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02.09.2015 Eltern kritisieren: Uns bleibt keine Zeit

Aufregung nach Klassenumzug in Steinbergen / Schülertransport und Einschulungsgottesdienst inzwischen geklärt

Schaumburger Zeitung / 2.9.2015

Steinbergen

Von Lars Lindhorst
Noch am Montag hat es offenbar bei den Grundschülern aus Steinbergen bittere Tränen gegeben. Das sagt jedenfalls Lars Hildebrandt. Der Vater aus Steinbergen hat einen Sohn, der künftig die zweite Klasse besucht und auch von den Umzugsplänen der Grundschule betroffen ist. Die Entscheidung der Schulleitung, dass Erst- und Zweitklässler zu Beginn des Schuljahres nicht in Steinbergen, sondern in Deckbergen eingeschult werden, rief bei einigen Kindern am Abend des kurzfristig anberaumten Elternabends Enttäuschung hervor.

Wie berichtet, hatte die neue kommissarische Schulleiterin den Umzug zweier Klassen von Steinbergen nach Deckbergen veranlasst. Die Personalsituation an der Steinberger Grundschule habe diesen Schritt erforderlich gemacht, die Zusammenlegung der Klassen sei deshalb aus pädagogischer Sicht unumgänglich, machte es Claudia Buschke gegenüber unserer Zeitung deutlich.

Bei einigen Eltern aus Steinbergen hat diese Entscheidung jedoch für große Empörung gesorgt. Der Ärger kommt aber vor allem in der Kurzfristigkeit zum Ausdruck. Hildebrandt etwa kritisiert, dass die betroffenen Eltern erst drei Tage vor Schulbeginn von dem Umzug unterrichtet worden seien. Zwar sei bereits am Freitag eine schriftliche Einladung zu einer Informationsveranstaltung durch die Schulleitung in den Briefkästen der Betroffenen gelandet; „reiner Wein“ sei den Eltern aber erst am Montagabend eingeschenkt worden. „In der Einladung waren keine Tagesordnungspunkte aufgeführt. Die Entscheidung hat uns völlig überrascht“, sagte Hildebrandt im Nachgang. Zeitlich viel zu knapp seien Schüler und Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Uns bleibt ja gar keine Zeit zu überlegen, ob wir unsere Kinder auf Antrag nicht doch in Rinteln zur Schule schicken wollen“, meinte er. Hildebrandt, der auch Mitglied des Steinberger Ortsrates ist, will die Angelegenheit noch einmal politisch behandelt wissen. In zwei Wochen tage der Ortsrat; dann soll das Thema noch einmal auf den Tisch. Gewiss ist es dann zu spät für politische Entscheidungen; das Schuljahr läuft dann bereits.

Ohnehin wird die Politik nur wenig an der Situation ändern können. Das ist auch die Einschätzung von Steinbergens Ortsbürgermeister Heiner Bartling. „Ich habe bisher den Eindruck, dass es eine innerorganisatorische Frage der Schule ist“, sagte er auf Anfrage. Orts- oder Stadtrat würde die Entscheidung der Schule deshalb nicht beeinflussen können. Politisch werde die kurzfristige Entscheidung dennoch Thema sein. Ob die Schulleitung die vorgeschriebenen Ladungsfristen eingehalten hätte, sei zumindest zu prüfen, so Bartling.

Im Rintelner Rathaus habe es gestern zumindest einige Nachfragen aus Steinbergen gegeben, teilte Schulamtsleiter Hans-Georg Dlugosch mit. Doch wenn es darum geht, Stundenpläne zu besetzen, Klassen einzuteilen oder zu verlegen, dann seien das alleinige Angelegenheiten der Landesschulbehörde und der Schulleitung, betont Dlugosch. „Und in diesem Fall ist das eine rein pädagogische Entscheidung.“

Im Online-Netzwerk Facebook äußerten sich nach dem Elternabend etliche andere Eltern zu dem Klassenumzug. Eine Mutter schrieb erbost, dass Einschulungsgäste eingeladen worden seien und sie nun nicht wüsste, wo denn überhaupt der Einschulungsgottesdienst stattfindet. Ein anderer Kritikpunkt: die Schülerbeförderung. Am Montag sei noch nicht klar gewesen, wann die Busse von Steinbergen nach Deckbergen und zurück fahren werden.

Für den Schülertransport ist der Landkreis Schaumburg zuständig. Kreissprecher Klaus Heimann stellte gestern auf Anfrage unserer Zeitung klar, dass der Transport nun geregelt sei. Mit Beginn des Schuljahres werde der Schülertransport sowieso in den Öffentlichen Personennahverkehr integriert. „Die VBE nimmt die Strecke kurzfristig mit in den Fahrplan auf“, so Heimann zur Steinbergen-Deckbergen-Verbindung.

Um 7.40 Uhr fährt demnach ein Bus der Linie 812 ab Steinbergen Gemeindeverwaltung direkt bis Grundschule Deckbergen (Ankunft 7.47 Uhr). Für die Rückfahrten gilt: 13.05 Uhr ab Grundschule Deckbergen mit Linie 812 mit Stichfahrt nach der Haltestelle Westendorf Mitte in Richtung Steinbergen; Ankunft dort um 13.28 Uhr. Und: 15.06 Uhr ab Grundschule Deckbergen mit Linie 812 mit Stichfahrt nach der Haltestelle Westendorf Mitte in Richtung Steinbergen; Ankunft dort 15.21 Uhr.

Für den Einschulungsgottesdienst ist unterdessen ein Kompromiss gefunden worden, das bestätigte Steinbergens Pastor Stephan Strottmann. Statt zweier Gottesdienste in Deckbergen und Steinbergen wird es am kommenden Samstag nur einen geben. Der Einschulungsgottesdienst findet um 9 Uhr in Steinbergen statt. Danach geht es zur Einschulungsfeier in die Schule nach Deckbergen.

Foto: tol
So viel ist klar: Der Spielturm an der Grundschule in Steinbergen wird künftig von immer weniger Schülern genutzt.