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01.03.2016 Windräder im Wesertal:

CDU fordert Einigkeit im RAt, Planet Energy wehrt sich gegen Vorwürfe

Rinteln Aktuell / 1.3.2016

Westendorf

“Die durch den Landkreis verfolgte Genehmigung von Windrädern im Wesertal ist nicht nur grotesk und rechtswidrig, sondern auch in höchstem Maße unverantwortlich”, heißt es in einer Pressemitteilung der Rintelner CDU. Daher unterstützt die Rintelner CDU den Antrag der WGS-Fraktion, wonach der Rat der Stadt Rinteln den Landrat des Landkreises Schaumburg auffordert, sämtliche erteilten Genehmigungen zur Errichtung von Windrädern in der Gemarkung Westendorf/Kohlenstädt aufzuheben und solche in Verwaltungsverfahren nicht weiter zu erteilen.

“Letztlich sprechen eigentlich alle Argumente gegen die Windräder im Wesertal”, so der Pressesprecher des CDU-Standverbandes, Dr. Joachim von Meien, “Windräder stellen (gutachterlich belegt!) letztlich ein unkalkulierbares Tötungsrisiko für das bei Hohenrode nistende Seeadlerpärchen dar, das übrigens das einzige Seeadlerpärchen in deutschen Mittelgebirgen ist. Doch auch diverse andere im und am Naturschutzgebiet Auenlandschaft lebende Großvögel (Gänse, Fischadler, Milane, Störche usw.) wären durch die Windkraftanlagen stark gefährdet. Letztlich würden die durch die Auenlandschaft angezogenen Vögel also schlicht vom Himmel geholt. Verrückter geht es nicht mehr! Der Landkreis sollte endlich begreifen, dass das Wesertal durch die Auenlandschaft bei Hohenrode aus Sicht des Naturschutzes eine immer größere Bedeutung gewinnt und sich die Errichtung von Windenergieanlagen daher verbietet.”

“Grotesk, rechtswidrig, verantwortungslos”
Weiter schreibt von Dr. von Meien: “Die WGS argumentiert in ihrem Antrag zusätzlich und zu Recht mit der Unvereinbarkeit der Windräder mit dem Denkmalschutz und verweist auf die Gutsanlage Echtringhausen. Viel entscheidender ist an dieser Stelle jedoch die Entwertung des identitätsstiftenden Denkmals Schaumburg, dem Namensgeber unseres ganzen Landkreises! Hierzu stellt ein Gutachten der obersten niedersächsischen Denkmalschutzbehörde aus dem Jahr 2013 unmissverständlich fest: „Da sich die Burg mit den WEA (Windenergieanlagen) beinahe auf gleicher Höhe befinden würde, wäre ihre historische Wirkung in hohem Maße erniedrigt. Die Symbole der Energiewirtschaft würden sich über eine Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft erheben und alle historischen Maßstäbe durch die gewaltige Höhe der WEA außer Kraft setzen.“ Das Gutachten schließt mit der Feststellung, „die Errichtung von WEA in der Gemarkung Kohlenstädt wäre im Ergebnis als Verstoß gegen § 8 NDSchG anzusehen und daher aus Sicht des NLD nicht zulässig.“

“Eindeutiger kann man es kaum formulieren”, so die CDU und fordert: “Der Landrat sollte dies endlich zur Kenntnis nehmen.”

Im weiteren Verlauf bezieht die Pressemeldung Stellung zu Menschen und Tourismus in der Region: “Allein im Wesertal bei Rinteln leben über 20.000 Menschen. Damit ist der Raum Rinteln extrem dicht besiedelt. Riesige Windräder würden die Lebensqualität sehr vieler Bürgerinnen und Bürger einschränken. Die finanziellen Profiteure der Windkraftanlagen wohnen hingegen nicht im Wesertal! Die Idylle unserer Landschaft lockt jedes Jahr tausende Touristen an, die sich bei Wanderungen, Schifffahrten oder auf dem Weserradweg an der einmaligen Schönheit der Landschaft erfreuen. Die durch Windräder stattfindende Entwertung der gewachsenen Kulturlandschaft um Rinteln würde sich negativ auf den Tourismus auswirken. Die CDU Rinteln hofft, dass auch die übrigen Ratsfraktionen den Antrag unterstützen und sich der Aufforderung an den Landrat anzuschließen. Wir benötigen ein geschlossenes und starkes Votum des gesamten Stadtrates Rinteln, dass Windenergieanlagen im Wesertal durch die Rintelner Politik abgelehnt werden.”

Planet Energy wehrt sich gegen Vorwürfe
Unterdessen wehrt sich “Planet energy” gegen die Berichterstattung in der lokalen Tagespresse, wonach im Februar 2016 mehrere Artikel erschienen sein sollen, die der Firma im Kern vorwerfen würden, ökonomische über ökologische Interessen zu stellen und zu wenig Rücksicht auf die Belange des Natur- und Umweltschutzes bei der Planung des Windparks Rinteln zu nehmen. “Diese Vorwürfe sind falsch und entbehren jeder Grundlage”, so Pressesprecher Michael Friedrich, “generell vermittelt die Berichterstattung den Eindruck, dass im Genehmigungsverfahren Belange des Naturschutzes nicht ausreichend berücksichtigt werden und die Genehmigung rechtswidrig sei. Dies ist nicht der Fall. Das Verfahren verläuft entsprechend der gesetzlichen Vorgaben. Darüber hinaus hat Planet energy, gerade weil Umweltschutz die Grundlage unserer Arbeit ist, das Gebiet um den geplanten Windparkstandort von unabhängigen Gutachtern über mehrere Jahre untersuchen lassen.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal betonen, dass uns von Planet energy sowie Greenpeace Energy nicht, wie behauptet, „die Profitgier“ antreibt, auch wenn dies immer wieder durchscheint. Planet energy ist eine 100-prozentige Tochter von Greenpeace Energy. Als für die Bürgerenergie engagierte Genossenschaft arbeitet Greenpeace Energy nicht gewinnmaximierend. Unser gemeinsames Ziel ist die Energiewende, eine saubere Energieversorgung nur aus erneuerbaren Quellen. Diese dient dem dringend notwendigen Klimaschutz. Dafür ist der Bau von neuen Windenergieanlagen notwendig und gerechtfertigt, wo immer dies unter ökologischen Kriterien vertretbar ist. Dies prüfen wir, mit unseren Wurzeln in der Umweltbewegung, besonders gründlich.

Zum Hintergrund des Windkraftanlagenbaus ergänzt der Pressesprecher: “Die Planet energy GmbH plant in Rinteln den Bau zweier Windräder des Typs Nordex N117/2400 mit einer Höhe von jeweils 149,5 Metern. Die Gesamtleistung beider Windräder beträgt 4,8 Megawatt, die prognostizierte Jahresstromerzeugung liegt bei 9 Mio. Kilowattstunden. Dies reicht für die Versorgung von 3.000 Haushalten. Planet energy ist eine 100-prozentige Tochter des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy eG und baut und betreibt seit 2001 saubere Kraftwerke. Greenpeace Energy ist 1999 aus der Umweltschutzorganisation Greenpeace e. V. hervorgegangen und seitdem rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch unabhängig.”