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09.09.2015 Elternaufstand gegen die Entscheidung der Schulleitung

Steinberger Kinder sollen nicht nach Deckbergen geschickt werden / Protestkundgebung vor der Schule

Schaumburger Wochenblatt / 9.9.2015

Steinbergen

(ste) Der Start für die neue kommissarische Schulleiterin Claudia Buschke könnte in Steinbergen nicht schlechter sein. Sie hatte in der letzten Woche entschieden, dass aufgrund Lehrermangels die elf neu einzuschulenden Steinberger Kinder und die elf Kinder der zweiten Klasse ab sofort mit dem Bus nach Deckbergen gefahren und dort gemeinsam mit ihren Deckberger Schülerinnen und Schülern unterrichtet werden. Steinbergen ist eine Außenstelle der GS Deckbergen.

Dagegen wehren sich die Eltern aus verschiedenen Gründen. Vor allem sind sie sauer, dass sie vor vollendete Tatsachen gesetzt werden, anstatt, wie im Schulgesetz vorgesehen, über den Schulvorstand und den Schulelternrat informiert und einbezogen zu werden. Am Donnerstag formierte sich der Widerstand in einer Protestkundgebung vor der Steinberger Schule mit einer Versammlung und Transparenten wie "Wir wurden nicht gefragt" - "Denkt an unsere Kinder" - "So nicht" oder auch "Elternwille zählt" und "Steinberger bleiben in Steinbergen". Mit dabei auch Ortsratsmitglied Udo Schobeß und Ortsbürgermeister Heiner Bartling. Für taktisch unklug und "...nicht gerade glücklich" hält Heiner Bartling das Vorgehen der Schulleitung. Entgegen der Befürchtungen von Udo Schobeß sieht er jedoch in dieser Entscheidung nicht den Anfang vom Ende des Grundschulstandortes Steinbergen. Schobeß ist dagegen überzeugt: "Was weg ist, ist weg." Seit zehn Jahren diskutiere man aufgrund sinkender Kinderzahlen bereits über das Ende der Steinberger Schule und dies sei jetzt der Anfang. Annette Bißmeier als Elternvertreterin der zweiten Klasse ist ärgerlich über die kurzfristige Einladung zu einem "Informationsabend" am vergangenen Montag: "Viele Eltern dachten, dass sich dort nur die neue Schulleitung vorstellen will." Und dann habe es nur eine kurze und knappe Info über die geplanten Maßnahmen gegeben: "Und besonders ärgerlich finde ich es", so eine Mutter, "das Frau Buschke sich weigert, heute bei der Versammlung den Eltern Rede und Antwort zu stehen." Stattdessen habe sie verlauten lassen, dass die Eltern ihre Energien des Protestes nicht verschwenden sollten. Das bringt auch die Leiterin des Steinberger Kindergartens, Martina Meyer, auf die Palme: "Offiziell wissen wir noch gar nichts von der Entscheidung; mit mir hat man nicht gesprochen." Sie habe den abgehenden Schulkindern im Kindergarten noch gezeigt, wo sie künftig zur Schule gehen und man habe sich gemeinsam darauf gefreut. Die Entscheidung der protestierenden Eltern ist daher klar: "Wir schicken unsere Kinder nach Steinbergen in die Schule und nicht nach Deckbergen." Sie befürchten nämlich taktische Spielchen zur dauerhaften Schließung der Steinberger Grundschule und wollen wissen: "Den Lehrernotstand gibt es nicht auf unserer Schule, sondern in Deckbergen." Nach ihrer Meinung sollten die Kinder aus Deckbergen dann auch in Teilen nach Steinbergen kommen oder die Lehrer zwischen den Schulen pendeln.

Lars Hildebrand, Ortsbrandmeister und Mitglied des Steinberger Ortsrates, hatte einen Elternbrief für Bürgermeister Thomas Priemer in der Tasche. Darin fordern die Eltern, dass der "...nicht rechtskonforme Beschluss" zurückzunehmen sei und der Bürgermeister sich bei der Schulleitung dafür einsetzen soll.

Foto: ste
Eltern, Ortsbürgermeister Heiner Bartling und Mitglieder des Steinberger Ortsrates formieren sich zu einer Protestkundgebung gegen die Entscheidung der Schulleitung, Kinder aus Steinbergen nach Deckbergen zu fahren.