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01.02.2018 Neue Frist bis Ostern

Steinberger Kreuzung: Kanalsanierung beginnt / Im März soll fertig betoniert werden

Schaumburger Zeitung / 1.2.2018

Steinbergen

Von Jan Oldehus
Schluss mit Überstunden abbauen, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt. Einige der auf der Steinberger Kreuzung eingesetzten Mitarbeiter der Baufirma Oevermann sind auf die Baustelle (inzwischen darf man wohl Dauerbaustelle sagen) zurückgekehrt. Seit Mittwoch bewegt sich hier wieder etwas, mal abgesehen von genervten Auto- und Lkw-Fahrern, die sich seit dem 12. Dezember fragen, wann es endlich weitergeht. Im strömenden Regen haben ein paar Oevermänner Vorbereitungen für die überfällige Kanalsanierung getroffen.

Der viel zu spät festgestellte Schaden an einem unter der B 83 liegenden Abwasserrohr war wie berichtet Auslöser für den vorzeitigen Baustopp gewesen. Inzwischen hat der verantwortliche Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln die Firma Oevermann damit beauftragt, den Schaden aus der Welt zu schaffen. Erst dann können die eigentlichen Arbeiten an der Fahrbahn fortgesetzt werden. Rund 55 Meter Abwasserkanal werden – wenn es das Wetter zulässt – in den kommenden Wochen erneuert. In der achten Kalenderwoche (19. bis 23. Februar) sollen die Kanalsanierungsarbeiten laut Holger Fröhlingsdorf vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Hameln abgeschlossen sein. „Hier liegen noch andere Leitungen in der Erde“, sagte der Projektingenieur am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. „Gas, Telekom und so weiter, da muss die Firma entsprechend vorsichtiger arbeiten.“ Geht es nach der neuen Planung des Landesstraßenbauamtes, dann soll Oevermann Ende Februar mit dem Auskoffern des noch fehlenden B 83-Abschnitts, dem Bauen der HGT-Tragschicht und dem Betonieren der Steinberger Kreuzung fortfahren. Parallel dazu sollen die Hochborde fertiggestellt und die Pflasterarbeiten am Gehweg erledigt werden. „Vor Ostern“, so hofft Fröhlingsdorf, „sind wir dann final fertig.“ Vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit. „In dieser Jahreszeit hängt beim Bauen alles vom Wetter ab.“ Das Betonieren sei bis zu minus 3 Grad okay, sagte Fröhlingsdorf, bei Starkregen hingegen könnten die Tropfen Mikrokrater in die frische Betonoberfläche schlagen. „Das merken die Autofahrer dann später.“ Doch selbst das wäre mit Schutzfolien zu verhindern. Wirklich problematisch werde es, wenn der Fahrbahnunterbau bei anhaltendem Starkregen vollläuft – trotz vorhandener Drainage. Oder wenn man bei starkem Schneefall nicht mehr wisse, wohin mit den mit Streusalz durchsetzten Schneebergen. Oder wenn starker Dauerfrost unter minus 5 Grad einsetzt.

Bleibt die Verkehrsführung, wie sie ist? „Ja, es gibt keine Notwendigkeit, die zu ändern. Schlimmstenfalls würden wir Gefahr laufen, dadurch Unfälle zu provozieren.“ Fröhlingsdorfs festes Ziel ist es, dass der Osterreiseverkehr Ende März ungehindert fließen kann – ohne Baustelle.

Foto: nk
Auf diesen Fahrbahnabschnitt der Bundesstraße 83 konzentrieren sich in den kommenden Wochen die Bauarbeiten auf der Steinberger Kreuzung.

Kommentag von Stefan Reineking – Chefredakteur

Endlich
Baustopp bringt Betroffene auf die Palme

Endlich gehen die Bauarbeiten an der Steinberger Kreuzung weiter! Gerade die vergangene Woche mit den Unfällen auf der Autobahn 2 und den anschließenden chaotischen Zuständen auf den heimischen Landes- und Bundesstraßen hat gezeigt, wie wichtig ein funktionierender Knotenpunkt in Steinbergen für den heimischen Raum ist.

Dass die Kreuzung nicht wie versprochen im Dezember fertig wurde, haben das zuständige Straßenbauamt Hameln und die bauausführende Firma sicherlich nicht allein zu vertreten. Ein defekter, erst spät entdeckter Regenwasserkanal führte zu Verzögerungen. Dass der Baustellenbetrieb von Mitte Dezember bis gestern aber trotz offenen Wetters vollständig ruhte, hat viele heimische Autofahrer und von der Baustelle direkt oder indirekt Betroffene zu Recht auf die Palme gebracht. Hier wird nicht an irgendeinem Feldweg herumgebastelt, hier wird der neuralgischste Punkt im heimischen Verkehrsgeflecht lahmgelegt. Streitigkeiten über Schuldfragen, tagelanges Sinnieren über korrekte Ausschreibungen und winterliche Betriebsruhe sind hier fehl am Platz. Spätestens Anfang Januar hätten die Kanalbauarbeiten beginnen können – damit wir endlich wieder freie Fahrt auf der Steinberger Kreuzung haben.

Kritisch muss in diesem Zusammenhang das Straßenbauamt seine Planungen unter die Lupe nehmen. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass sich Arbeiten an einer Großbaustelle erheblich verzögern. In Todenmann beim Ausbau der Landesstraße, am Ohrberg in Hameln bei der Sanierung der Stützmauer entlang der B 83 und beim 2+1-Ausbau der B 65 zwischen Stadthagen und Bad Nenndorf kam es in jüngster Zeit zu erheblichen, oft monatelangen Verzögerungen. Für jede gab es vielleicht gute Begründungen aus Sicht des Straßenbauamtes, aber nicht aus Sicht der Betroffenen, die Umwege, Schmutz und Lärm zu ertragen und für die Erklärungen der öffentlichen Planer nur ein Kopfschütteln übrig hatten. Für die Kopfschüttler unter uns ist das Straßenbauamt auf dem besten Weg, sich in Anlehnung an den baden-württembergischen ironischen Werbespruch über mangelnde Hochdeutschkenntnisse im Süden der Republik den Slogan zu verdienen: ,,Wir können alles – außer bauen!“