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10.12.2016 Zwei Millionen in Beton gegossen

Steinberger Kreuzung wird ab März 2017 neun Monate lang saniert und umgebaut

Schaumburger Zeitung / 10.12.2016

Rinteln

Von Hans Weimann
Der Fahrplan für den Ausbau der Steinberger Kreuzung steht: Im März 2017 sollen die Bauarbeiter anrücken, im November 2017 die Arbeiten abgeschlossen sein. In der Ratssitzung am Donnerstagabend stellte Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereiches Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Details der Großbaustelle vor, auf der zwei Millionen Euro verbaut werden.

Warum wird die Kreuzung überhaupt saniert?
Könnte man nicht warten, bis die im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf aufgenommenen Umgehungsstraßen für die B 238 und B 83 gebaut sind?

Nein, sagt Brockmann und schilderte ein persönliches Erlebnis. Er habe jüngst bei Rot an der Kreuzung warten müssen, auf dem Weg von Hameln nach Minden. Bei Grün sei der neben ihm stehende Auflieger mit einem Betonteil beim Anfahren am Berg kaum von der Stelle gekommen. Das liege daran, dass alle fünf Schichten der Fahrbahn inzwischen marode seien. Ebenso die Ampelanlage, die immer öfter ausfalle und längst nicht mehr den Verkehr bewältigen könne. Brockmann betonte: „Wir können nicht warten“. Es sei in seinem Bereich die Kreuzung mit der schlechtesten Leistungsfähigkeit. Autofahrer müssten hier drei Minuten warten, bis sie Grün bekommen. Und es ist die Kreuzung mit der höchsten Unfallhäufigkeit. Dass Linksabbieger von der B 238 auf die B 83 den Gegenverkehr aus Buchholz abwarten müssten, sei „nicht mehr zeitgemäß“.

Deshalb wird es auf der sanierten Kreuzung zwei Linksabbiegespuren von der B 238 Richtung Autobahn geben mit einer eigenen Ampelschaltung. Die neue Ampelanlage, schilderte Brockmann, werde auch erkennen, wie viele Fahrzeuge noch auf einer Spur stehen, und verkehrsabhängig schalten. Ziel: 70 Sekunden statt drei Minuten Wartezeit bis die nächste Grünphase kommt. Und es wird Inseln für Fußgänger geben.

Sind Alternativen geprüft worden?
Brockmann bestätigte, man habe überlegt, hier einen Kreisel zu bauen, das aber verworfen, weil die Topografie zu schwierig sei, die Bebauung zu nah. Außerdem hätte man trotzdem bei dem hohen Verkehrsaufkommen eine Ampelanlage gebraucht.

Warum wird die Kreuzung mit Beton ausgebaut?
Brockmann: „Beton hält länger.“ Und bei 50 Stundenkilometern sei Beton nicht lauter als Asphalt. Außerdem sei Betonbau nicht so witterungsabhängig wie der Einbau von Asphalt.

Kann sich die Bauzeit um Monate verlängern?
Ist nicht – wie beim Ausbau der Ortsdurchfahrt Todenmann – damit zu rechnen, dass die Bauzeit nicht eingehalten wird? Nein, sagt Brockmann. Anders als in Todenmann sei es möglich, bei einer Kreuzung mit dieser Verkehrsbelastung von 34 000 Kraftfahrzeugen am Tag den Baufirmen Vertragsstrafen in den Vertrag zu schreiben, wenn es Verzögerungen gibt. Außerdem würden hier keine Kabel oder Kanäle verlegt. Das spart ebenfalls Zeit.

Warum dann neun Monate Bauzeit für eine Kreuzung?
Die meiste Zeit, so Brockmann, braucht der Bau der „Nebenanlagen“, also der Rad- und Fußwege und einer Gabionenwand zum Wald.

Gibt es wie bei anderen Projekten mehrere Bauphasen?
Ja. Brockmann und seine Planer sehen drei Bauphasen vor, in denen der Verkehr unterschiedlich um die Baustelle geleitet wird. Eine Vollsperrung werde es aber nicht geben. Die Bundesstraße 83 sei immer in wenigstens einer Richtung befahrbar.

- Bauphase 1: Man kann auf der Bundesstraße 83 noch in beide Richtungen fahren und in die Landesstraße Richtung Buchholz abbiegen.

Aus der B 238 wird eine Einbahnstraße. Wer aus Obernkirchen kommt, wird in Richtung „Auetal-Highway“ gelotst.

In Westendorf wird eine Ampelanlage aufgebaut, ab hier, wer zur Bundesstraße 238 in Richtung Westfalen will, bereits umgeleitet.

In der Ortsdurchfahrt Engern soll deshalb Halteverbot auf beiden Seiten gelten. In Engern wird es eine Ampelanlage für Fußgänger geben und eine Ampel an der Abzweigung zum Kieswerk.

- Bauphase 2: In dieser Phase wird die Landesstraße nach Buchholz komplett abgehängt.

- Bauphase 3: Die B 238 soll wieder in beiden Richtungen befahrbar sein, die Bundesstraße 83 bleibt Einbahnstraße. (Über die Umleitungsstrecken werden wir noch im Detail informieren). Die Landesbehörde will außerdem in eigenen Info-Abenden noch mit den Bürgern in Engern und Steinbergen sprechen.

Inwiefern wird die Autobahn in die Planung einbezogen?
Auf der Autobahn, erläuterte Brockmann, sollen große LED-Informationsschilder aufgestellt werden, die darauf hinweisen, dass es in Steinbergen „eine dicke (!) Baustelle gibt“. Der Verkehr werde großräumig bereits ab Bad Nenndorf und Veltheim umgeleitet.

Könnte eine A2-Baustelle die Situation verschärfen?
Nein, sagt Brockmann, hier habe er sich mit den Kollegen in Hannover abgestimmt. Während des Kreuzungsumbaus in Steinbergen werde es zwischen Veltheim und Bad Nenndorf keine Autobahnbaustelle geben.

Nachfrage von Ratsherren: Und wenn auf der Autobahn ein schwerer Unfall passiert, die Autobahn gesperrt werden muss? Antwort Brockmann: „Das wünschen wir uns alle nicht.“ Das werde sich kaum beherrschen lassen.

Und was ist mit betroffenen Gemeindestraßen?
Bürgermeister Thomas Priemer machte deutlich, dass sich die Stadt gemeinsam mit der Polizei darum kümmern werde, dass es auf den Gemeindestraßen kein Chaos gibt, kein 40-Tonner falsch in ein Wohngebiet abbiegt. Auch Rettungsdienste und Feuerwehr seien informiert.

Brockmann geht davon aus, dass sich heimische Autofahrer ihre eigenen Routen suchen und dadurch die Umleitungsstrecken für den überörtlichen Verkehr entlasten. 

Foto: wm
In der Ratssitzung erläuterte Markus Brockmann (stehend), wie die Sanierung der Steinberger Kreuzung vonstatten gehen soll.