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04.06.2016 Arensburg öffnet die Tore

Neuer Eigentümer sorgt für Überraschung: Das Schloss ist beim Tag des offenen Denkmals dabei

Schaumburger Zeitung / 4.6.2016

Rinteln

Von Claudia Masthoff
Jetzt ist es wieder soweit. Alle sieben Jahre findet der Tag des offenen Denkmals in Rinteln und Umgebung statt. Der erste Planungsschritt für diese Veranstaltung, die federführend von der Schaumburger Landschaft organisiert wird, ist bereits getan: 25 Denkmale können im Rintelner Raum besichtigt werden.

Privat genutzte historische Gebäude sind auf dieser aktuellen Liste ebenso zu finden wie Kirchen, Museen, Wassermühlen und Burgen. Nun laufen die konkreten Planungen: Mit welchem Text sollen die einzelnen Objekte vorgestellt werden? Was bieten Eigentümer oder Betreiber? Soll es Führungen, Gottesdienste oder Konzerte geben? Welche Bereiche sollen zugänglich gemacht werden?

„Rechnen Sie damit, dass deutsche Besucher ziemlich neugierig sind“, mahnt Sigmund Graf Adelmann, Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft. „Anders als zum Beispiel in England, wo die Leute eher diskret sind, wird bei uns jede unverschlossene Tür geöffnet.“

Er habe vor Jahren einmal Skurriles erlebt: Da hätte ein Hauseigentümer seine Gäste mit den Worten eingeladen, sie könnten sich überall umschauen. „Das taten die auch und landeten prompt im Schlafzimmer der bettlägerigen Mutter. Die hat aber souverän reagiert und vom Bett aus Erklärungen zur Geschichte des Hauses gegeben“, erzählt Adelmann und lacht. Insgesamt müsse man sich aber keine Sorgen machen, wenn man das eigene Heim der Öffentlichkeit vorstelle. „Das sind freundliche, angenehme Leute, die zu solch einem Programm kommen. Da kann es höchstens passieren, dass Sie die eine oder andere Fensterscheibe noch einmal putzen müssen, an der sich Neugierige die Nase platte gedrückt haben.“

Besucher können an diesem Tag nicht nur historische Gebäude aus der Nähe kennenlernen, ihnen soll sowohl kulinarisch als auch kulturell einiges geboten werden.

Damit nicht, wie Adelmann eine weitere Anekdote aus seinem Erinnerungsschatz zum Besten gibt, „um dreizehn Uhr durch den großen Andrang von Besuchern alle Rintelner Gasthäuser ihre Vorräte aufgebraucht haben“, wurden die Teilnehmer ermutigt sich Gedanken um die Verpflegung ihrer Besucher zu machen.

Und es zeichnet sich bereits ab, dass es auf der Strecke, für die auch extra eine Fahrradroute ausgearbeitet werden wird, viel Kaffee und Kuchen, Bratwürstchen und am Extener Weberhof sogar Pizza aus dem Steinofen von Dr. Günter Groß geben wird.

Ein unbekanntes Gesicht in der Vorbereitungsrunde sorgte für manch neugierigen Blick, und als es dann an das Vorstellen der einzelnen Denkmale ging und sich der „Neue“, Andreas Hartmann, als Projektmanager der Firma Aventura, zuständig für die Neugestaltung der Arensburg outete, war die Begeisterung groß.

Die Arensburg auf der Liste der zur Besichtigung geöffneten Orte, das würde ein echtes Highlight werden. Dass Hartmann als Angestellter einer Immobilienfirma sich persönlich bereit erklärte, seine Freizeit zu opfern, um Führungen im Rahmen einer lokalen kulturellen Veranstaltung zu geben, dass er sich schon Gedanken machte, ob er das wohl allein schaffen wird, den ganzen Tag die Treppe in den Turm hinauf und hinunter zu laufen, und ob es wohl klappen könnte, den große Park bis dahin begehbar zu machen, erstaunte die Anwesenden und nötigte ihnen eine gehörige Portion Respekt ab.

Die organisatorischen Probleme, die Hartmann beschäftigten, werden wohl mit der erfahrenen Unterstützung durch die Schaumburger Landschaft zu lösen sein. Und dann hätten die Schaumburger endlich wieder die Gelegenheit, „ihre“ Arensburg mit eigenen Augen zu sehen, anstatt immer nur Berichte über schlimme Zustände oder zwielichtige Investoren zu lesen.

Foto: cm
Im September sollen wieder Führungen in der Arensburg möglich sein. Dann ist Tag des offenen Denkmals.