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05.07.2016 Am liebsten wollen Steinberger "groß" denken

BIOS: Knotenpunkte der Bundesstraßen zusammen mit Autobahnauffahrt planen / Gespräch in Ministerium steht an

Schaumburger Zeitung / 5.7.2016

Steinbergen

Von Hans Weimann
Samstagmorgen, Treffen mit Jens Wienecke und Manfred Hobein, den beiden Sprechern der BIOS, der Bürgerinitiative Ortsumgehungen Steinbergen, im Haus von Hobein an der Hamelner Straße.

Die beiden BIOS-Akteure wollen darüber informieren, wie es jetzt weitergeht, nachdem die beiden Ortsumgehungen für die Bundesstraße 83 und die Bundesstraße 238 in der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden sind.

Draußen rattert ein Lastwagen mit Anhänger vorbei. Man hört es auf der Terrasse. „Sie müssten mal kommen, wenn die Autobahn dicht ist“, sagt Hobein, „da klapptern die Tassen im Schrank“.

Wienecke wohnt, anders als Hobein, mitten im Dorf, weit genug weg, um kaum etwas vom Verkehrslärm zu hören. Und warum engagiert er sich dann bei BIOS? „Weil Steinbergen ein schönes Dorf ist, das vom Verkehr zerstört wird, und weil das Problem alle Steinberger angeht“, sagt Wienecke. Deshalb freue er sich, dass über die Hälfte der Steinberger bei BIOS unterschrieben haben, frage sich aber, warum die andere Hälfte nicht.

Wienecke und Hobein berichten, sie seien im August in Hannover eingeladen zu einem Gespräch im Ministerium, das der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Becker vermittelt habe.

Dann hoffen beide auf die Machbarkeitsstudie, die die Stadt Rinteln und der Landkreis Schaumburg in Auftrag geben wollen. Eine Studie, die auch eine negative Auslese treffen soll, nämlich die Linienführungen benennen, die, aus welchen Gründen auch immer, wenig realistisch sind. Wienecke hofft, dass danach auch Emotionen aus der Diskussion genommen werden und man wieder sachlicher miteinander reden kann. Beide gehen davon aus, dass es vermutlich für die B 238 schneller eine Lösung geben wird, als für die B 83. Hier ist die Lage unübersichtlicher.

Könnten sie es sich aussuchen, fiele ihre Wahl in beiden Fällen auf einen Tunnel, für die B 238 wie für die B 83. Wie im Ith, wo man auch für eine Tunnellösung kämpft.

Wie es weitergeht, darüber bestimmt auch der Fahrplan der Parlamente. Denn der Referentenentwurf muss nicht nur durch den Bundestag, sondern auch durch den Bundesrat, in dem die Länder das Sagen haben. Das wird voraussichtlich Anfang des Jahres 2017 sein. Erst dann könnte das Land Niedersachsen dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Hameln „grünes Licht“ für den offiziellen Planungsbeginn geben. Also für das Raumordnungsverfahren, in dem sich jeder, der von der Umgehungsstraße betroffen ist, zu Wort melden kann.

Hier werden alle „Themen abgearbeitet“, wie das Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereiches Hameln des Landesamtes, formulierte. Brockmann schätzt darüber gehen „gut zehn Jahre“ ins Land. Selbst Wienecke und Hobein machen sich da keine Illusionen. Hobein sagt das ganz deutlich: „Wir kämpfen hier auch für die nächste Generation.“

Mit fünf Mitgliedern hat der BIOS-Arbeitskreis begonnen, heute zählen elf Mitglieder zum „inneren Zirkel“, der im Wesentlichen die Arbeit macht. Als ihren größten Erfolg sehen Wienecke und Hobein, dass es gelungen sei, parteiübergreifend alle Politiker einzubinden und für Steinbergen zu motivieren. Mit Maik Beermann (CDU) habe man ja auch einen Draht nach Berlin. Auch hier hoffen Wienecke und Hobein, noch vorsprechen zu können. Wienecke und Hobein sagen beide, eigentlich sollte man den Mut haben, „groß“ zu denken und den Knotenpunkt der Bundesstraße einschließlich der Autobahnauffahrt, die gemessen am Verkehr unterdimensioniert ist, neu zu planen. Brockmann, gestern darauf angesprochen, nennt den unveränderlichen Punkte, der faktisch vorgibt, was geht und was nicht: die Autobahnbrücke.