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11.01.2018 Windräder bekommen "nasse Füße"

Baugrund für geplante Anlagen überschwemmt

Schaumburger Zeitung / 11.1.2018

Westendorf

Von Hans Weimann
Das erste Sturmtief im neuen Jahr hat am 3. Januar ein Windrad bei Volksdorf im Nordkreis umgeknickt (wir berichteten). Das 70 Meter hohe Windrad stürzte auf den Acker. Ursache war hier vermutlich ein Defekt der hydraulischen Bremse. Windrad-Gegner in Westendorf gehen davon aus, das könnte bei einem Sturm auch mit den derzeit geplanten beiden Windrädern von Planet Energy bei Westendorf passieren. Nicht aufgrund eines technischen Defekts, sondern weil hier nach Ansicht der Windkraftgegner der Baugrund unsicher ist und im Hochwassergebiet liegt.

Dass zumindest die letzte Aussage stimmt, konnte man auch als Laie letzte Woche unschwer besichtigen. Der Baugrund der Windräder war überflutet. Dabei war Rinteln mit einem Weserpegelstand von nicht einmal sechs Metern noch weit von einem Jahrhunderthochwasser entfernt. Darauf hatte die Eigentümerin von Gut Echtringhausen bereits im Vorjahr hingewiesen. Die geplanten Windkraftanlagen ständen in einem Wasserschutzgebiet. Würde dort ein Windrad umkippen, könnten auch wassergefährdende Stoffe wie Öle, Fette und Kühlmittel auslaufen. Beide Standorte lägen im gesetzlich festgelegten Überschwemmungsgebiet der Weser. Die Tragfähigkeit des Bodens bei Hochwasser und damit die Standsicherheit der Anlagen sei nach ihrer Auffassung unklar und bisher unter diesem Gesichtspunkt nicht geprüft worden. Laut Typenprüfung des TÜV dürften Anlagen mit einem Flachfundament nur einem maximalen Wasserstand von Geländeoberkante ausgesetzt sein.

Foto: pr
Die geplanten Windkraftanlagen sollen in einem Wasserschutzgebiet entstehen. Würde dort ein Windrad umkippen, könnten auch wassergefährdende Stoffe wie Öle, Fette und Kühlmittel auslaufen.