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10.10.2015 Quo vadis Steinbergen?

LESERBRIEF zu: Schulstandort Steinbergen

Schaumburger Zeitung / 10.10.2015

Steinbergen

Die Diskussion um den Schulstandort Steinbergen macht deutlich, dass viele Menschen, insbesondere Steinberger Familien mit jüngeren Kindern, stark verunsichert sind. Jede Zeitungsmeldung zur Schulsituation, jeder Elternbrief der Grundschule führt zu Überlegungen, was dahinter stecken könnte, ob nicht ein verborgener Hinweis darauf zu finden ist, dass die Stadtverwaltung beabsichtigt, die Grundschule zu schließen.

Während der letzten Ortsratssitzung betonten unser ehemaliger Stadtrat Herr Schröder sowie unser Ortsbürgermeister Herr Bartling, dass es nun an den Eltern liege, ob die Schule im Ort erhalten bliebe. „Abstimmung mit den Füßen“ haben sie es genannt.

Nun, wie ist das in dem Zusammenhang zu sehen, dass in Deckbergen die Ganztagsbetreuung bis 17.00 Uhr ausgebaut wird? Ein attraktives, familienfreundliches Angebot. Nur leider nicht in Steinbergen. Es ist aber niemandem zu verübeln, wenn er dieses Angebot in Deckbergen nutzt. Natürlich wird hier mit den Füßen abgestimmt.

Es ist jedoch im hohen Grade unredlich von der Stadtverwaltung, so zu tun, als würde sie sich für den Schulstandort aussprechen, durch die Hintertür aber dafür zu sorgen, dass die Kinder in Zukunft vermehrt nach Deckbergen zur Nachmittagsbetreuung fahren.

Es ist uns Eltern und unseren Kindern gegenüber unfair, uns sozusagen die Verantwortung für eine Schulschließung zuzuschieben. Es könnte auch in Steinbergen eine verlängerte Betreuung geben. Aus Kostengründen findet diese in Deckbergen statt. Gut. Die Kinder werden dorthin gefahren. Auch gut. Aber nun mit dem Argument, wenn einige Steinberger Kinder sowieso nach Deckbergen zur Betreuung ab 13.00 Uhr gefahren werden, dann könnten gleich alle Kinder in Deckbergen beschult werden, die Auflösung des Standortes Steinbergen voranzutreiben, ist meines Erachtens unredlich.

Hier wird Eltern, die, aus welchen Gründen auch immer, auf eine Nachmittagsbetreuung angewiesen sind, die Verantwortung für die Schließung des Schulstandortes Steinbergen zugeschoben. Dann sind nicht die Stadtverwaltung oder der Stadtrat schuld, nein! Die Eltern wollten es ja so! „Abstimmung mit den Füßen“!?

Ein bereits seit Jahren in den Schubladen der Stadtverwaltung schlummernder Plan wird umgesetzt, und wir Eltern verkommen zu hilflosen Marionetten in diesem Schmierentheater.

Quo vadis Stadtverwaltung!?

Petra Wienecke, Rintel