTAR Udo Schobeß:
Auch im zweiten Anlauf war es nicht einstimmig!

Schaumburger Zeitung/ 11.6.2015

Rinteln/Steinbergen

Von Dietrich Lange
Freie Bahn für den Anbau an den Kindergarten Steinbergen für rund 334000 Euro noch in diesem Jahr: Im Ausschuss für Soziales, Jugend, Frauen und Integration gab es sogar eine einstimmige Beschlussempfehlung an Rat und Verwaltungsausschuss, wenn auch erst im zweiten Anlauf. Zunächst wurde der Antrag der CDU auf einen Neubau mit 5:3 Stimmen abgelehnt, dann mochte sich auch die CDU der kleineren Lösung nicht mehr verschließen, damit zeitnah überhaupt etwas zugunsten der Kinder und der Mitarbeiter passiert.

Die Fakten waren nach der Ortsratsdebatte vor etwa zwei Wochen klar. Der Neubau wurde von der Verwaltung mit 1,461 Millionen Euro taxiert, der Anbau mit 334000 Euro. „Totschlagzahlen“, nannte Udo Schobeß (CDU) diesen Vergleich, der Neubau sei in der Sitzungsvorlage auch viel unpräziser dargestellt worden als der Anbau – und zu teuer.

Ihm hätten Fachleute gesagt, der Neubau sei auch für 900000 Euro möglich. Dann spare man ständige Sanierungskosten wie beim jetzigen Altbau. Man könne das Dorfgemeinschaftshaus abreißen, dieses später in den jetzigen Kindergarten verlagern. Außerdem vermeide man so etwa 150 Quadratmeter Verlust vom schönen Außengelände für den Anbau.

Dies erschien der Mehrheit nicht ganz schlüssig, weil es zum Beispiel auch als Dorfgemeinschaftshaus im jetzigen Kindergarten doch Sanierungskosten geben würde.

Gerlinde Göldner-Dorka (SPD) mahnte an, dieses Projekt aus „Gesamt-Rintelner-Sicht“ zu betrachten, also hier nicht die komplette Gewerbesteuernachzahlung von etwa einer Million Euro zu verpulvern. Die SPD will den Rest in den Schuldenabbau stecken.

Thorsten Frühmark (CDU) freute sich, dass die SPD ja immerhin vom Ausbau des Dorfgemeinschaftshaues abgerückt sei: „Ich bin froh, dass jetzt überhaupt noch etwas in diesem Jahr passiert.“

Dietmar Vogt (Grüne) appellierte, lieber mehr in besseres Personal zu investieren als hier viel Geld für einen Neubau auszugeben. Göldner-Dorka: „Der Bedarf in Steinbergen wird doch auch mit einem Anbau gedeckt.“ Schobeß konterte ein letztes Mal: „Aber einen Neubau hätten Eltern und Kita-Personal auch genommen.“

Und was wird nun geplant? Der akute Platzmangel hatte sich im Fehlen eines Gruppenraumes und eines Personalraumes mit Personal-WC ausgedrückt. Hinzu kommen ein Waschraum und eine Garderobe, die den neuen Betreuungsraum sinnvoll ergänzen.

Daher sieht das neue Raumkonzept vor: einen Gruppenraum, einen Waschraum mit WC, eine Garderobe, einen Personalraum und ein Personal-WC, alles behindertengerecht.

Grafik: pr
Eine grafische Darstellung der Räume, die in dem Anbau entstehen werden.