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01.06.2015 Zum Leserbrief Kindergarten Steinbergen

Kommentar von Udo Schobeß, Fraktionssprecher der CDU Ortsratsfraktion

Schaumburger Zeitung / 30.5.2015

Steinbergen

Natürlich gebe ich der Leserbriefschreiberin insoweit Recht, dass Mehrheitsbeschlüsse Demokratie widerspiegeln sollten! – Dass ich die Leserbriefschreiberin (Ortsratsmitglied) an den „einstimmigen“ Ortsratsbeschluss (und weiterer Gremien) im vergangen Herbst für einen NEUBAU des Kindergartens erinnern muss – stimmt mich allerdings sehr nachdenklich. Meine aktuelle Erinnerung daran mittels Pressemeldung galt mehr dem sehr verwerflichen „Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel“ im Ortsrat und letztendlich auch im Stadtrat. So ein Verhalten täuscht den interessierten Bürger.

Dass diese Pressemeldung natürlich der Fraktionssprecher der CDU-Ortsratsfraktion schreibt ist durchaus üblich. Welcher „Schelm sollte das denn sonst tun?“
In welcher Eigenschaft die Leserbriefschreiberin schreibt, erschließt sich mir da nicht wirklich.

Ich bedauere die Abrisskosten nicht explizit erwähnt zu haben, da sie in unserer überschlägigen Kalkulation selbstverständlich enthalten sind. Und wenn man gut informiert ist, weiß man auch, dass von den zwei Wohnungen im Dorfgemeinschaftshaus eine bereits leer steht und die Mieterin der anderen Wohnung auszieht. So hat die Stadt zukünftig auch keinerlei Mieteinnahmen mehr.

Bezüglich unserer Vereine, die das Dorfgemeinschaftshaus nutzen, bin ich mir sehr sicher, dass die Kirche „wenn sie einen neuen Kindergarten bekäme“ auch im eigenen Gemeindehaus eine zufriedenstellende Zwischenlösung für die Vereine anbieten könnte.

So könnten alle eigentlich nur gewinnen!

Udo Schobeß, Steinbergen
Fraktionssprecher der CDU-Ortsratsfraktion

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Den Ortsratsbeschluss akzeptieren
LESERBRIEF von Heike Hamann zu: „Nicht wirtschaftlich und zukunftsweisend“ vom 27.5.:

Steinbergen
Meistens, wenn ein Ortsratsmitglied meint, er müsse einen demokratischen Mehrheitsentschluss des Ortsrates nicht hinnehmen und sich an das geneigte Ohr der SZ wenden, um seine Partei zu profilieren, denke ich ja: „Ach lass ihn doch, wenn er es denn nötig hat…“. Meist handelt es sich auch um den gleichen Herrn, der jetzt wieder der SZ einen exklusiven Artikel wert war. (Ein Schelm, der Böses dabei denkt).

Aber bei dieser Angelegenheit kann ich das leider nicht so milde und abgeklärt hinnehmen, da hier eine Sache schlecht geredet wird, die der Steinberger Ortsrat und die Verantwortlichen des Kindergartens seit Jahren immer wieder so gewollt und beantragt haben. Bisher bloß immer ohne Erfolg, da das Geld nicht da war, oder Rinteln vorrangig war, oder, oder …

Nun ist das Geld da und Rinteln signalisiert Zustimmung und anstatt jetzt zufrieden zu sein, erklärt man die Mehrheit des Ortsrates für inkompetent und ergibt sich nicht der Mehrheit, sondern versucht sein eigenes Süppchen zu kochen. Das entspricht nicht meiner Vorstellung von Demokratie, auch wenn der Ortsrat das letzte Glied in der politischen Nahrungskette ist.

Abrisskosten für das alte Dorfgemeinschaftshaus fallen derzeit bei der fachlich fundierten Neubaukalkulation der CDU scheinbar nicht an. Auch verliert Herr Schobeß bei seiner Zeitkalkulation kein Wort über die einzuhaltende Kündigungsfrist der Mieter, die im Dorfgemeinschaftshaus wohnen. Auch die haben Rechte.

Ebenso erwähnt er nicht die Vereine, die zurzeit das Dorfgemeinschaftshaus nutzen. In diesen Vereinen sind Mitglieder, die schon über ein halbes Jahrhundert das Steinberger Dorfleben mitgeprägt haben und in einem Alter von 80 bis teilweise über 90 Jahre sind. Dass diese Vereine dann mindestens für die Zeit des Neubaus und des anschließenden Umbaus keinen Übungs- oder Versammlungsraum haben, scheint Herrn Schobeß auch nicht zu interessieren. Und in diesem Alter plant man nicht mehr auf Jahre im Voraus.

Die viel zitierten Folgekosten des alten Kindergartengebäudes würden bei einer Umwandlung in ein Dorfgemeinschaftshaus ja wohl auch bestehen bleiben – oder soll dann nicht mehr geheizt werden?

Der einzige Vorteil wäre die Barrierefreiheit des dann entstehenden Dorfgemeinschaftshauses, denn das ist der Kindergarten zurzeit bereits. Ob das natürlich in einem vernünftigen Kosten-/Nutzenverhältnis steht, kann Herr Schobeß ja bestimmt einmal ausführlich dem geneigten Publikum erklären.

Heike Hamann, Steinbergen