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06.04.2017 "Deswegen machen wir das!"

Warum Beton auf die Kreuzung kommt, weiß Holger Fröhlingsdorf vom Landesstraßenbauamt

Schaumburger Zeitung 6.4.2017

Steinbergen

Von Jan Oldehus
Holger Fröhlingsdorf stellt sich fürs Foto bereitwillig auf die Arensburger Straße. „Deswegen machen wir das!“, sagt er und zeigt auf die zentmetertiefen Spurrinnen im Kreuzungsbereich. Ebenso gefährliche Unebenheiten in der alten Asphaltdecke weisen die zum Teil bereits abgefrästen Fahrspuren der Bundesstraßen 83 und 238 auf, die hier zusammenlaufen. „Den Asphalt auf der Kreuzung ersetzen wir durch Beton“, erklärt der Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln. Und er sagt auch gleich, warum.

Obwohl Asphalt wegen seiner relativ hohen Elastizität im Straßenbau so beliebt ist, kommt es immer wieder zu Verformungen, insbesondere in den sogenannten Deckschichten, auf denen die Fahrzeuge rollen. Landläufig wohl bekanntestes Beispiel dafür sind die Spurrinnen (im Volksmund auch „Spurrillen“ genannt), die gewissermaßen als „Reifenabdruck“ im Asphalt bleiben, nicht selten auf Jahre hinaus. Da, wo die Belastung durch die Räder von Autos, Lkw und Motorrädern besonders groß ist, wird die Tragfähigkeit der Straße oftmals auf eine harte Probe gestellt, erst recht dann, wenn im Sommer große Hitze den Asphalt „aufweicht“ und das Bindemittel Bitumen obendrein seine elastische Spannkraft einbüßt: Es kommt zu muldenförmigen Vertiefungen. Autofahrer kennen den Effekt, wenn Regenwasser sich sammeln kann: Aquaplaning! Doch auch die Lenkbarkeit und der Geradeauslauf der Räder leiden unter den Spurrinnen. Besonders häufig entstehen diese in Bereichen, wo langsam gefahren wird, und an Knotenpunkten. Beton wird hier auf der Steinberger Kreuzung (mit ihren zuletzt gezählten fast 34 000 Fahrzeugen pro Tag) also deshalb verwendet, weil er eine höhere Festigkeit aufweist.

Auf Beton rollen Fahrzeuge, sobald alles fertig ist, im kompletten Kreuzungsbereich. Die neue Oberfläche wird zudem in alle kreuzenden Straßen ein Stück weit hineingezogen, bevor sie wieder in Asphalt überwechselt. Erneuert werden auch diese Asphaltanschlussstücke, und zwar auf der Landesstraße 442 bis zum „Steinzeichen“ hinunter, auf der B 83 bis zu den Gleisen (Richtung Westendorf) und auf der B 238 (Richtung Rinteln) bis in den Kurvenbereich hinein, wo die große Gabionenwand gebaut wird (wir berichteten).

Am Rande einer Baubesprechung im ehemaligen Pflegeheim Pro Senia an der Arensburger Straße, wo die Oevermann-Bauleitung Quartier bezogen hat, erläutert Fröhlingsdorf: „Wir müssen die 10 bis 15 Zentimeter tief abgefrästen Straßenabschnitte zusätzlich noch rund 85 Zentimeter tief auskoffern, weil wir die Fahrbahnen von unten her komplett neu aufbauen.“ Laut Landesstraßenbauamt gibt es nämlich Substanzschäden in sämtlichen Schichten. Vorteil der Betonbauweise hier: Der Straßenaufbau erfolgt in zwei Schichten (unten Schotter mit Zement, oben drauf Beton), wohingegen die Asphaltbauweise fünf Schichten verlangt. Einer zügigen Fertigstellung der Kreuzung bis November scheint also im Moment nichts im Wege zu stehen.

Foto: jan
Am Dienstag hat die Baufirma Oevermann erste Fahrbahnabschnitte im Kreuzungsbereich zentimetergenau abgefräst.