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02.03.2017 Bald kommen die Bagger

Umbau der Kreuzung Steinbergen voraussichtlich ab 20. März / Erster Abschnitt am aufwendigsten

Schaumburger Zeitung / 2.3.2017

Steinbergen

Von Hans Weimann
Der Countdown für den Kreuzungsumbau in Steinbergen läuft. Voraussichtlich am 20. März sollen die Bagger anrücken, erläuterte auf Anfrage Lars Renziehausen, Bauleiter beim Bauunternehmen Oevermann aus Münster und Osnabrück. Renziehausen schilderte, der erste Bauanschnitt werde mit der Gabionenwand und dem Bau der Nebenanlagen am aufwendigsten werden.

Alle direkt betroffenen Anwohner sind inzwischen informiert. Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereiches Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, und sein Projektleiter Holger Fröhlingsdorf haben ihre Gesprächsrunden in Steinbergen, Engern und Westendorf beendet.

In der Mehrzweckhalle in Engern zählte Ortsbürgermeister Dieter Horn 110 Bürger. Für die meisten sei auch hier die entscheidende Frage gewesen: Wie kommen wir von unseren Grundstücken, aus den Seitenstraßen auf die Landesstraße? Brockmann und Fröhlingsdorf versicherten, es werde durch die Ampelanlagen, die aufgebaut werden, und an der Kreuzung zum Kieswerk Eggersmann genug Phasen geben, um sich in den Verkehr einzufädeln.

In der Ortsdurchfahrt Engern gilt dann ein Halteverbot, was für die Gewerbetreibenden Probleme bringen könnte. Doch Horn geht davon aus, dass das lösbar ist. Der Hofladen, die Vinothek und Eisenwaren Kuhlmann wie Lohse Medientechnik haben eigene Parkplätze. Problematisch könnte es für den Bäcker werden, bei dem sich Lkw-Fahrer morgens versorgen, und für das Motorradgeschäft.

Der „Schleichweg“ von Engern nach Steinbergen durch den Wald wird mit Pollern versperrt. Das war auch ein Vorschlag des Ortsrates von Steinbergen. Feuerwehr und Rettungsdienste erhalten Schlüssel für die Sperranlagen.

Brockmann machte deutlich, warum die Landesbehörde die jetzt festgelegten Umleitungsstrecken gewählt hat. Dafür gebe es zwei Kriterien: Umleitungsstrecken sollen möglichst kurz sein und über sogenannte klassifizierte Straßen führen, das heißt über Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen.

Für den Verkehr auf der A 2 wird die offizielle Umleitung über die Anschlussstelle Porta Westfalica nach Bad Nenndorf ausgeschildert und umgekehrt. Grundsätzlich gebe es für den überörtlichen Verkehr die Empfehlung, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Die heimischen Unternehmen sind auch über unsere Veröffentlichungen über die Großbaustelle und die Umleitungen informiert und haben sich darauf eingestellt. Alfons Tebben, Versandleiter bei Riha-Wesergold, betonte, man werde sich der Situation anpassen und schauen, wie sich die Verkehrslage entwickele. Aber noch sehe man keine größeren Probleme.

Auch Kai Hagemann, Leiter der Aldi-Logistik, gab sich pragmatisch: „Die 38 firmeneigenen Lkws verlassen das Firmengelände in den frühen Morgenstunden, noch bevor der Berufsverkehr einsetzt.“ Das sei ein Vorteil. Die zu erwartenden Beeinträchtigungen während des Umbaus seien aus logistischer Sicht zwar unerfreulich, jedoch „sehen wir die Sanierung und den Umbau der Kreuzung grundsätzlich positiv. Wir gehen einfach davon aus, dass durch den Umbau die Kreuzung sicherer, es weniger Verkehrsunfälle und die damit verbundenen Rückstaus geben wird“.

So sieht man es auch bei Edeka-Minden. Pressesprecherin Mareike Polonius betonte, man verlasse sich auf die offiziell ausgeschilderten Ausweichstrecken und werde keine eigenen Ausweichrouten empfehlen.

Wie Brockmann betonte, wird man in den ersten Bauphasen von Minden wie von der A 2 kommend nach rechts in Richtung Rinteln auf die B 238 abbiegen können. Es gebe also für den Lieferverkehr, der aus Minden kommend nach Rinteln will, keinen Grund, sich durch Kleinenbremen, die Serpentinen hoch und durch To-denmann zu quälen. In der letzten Bauphase werde man auf der Bundesstraße 238 wieder in beide Richtungen fahren können, also auch zur Autobahn.

Bleibt die Frage: Welche Wege wird sich der Verkehr aus Nordrhein-Westfalen suchen, der über die Landesstraße 435 aus Krankenhagen kommt? Brockmann sagt, diesen Verkehr herauszufiltern, sei kaum machbar. „Wir erwarten, dass Vielfahrer sich alternative Wege suchen. Die dynamischen Navigationssysteme kennen die Baustelle und geben entsprechende Routenempfehlungen.“ Dass die Landesstraße durch Exten, Hohenrode und über Hessisch Oldendorf für alle, die nach Hannover und Bremen wollen, die meistbefahrene Route zur Autobahn wird, glaubt Brockmann nicht. Diese Route führe durch sieben Orte. Mit entsprechenden Engstellen wie der Brücke in Exten. Bisher sei auch nicht geplant, in Exten Halteverbotsschilder im Zusammenhang mit der Baumaßnahme in Steinbergen aufzustellen. Für den gesamten Raum Rinteln gelte, „dass wir mit Polizei und Verkehrsbehörde kurzfristig reagieren werden, wenn sich Probleme herausstellen sollten“.

Eine Baustelle gibt es in Steinbergen übrigens bereits: Das ist die Telekom, die hier Leitungen verlegt.

Foto: wm
Endspurt: Die Straßenschäden der Landesstraße in Engern sind beseitigt. Der Umleitungsverkehr kann kommen.