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06.04.2016 Des einen Freud`, des anderen Leid ...

LESERBRIEF zu: "Ab durch die Mitte", Ortsumgehungen Steinbergen

Schaumburger Zeitung / 6.4.2016

Steinbergen

„Des einen Freud’, des anderen Leid“ lautet ein altes Sprichwort. Nun ist es also so weit. Die Umgehungsstraßen sollen nun endlich kommen. Vielen Steinbergern hat der seit Jahren zunehmende Verkehr arg zugesetzt und nun ist eine Lösung in Sicht. Der Durchgangsverkehr der beiden Bundesstraßen soll nun aus dem Ort verbannt werden und somit dann Ruhe einkehren. Für die meisten Steinberger ein echter Segen. Lärm nervt. So steht es auch sinngemäß auf den Plakaten an den Hauptstraßen.

Ganz Steinbergen ist nun froh, dass die Umgehungsstraßen kommen. Ganz Steinbergen? Nein. Eine widerspenstige Straße mit eigensinnigen Bewohnern, die den älteren Steinbergern als ,Zankenburg‘ bekannt ist, beginnt Widerstand zu leisten.

Nun wurde mal wieder das Sankt-Florians-Prinzip angewandt. Wo doch die einen auf die ersehnte Ruhe hoffen dürfen, wird den Bewohnern der Bergstraße nun eine Rennstrecke vor die Nase gesetzt, wenn die Planung so vollzogen wird, wie es in der SZ vom 31. März im Bild erwähnt wurde.

In der Bergstraße gibt es Gärten und Wiesen, eine Oase der Ruhe. Ebenso befindet sich dort die Liegewiese, welche mal zur Attraktion des ehemaligen Luftkurortes gehörte. Dort soll nun in Zukunft das Verkehrsproblem hin verlagert werden. Die Bewohner der Bergstraße fürchten nun um die Lebensqualität, welche die BIOS in vollmundigen Versprechen ankündigt.

Auch die Leute, die noch in Ruhe und Frieden am Kehlbrink und Umgebung wohnen, müssen somit deutliche Einschränkungen und Wertverluste ihrer Heime hinnehmen.

Ach ja, der Arensburger Park? Gehörte der nicht auch einmal zum Luftkurort dazu?

So bitten wir Bewohner der betroffenen Gebiete, eine akzeptable Lösung für alle Steinberger zu suchen und zu finden. Ansonsten würde aus meiner Sicht die BIOS ihre Glaubwürdigkeit und Seriosität verlieren.

Die rebellischen Gall…, ähhm Zankenburger, sind aber auch bereit, mit der BIOS zu kooperieren. Selbst gemachter Zaubertrank aus eigener Produktion kann angeboten werden.

Matthias Lorenz, Rinteln